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Basel III Privatbanken warnen vor Ausnahmen für Sparkassen

Zwischen privaten Banken und Sparkassen läuft es auf einen handfesten Streit zu. Die Sparkassen fordern Schutzrechte bei der neuen Regulierung. Dagegen laufen die privaten Häuser Sturm.
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Sparkassen fordern Ausnahmeregelung von Basel III: die Privatbanken laufen Sturm. Quelle: ap

Sparkassen fordern Ausnahmeregelung von Basel III: die Privatbanken laufen Sturm.

(Foto: ap)

WASHINGTON. Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis warnte am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds erneut vor einer Benachteiligung kleiner, aus seiner Sicht sicherer Institute. Die privaten Banken machten indes klar: Keine Ausnahmen für einzelne Institutsgruppen beim Umbau der internationalen Finanzarchitektur. Die harten Eigenkapitalvorgaben – Stichwort Basel III – müssen aus ihrer Sicht für alle gelten. Nur so könne das Risiko künftiger Krisen reduziert werden. Die führenden Politiker der 20 wichtigsten Industriestaaten (G20) legen im November in Seoul letzte Hand an die neuen Regeln.

Der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Andreas Schmitz, sagte in Washington: „Eine neue Insolvenzordnung ist notwendig.“ Sie müsse Sparkassen und Genossenschaftsinstitute einschließen. Es sei nicht gerechtfertigt, diese von Krisenmanagement und Bankenabgabe auszuschließen. Auch von fragmentierten Verbünden könnten systemische Risiken ausgehen. Schmitz verwies dabei auf ähnliche Geschäftmodelle, starke Vernetzung und die häufig ähnliche Eigentümerstruktur. „Alles dies ermöglicht Domino-Effekte“, sagte Schmitz.

Der Verweis auf die Institutssicherung laufe ins Leere, denn kein Einlagensicherungssysstem sei für eine systemische Krise ausgerichtet. Haasis argumentiert hingegen, dass von der Art der Geschäfte und der Größe der Institute „unterschiedliche Risiken für die Gesamtwirtschaft“ ausgehen.

Schmitz legte im Streit mit den Sparkassen sogar nach, indem er für die Finanzbranche forderte, es müsse das Prinzip „unternehmerischer Misserfolg führt zu Marktaustritt“ gelte. Damit spielte er unverholen auf die Landesbanken an, die von den Sparkassen zusammen mit den einzelnen Bundesländern getragen werden. In der Finanzkrise hatten der Großteil von ihnen nur mit massiver Staatshilfe überlebt.

In einem Punkt sind sich allerdings alle einschließlich des internationalen Großbanken-Verbands IIF einig: Einzelne Länder dürfen sich nicht bei der Einführung der neuen Regulierung überbieten. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann warnte davor, die fragile Erholung der Konjunktur hierdurch zu gefährden. „In der Branche gibt es die echte Sorge, dass nationale Regierungen eine schnellere Einführung fordern könnten“, sagte der Top-Banker, der auch Chef des mächtigen Institutes of Internation Finance (IIF) ist.

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2 Kommentare zu "Basel III: Privatbanken warnen vor Ausnahmen für Sparkassen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Roemi
    Sie verstehen wohl nicht den Unterschied zwischen einem bericht und einem Kommentar - zwei klassisch unterschiedliche Elemente einer Zeitung.
    bei einem bericht - und den stellt dieser Artikel dar - kommt es eben genau darauf an, das, was von den einzelnen Akteuren geäußert wurde, ungefiltert, unzeniert und ohne Einbringung einer eigenen Meinung wiederzugeben.
    bei enem Kommentar geht es dann ggf. darum, dass tatsächlich eine Meinung geäußert wird, d.h. Äußerungen auch kritisch durchleuchtet werden. Das passiert dann in einem separaten, als Kommentar oder Meinung gekennzeichneten Artikel. Aber eine Zeitung muss auch nicht alles kommentieren.
    Übrigens muss die Meinung des Kommentators einer Zeitung dann trotzdem nicht mit ihrer übereinstimmen.

    Und jetzt noch eine Meinung von mir: Natürlich gilt auch für Coba und HRE die Aussage "Unternehmerischer Misserfolg führt zu Marktaustritt". Dass aber in diesen Fällen das Prinzip nicht angewendet wurde (aber übrigens bei keinem Finanzinstitut, weder bank noch Sparkasse), rechtfertigt trotzdem keine Sonderbehandlung der Sparkassen nur weil sie zufällig die Rechtsform einer Anstalt d.ö.R. haben oder normalerweise (aber auf Umwegen über die Landesbanken doch) nicht an bestimmten Geschäftsarten teilnehmen.

  • "Schmitz legte im Streit mit den Sparkassen sogar nach, indem er für die Finanzbranche forderte, es müsse das Prinzip „unternehmerischer Misserfolg führt zu Marktaustritt“ gelte. Damit spielte er unverholen auf die Landesbanken an, die von den Sparkassen zusammen mit den einzelnen bundesländern getragen werden. in der Finanzkrise hatten der Großteil von ihnen nur mit massiver Staatshilfe überlebt."

    1. Was ist mit HRE und Commerzbank und deren Alt-Eigentümern? Die Commerzbank wird mit einer Kapitalspritze des Staates am Leben erhalten, die das 6-fache des damaligen börsenwertes ausmachte. Anteil des bundes als belohnung: 25%. HRE war und ist de facto Pleite und die Altaktionäre beschweren sich, dass sie nur 1,XX als Entschädigung bekommen haben. 0,00 wäre der Wert ohne intervention des Staates gewesen. im Gegensatz dazu stehen die Sparkassen als Miteigentümer weiterhin für Rettungsschirme der gestrauchelten Landesbanken in der Haftung.

    2. Prinzip "unternehmerischer Misserfolg führt zu Marktaustritt" --> Dann soll Herr Schmitz doch erstmal bei der Commerzbank anfangen, die mit Mondzinsen und Laufprämien Neukunden wirbt, aber nicht einmal in der Lage ist, die Zinsen für die bundeseinlage zu zahlen.

    Der bankenverband ist genauso wie der DSGV und bVR eine interessenvertretung, es würde einer Zeitung gut zu Gesicht stehen, wenn sie Meinungen nicht nur ungefiltert wiedergibt sondern mal die Fakten überprüft und hinterfragt.