Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Francisco González

Der langjährige BBVA-Chef ist erst seit wenigen Wochen im Ruhestand.

(Foto: Bloomberg)

BBVA Ein spanischer Ex-Bankchef soll die Regierung ausspioniert haben

Als Chef der zweitgrößten spanischen Bank soll Francisco González Politiker und die Börsenaufsicht abgehört haben – um eine Übernahme zu verhindern.
Kommentieren

Madrid Seit Jahresbeginn ist Francisco González im Ruhestand, aber zur Ruhe wird der langjährige Chef der zweitgrößten spanischen Bank BBVA nicht kommen. Ein Spionageverdacht erschüttert den Ruf des charismatischen Ex-Bankers. Laut Medienberichten soll der heutige Ehrenpräsident der Bank 2004 und 2005 mithilfe eines Polizeikommissars und dessen privater Detektei Tausende von Telefonaten abgehört haben – von Regierungsmitgliedern bis zur spanischen Börsenaufsicht – alles, um eine Übernahme von BBVA abzuwehren.

Die Vorwürfe, die vergangene Woche publik wurden, werden täglich um neue Details ergänzt. Bank, Börsenaufsicht und der Nationale Gerichtshof untersuchen sie, ebenso wie mögliche Haftungsansprüche gegenüber der Bank.

Der heute 75-jährige González wurde 1996 von dem damaligen konservativen Ministerpräsidenten José María Aznar zum Chef der damals staatlichen Bank Argentaria ernannt. Die wurde später privatisiert und fusionierte mit BBV zu BBVA. Als dann 2004 die Sozialisten an die Regierung kamen, versuchten sie, mithilfe des durch den Immobilienboom finanzstarken Baukonzerns Sacyr die Kontrolle über BBVA zu erhalten und González aus dem Amt zu jagen.

Um den Plan zu vereiteln, soll González den Berichten zufolge den Kommissar José Manuel Villarejo angeheuert haben, der eine private Detektei führte, die auf schmutzige Geschäfte spezialisiert war. Villarejo hat demnach 15 000 Telefonate von Personen abgehört, die in die Übernahme involviert waren, und den damaligen Vize der Börsenaufsicht beschattet. Eine halbe Million Euro soll González an Villarejo gezahlt haben.

BBVA räumt Geschäfte mit der Detektei ein und untersucht seit Juni die Details mithilfe einer externen Kanzlei. Villarejo sitzt wegen anderer Fälle seit 2017 in U-Haft. „Wir alle bei BBVA sind schockiert von den Informationen, die in den Medien erschienen sind“, schrieb der neue BBVA-Chef Carlos Torres an die Mitarbeiter. „Wenn sie wahr sind, wären sie ein sehr ernstes und bedauernswertes Verhalten.“

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: BBVA - Ein spanischer Ex-Bankchef soll die Regierung ausspioniert haben

0 Kommentare zu "BBVA: Ein spanischer Ex-Bankchef soll die Regierung ausspioniert haben"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.