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Berenberg Berenberg verzahnt Vermögensverwaltung und Investmentbanking stärker

Deutschlands älteste Bank probiert in der Vermögensverwaltung ein neues Vorgehen aus. An der Spitze soll künftig nur noch eine Person stehen.
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Die Privatbank ist das älteste deutsche Geldhaus. Quelle: PR
Berenberg-Bank in Hamburg

Die Privatbank ist das älteste deutsche Geldhaus.

(Foto: PR)

FrankfurtDie Hamburger Berenberg Bank verzichtet im deutschen Wealth Management künftig auf eine Doppelspitze. Das erklärte der neue Allein-Leiter Dirk Wehmhöner in einem Interview mit Bloomberg. Um das verwaltete Vermögen zu steigern, will er unter anderem Wealth Management und Investmentbanking enger verzahnen. Von Zukäufen hält er wenig.

Wehmhöners bisherige Co-Chefin, die Anfang 2018 von der Deutschen Bank gewechselte Angela Müller-Valkyser, hatte das Unternehmen vor kurzem aus persönlichen Gründen verlassen. Vergangenes Jahr war bereits ihr Vorgänger Oliver Holtz von Bord gegangen.

„Unser Ziel ist es, im deutschen Wealth Management stärker zu wachsen als der Gesamtmarkt“, erklärte Wehmhöner. Dabei helfen könne auch eine bessere Zusammenarbeit mit den Investmentbankern im eigenen Haus. „Wenn am Ende einer Transaktion ein Cash-Event steht, dann sollten die Kollegen aus dem Wealth Management einbezogen werden.“ Verkauft beispielsweise eine Familie ihre Firma, dann legt sie die Einnahmen idealerweise gleich bei Berenberg an.

Wenig hält Wehmhöner davon, das verwaltete Vermögen durch Zukäufe zu steigern. „Wir sind immer organisch gewachsen und haben gute Erfahrungen damit gemacht“, sagte er. Bei vielen Übernahmen gebe es sowohl bei den Beratern als auch bei den Kunden eine starke Fluktuation. Wehmhöner: „Was man bekommt, sind nicht unbedingt die Perlen, sondern das, was übrig ist“. Es bestehe die Gefahr, dass Banken nach Zukäufen zu lange mit der Integration und sich selbst beschäftigt seien, statt sich um die Kunden zu kümmern.

Wie viel Geld das Wealth Management genau verwaltet, verrät Berenberg nicht. Im gesamten Unternehmen sind es 41,5 Milliarden Euro. Etwas klarer ist die Lage bei den Mitarbeitern. Insgesamt 85 Berater samt Assistenz zählt das deutsche Wealth Management. Dieselbe Größenordnung erwartet Wehmhöner auch zum Jahresende.

Als Folge von MiFID II konzentriert sich die Bank inzwischen stärker auf die reine Vermögensverwaltung, bei der der regulatorische Aufwand geringer sei als in der Vermögensberatung. Dennoch wird auch letztere weiter angeboten. „Rund 80 Prozent des Neugeschäfts findet heute in der Vermögensverwaltung statt“, erklärte Wehmhöner.

Dort muss ein Kunde mindestens eine Million Euro an liquiden Mitteln mitbringen, in der Beratung sind es drei Millionen Euro. „Diese Entscheidung haben wir getroffen, um dem erhöhten Aufwand und damit den höheren Kosten der Beratung Rechnung zu tragen.“

Neuer Leiter für Frankfurt gesucht

Trotz des Verkaufs der Mehrheit an der Schweizer Sparte, die weiterhin die Bezeichnung Berenberg im Namen führt, werden laut Wehmhöner künftig nicht zwei Berenberg-Gesellschaften in Deutschland gegeneinander antreten. „Das deutsche Wealth Management hat sich schon immer auf den heimischen Markt konzentriert, das schweizerische auf internationale Kunden. Insofern verfolgt die Schweiz auch zukünftig eine eigenständige Strategie“, erklärte er.

Berenberg war 1590 gegründet worden. Die Bank gilt als die nach der italienischen Banca Monte dei Paschi zweitälteste Bank der Welt. Das Unternehmen ist unter anderem auch im Corporate Banking sowie an den Standorten London und New York vertreten.

Um die Frankfurter Niederlassung von Berenberg, die Müller-Valkyser zusätzlich geführt hatte, wird sich Wehmhöner vorerst kommissarisch kümmern. „Ich bin dieser Tage ungefähr die Hälfte der Woche in Frankfurt“, sagte er. Allerdings wolle sich die Bank nach einem neuen Standortleiter umsehen. „Wir gehen davon aus, dass wir den Posten spätestens im zweiten Halbjahr 2019 wieder neu besetzt haben werden.“

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