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Behörden Schlagen Alarm Cyberrisiken für Banken – „Sie alle sind potenzielle Opfer“

Die deutschen Banken schützen sich unzureichend gegen Cyberangriffe. Die Aufsichtsbehörden greifen deshalb durch – erste Vorstände mussten bereits gehen.
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Weltweit gebe es mittlerweile 600 Millionen Schadprogramme, sagte der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Quelle: dpa
Cyber-Kriminalität

Weltweit gebe es mittlerweile 600 Millionen Schadprogramme, sagte der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

(Foto: dpa)

BerlinDas Thema IT und Cyberrisiken wird für alle Banken immer wichtiger. Das hat die Finanzaufsicht Bafin schon gemerkt, als sie zu ihrer Konferenz „IT-Aufsicht bei Banken“ eingeladen hat. Die Behörde bekam rund 1300 Anmeldungen. Und sie musste am Ende aussortieren, denn das angemietete Tagungszentrum in Frankfurt bot lediglich Platz für 450 Gäste.

Die Botschaften, die die auserwählten Banker bei der Konferenz zu hören bekamen, klangen dramatisch. „Seit 2009 verdient die organisierte Kriminalität mehr Geld mit Cybercrime als mit Drogen“, sagte Arne Schönbohm, der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). „Und Sie alle sind potenzielle Opfer.“

Weltweit gebe es mittlerweile 600 Millionen Schadprogramme, sagte Schönbohm. Und die Angriffe würden immer professioneller. Doch viele Unternehmen schützen sich aus Sicht des BSI-Präsidenten nicht ausreichend gegen Cyberattacken. Erfolgreiche Angriffe würden Konzerne im Schnitt erst nach 243 Tagen bemerken. „Ich weiß nicht, wie fit Sie sind in der realen Welt“, sagte Schönbohm. „Aber in 243 Tagen kann man eine Menge Sachen stehlen oder verändern.“

Banken sollten aber nicht nur auf ihre eigene Sicherheit achten, sondern auch auf die ihrer Kunden. Die Institute müssten das Thema IT-Sicherheit bei der Kreditvergabe stärker beachten, forderten Schönbohm und auch Raimund Röseler, der oberste Bankenaufseher der Bafin. Denn wenn ein Unternehmen unzureichende Sicherheitsvorkehrungen hat, steigt die Gefahr, dass es von einer Cyberattacke lahmgelegt wird und seinen Kredit nicht zurückzahlen kann. Röseler will auf das Thema künftig ein verstärktes Augenmerk legen.

Grundsätzlich bescheinigte der oberster Kontrolleur den Banken Fortschritte beim Thema IT-Sicherheit, aber zufrieden ist er noch lange nicht. Schulnote 4, lautet sein strenges Urteil. Dass es in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern noch keine großen Schäden durch Cyberangriffe gegeben habe, sei auch dem Glück geschuldet, sagte Röseler. Er ist sicher: „Irgendwann wird es mal zu einem Schaden kommen.“

Aktuell sind die meisten IT-Pannen bei deutschen Banken nicht auf ausgeklügelte Cyberangriffe zurückzuführen, sondern auf operative Mängel und mangelhafte Kontrollsysteme. Die Banken müssten hier ihre Hausaufgaben machen, forderte Röseler – sonst drohen empfindliche Sanktionen.

Die Bafin habe die Kapitalanforderungen an manche Banken wegen IT-Mängeln bereits um bis zu 50 Prozent angehoben, sagte der Bafin-Exekutivdirektor. Zudem könne die Behörde den Instituten Sonderprüfer ins Haus schicken und böse Briefe schreiben. „Das haben wir schon öfters gemacht“, erzählte Röseler. Abberufen habe die Bafin Geschäftsleiter wegen IT-Mängeln zwar noch nicht. „Aber oft ist es ja so, dass ein böser Brief dazu führt, dass ein Vorstand ausgetauscht wird. Das ist schon passiert.“

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