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Basel III Banken drohen Lasten von bis zu 300 Milliarden Euro

Die drohende Belastung für die Banken durch die unter dem Stichwort Basel III geplanten Eigenkapitalregeln ist deutlich höher als bislang erwartet. Die Institute warnen vor gravierenden Auswirkungen in ganz Europa. Vor allem die Vorschrift, Mehrheitsbeteiligungen nicht anrechnen zu dürfen, würde die Geldhäuser hart treffen.
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Die Skyline von Frankfurt am Main. Die verschärften Eigenkapitalregeln werden die Banken stärker belasten als bisher erwartet. Quelle: ap

Die Skyline von Frankfurt am Main. Die verschärften Eigenkapitalregeln werden die Banken stärker belasten als bisher erwartet.

(Foto: ap)

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Nach internen Berechnungen verschiedener Geldhäuser entsteht bei allen europäischen Banken ein Kapitalbedarf von bis zu 300 Mrd. Euro, sollten die geplanten Regeln Realität werden. "Würde der Baseler Vorschlag ohne Änderungen umgesetzt, dann müssten die Banken mit erheblichen Belastungen rechnen", sagt Stefan Best, Bankenexperte bei der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte den zusätzlichen Kapitalbedarf europäischer Institute kürzlich auf 83 Mrd. Euro veranschlagt.

Den Anstoß zu den neuen Kapitalregeln hatten die größten Industrie- und Schwellenländer (G20) im September 2009 auf dem Pittsburgh-Gipfel gegeben. Die Regierungen wollen die Risiken der Banken durch strengere Regulierung begrenzen und damit künftigen Krisen vorbeugen. Die Vorschläge des Baseler Ausschusses, in dem die Aufsichtsbehörden und Notenbanken von 27 Staaten vertreten sind, sollen nach eingehender Prüfung möglichst bis Ende 2012 umgesetzt werden.

Die Banken stemmen sich gegen die Eigenkapitalvorschriften und wollen nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen in den kommenden Wochen ihren Widerstand bei Politik und Aufsichtsbehörden verstärken. Neben generell höheren Kapitalanforderungen und dem Wegfall der Kapitalstärkung aus steuerlichen Verlustvorträgen wird vor allem auch ein neuer Ansatz bei den Mehrheitsbeteiligungen der Banken zu Belastungen führen.

In Zukunft sollen bei Beteiligungen über 50 Prozent die Risiken der Töchter voll konsolidiert werden, während das Eigenkapital nicht mehr bei der Mutter angerechnet werden kann. "Dahinter steht die Überlegung, dass das Kapital der Alteigentümer bei Verlusten der Mutter nicht zur Abdeckung der Fehlbeträge zur Verfügung stehen könnte", sagt Best.

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10 Kommentare zu "Basel III: Banken drohen Lasten von bis zu 300 Milliarden Euro"

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  • Das sind keine "Lasten" - die sind bereits JETZT in den bilanzen, muessen nur dank betruegerischer Vorschriften nicht offen ausgewiesen werden!

  • Wird schon werden, wenn es auch seine Zeit dauert. Der Verzicht auf boni der herkömmlichen Größe spielt die paar Milliarden leicht herein. Fährt man damit fort, lassen sich weitere unvermeidliche Unzuträglichkeiten für die banken leicht verdauen, wie etwa Trennsystem, Testament und Abschreibungen für gewerbliche immobilienkredite. Jammern gehört natürlich auch bei banken zum Geschäft. Das darf man nicht zu ernst nehmen - nicht wahr, Herr Ackermann, auch wenn es jetzt mit der glänzenden idee wg. Postbank mit der EK-Zurechnung nicht so klappt, wie geplant.

  • Das ist vermutlich bei weitem noch nicht alles, die variable Hypotheken in USA sind ein riesiges schwarzes Loch: http://crisismaven.wordpress.com/2010/01/28/bloom-of-doom-ii-of-mortgage-brokers-arms-attrition-and-marathons/

  • Dumm nur, dass zu den ausgaben bzw. der geldverwendung/-nachfrage für waren noch Dienstleistungen,investitionskosten,...hinzukommen, und diese dann regelmäßig auch noch planwerte sind, die zunächst zu keinerlei warenproduktion und dienstleistung führen.....wohlstand ohne wachstum...ich weiss nicht.
    ausserdem besteht der ursprung von blasen ja nicht in überschüssiger liquidität, sondern in der fehlgeleiteten verwendung dieser liqui...wenn ich 100 mrd zuviel hab wird da keine blase draus...nur wenn ich sie "ums verrecken" mit 8-15% verzinsen muss...naja

