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Basel-III-Regeln Banken warnen vor höherem Kreditzins

Die deutsche Kreditwirtschaft warnt vor enormen Kapitallücken durch neue Regeln. Die Finanzierung von Immobilien würde teurer.
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Auch deutsche Banken wehren sich heftig gegen das Basler-Reformpaket. Quelle: Reuters
Bankenviertel in Frankfurt

Auch deutsche Banken wehren sich heftig gegen das Basler-Reformpaket.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die deutsche Bankenlobby fürchtet, dass europäische Geldhäuser ihr Eigenkapital drastisch erhöhen müssen – und zwar noch stärker als von der Europäischen Bankenaufsicht Eba prognostiziert. Am Montag hatte die Eba mitgeteilt, dass Europas Banken gut 135 Milliarden Euro zusätzlich benötigen, um die künftigen Kapitalanforderungen zu erfüllen.

„Tatsächlich dürfte der zusätzliche Kapitalbedarf noch deutlich höher liegen“, sagte Christian Ossig, Co-Hauptgeschäftsführer des privaten Bankenverbands BdB, am Dienstag. Der BdB hat seit 2019 die Federführung bei der Deutschen Kreditwirtschaft (DK), der Interessenvertretung privater, genossenschaftlicher und öffentlicher Banken sowie der Sparkassen. So habe die Eba-Studie nicht alle Komponenten der neuen Vorgaben berücksichtigt. Zudem würden die neuen Vorgaben kleine und mittelgroße Kreditinstitute überproportional belasten. In Deutschland gibt es mit mehr als 1 200 Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken sehr viele kleinere Geldhäuser. Die DK warnt vor negativen Folgen, sollten die Kapitalvorgaben wie vorgeschlagen in EU-Recht umgesetzt werden: Immobilienkredite könnte sich teils stark verteuern, mittelständischen Firmen würde es schwererfallen, eine gute Finanzierung zu erhalten.
Die höheren Kapitalpuffer, die Banken für Kredite hinterlegen müssen, treten in den kommenden Jahren nach und nach in Kraft. Ein internationales Reformpaket wurde im Dezember 2017 vom Basler Bankenausschuss, einem internationalen Expertengremium, vorgeschlagen.
Strengere Kapitalvorschriften sind eine Folge der Finanzkrise, die 2008 ausbrach und in der etliche Geldhäuser mit Steuermitteln gerettet werden mussten. Die Banken sollen so widerstandsfähiger werden und im Krisenfall Verlustphasen besser überstehen.
Das Basler-Reformpaket enthält einige Punkte, gegen die sich vor allem größere Banken in Europa, auch aus Deutschland, heftig wehren. Das liegt zum einen daran, dass hier ein größerer Teil des Kreditgeschäfts über die Bankbilanzen läuft als in den USA. Zum anderen kalkulieren die meisten größeren Banken, gerade in Deutschland, das Risiko aus einem Kredit mit eigenen Modellen. Das wird durch die Reformen deutlich schwieriger. In den USA wirken sich die Vorgaben weniger stark aus, weil dort ein größerer Teil der Finanzierung über die Kapitalmärkte läuft und weil die Banken einen großen Teil ihrer Immobilienkredite an halbstaatliche Finanzierungsgesellschaften weiterreichen können.

Mehr: Neue Vorschriften könnten Immobilienkredite für größere Banken in Deutschland unattraktiver machen. Der Bankenverband wehrt sich.

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