  • Was passiert wohl, wenn die breite Masse kapiert- oder aufwacht und merkt, was da los ist, was gespielt wird- auch, wie sie beschissen wurden?
    bis jetzt war es ja so, wie schon @Manfred K geschrieben hat.
    Die meisten hat es einfach nicht in teressiert.
    Sie konnten sich nicht vorstellen, was bereits ist, aber doch nicht sein kann, nicht sein darf .
    Das verlorene Geld ist doch in ein paar Monaten wieder aufgeholt-- die wundersame Geldvermehrung kommt bald wieder..
    Die da oben, die werden es schon richten.
    Und die banker machen aus ihren 10 000 Euro selbstverständlich in kurzer Zeit 100 000--davon waren sie überzeugt.
    Nun kam es anders, aus 10 000 wurden für viele 1000.-Euro
    Aus der Traum. Von Lieschen Müller zum Millionär!
    Ja, sie haben es gerichtet. Also, irgendwo ist die bevölkerung schon auch selber mit Schuld an unserer Situation. Was da immer noch an Ansichtern herumgeistert, nicht zu fassen.
    Also, manchmal wundere ich mich über gar nichts mehr , wenn ich das Dessinteresse und die Unwissenheit über Vorgänge von vielen "normal-bürgern" immer noch sehe.
    Natürlich haben die banker schuld-- aber genausoviel Schuld hat die Dummheit der Masse- der bürger- die Ahnungslosigkeit über simple Weisheiten und Zusammenhänge.

  • Man kann der ersten deutschen banken-Führungsschicht aus der Ferne nur zurufen: Vorsicht, vorsicht, vorsicht!
    Da wird doch tatsächlich nicht bemerkt, wie sie persönlich kriminalisiert und in Haftung genommen wird. Es ist nicht ihre Kreativität bei der Gestaltung des Finanzplatzes Deutschland gefragt. Lediglich die Umsetzung in der Stabilisierung des Finanzmarktes. - Wer will denn schon Verhältnisse, die einer Notstandsgesetzgebung gleich kämen? Es sei denn, diese Personengruppe neige zu Harikiri.
    Heile, heile Gänschen
    es ist bald wieder gut ....

  • Tzia Max,

    gut erkannt aber auch Du läßt eine brauchbare und realistische Alternative offen. Ganz wie die Politiker, dagegen stimmen aber kein Gegenkonzept. insofern wenig hilfreich...

    Die Geldpolitik muß stärker an das Wachstum der Warenproduktion gekoppelt werden, damit blasen nicht entstehen. inflation entsteht bereits beim Ungleichgewicht von Geldmenge zu Warenmenge und nicht erst wenn die Statistiker historische Preisentwicklungen berichten. Dann ist es bereits zu spät...

  • Ja, es ist betrug.
    Aber die Menschen interessiert es garnicht.
    Sie leben oberflächlich dahin in ihrer kleinen box.
    Wenn alle das so machen muss es ja richtig sein....
    in einer Schafherde folgt ein Arsch immer dem anderen.
    Das ist gut für die Wölfe, sie können ihre Schäfchen leicht kontrollieren....

  • Unser Finanzsystem mit Fractional banking, Zins und Zinseszins und dem uferlosen Ausweiten von Fiat- Money ohne jeglichen Realwert sind bETRUG !!!
    Es wäre gut wenn das System endlich zusammenbrechen würde.

  • kann dem Vorschlag nur zustimmen. Man muss die banken nicht zerschlagen, aber widerstandsfaehiger machen. Dh mehr Eigenkapital und starke Einschnitte bei Kreditschoepfung. Natuerlich muessen die Aufsichtsbehoerden gestaerkt werden, damit sie ueberhaupt mitkriegen, was passiert. Aktivitaeten der Lobbisten (sofern moeglich) muessen eingeschraenkt werden. Ratingagenturen muessen das tun, wofuer sie bezahlt werden: echt bewerten.

    Sonst erleben wir das Gleiche noch einmal und vielleicht das naechste Mal so dick, dass wir Pleite gehen.

    Auf die Moral der Marktteilnehmer wuerde ich weniger setzen, doch waere es gut, wenn zuhause, in den Schulen und den Hochschulen verantwortliches Verhalten (wieder) Teil der Erziehigung bzw. Ausbildung wird.

    Euer
    Rainer

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