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Berkshire Hathaway Warren Buffett droht ein Milliardenverlust

Schwache Börsen und die Apple-Aktie könnten Star-Investor Warren Buffett rund 20 Milliarden Dollar gekostet haben. Am Samstag präsentiert Berkshire Hathaway die Zahlen.
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Der 88-jährige Chef von Berkshire Hathaway führt das Unternehmen nun seit 54 Jahren. Quelle: Reuters
Warren Buffett

Der 88-jährige Chef von Berkshire Hathaway führt das Unternehmen nun seit 54 Jahren.

(Foto: Reuters)

New York Warren Buffett widersetzt sich gern den Regeln der Wall Street. Sein Konzern, Berkshire Hathaway, veröffentlicht die Quartalszahlen an einem Samstag. Eine Telefonkonferenz für Analysten gibt es nicht. Buffett wendet sich lieber in einem Brief an seine Aktionäre: In dem Brief schreibt er ausführlich über das vergangene Geschäftsjahr, die Lage der Wirtschaft im Allgemeinen, seine Pläne für die kommenden Jahre und gibt Tipps gibt für die Geldanlage.

Sein Brief zählt du den am meisten gelesenen Aktionärsbriefen in der amerikanischen Konzernwelt, der längst nicht nur Berkshire-Anleger interessiert. Auf diese Dinge sollten Sie achten: 

1. Der Quartalsverlust trügt

Seit dem vergangenen Jahr muss Berkshire die Aktienportfolios zu aktuellen Kursen bewerten und in den Quartalsergebnissen verbuchen, was auf eine Änderung der Bilanzierungsregeln zurückzuführen ist. Warum dem Star-Investor das missfällt, könnte am Samstag besonders deutlich werden.

Berkshire wird vermutlich einen satten Quartalsverlust präsentieren. Kai Pan, Analyst von Morgan Stanley rechnet mit einem Minus von 22,4 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Berkshire noch einen Gewinn von knapp 33 Milliarden Dollar präsentiert. Dieser Umschwung ist jedoch vor allem auf die schwachen Märkte im vierten Quartal zurückzuführen. Der breit gefasste Aktienindex S&P 500 ist von Oktober bis Dezember um 14 Prozent eingebrochen.

Das schlägt sich auch auf Berkshires 200 Milliarden Dollar schweres Aktienportfolio nieder, zu dem Werte wie JP Morgan, American Express und Coca Cola gehören. Der größte Einzelwert ist jedoch Apple, welcher gut 20 Prozent des Berkshire-Portfolios entspricht. Die Papiere des iPhone-Herstellers haben im vierten Quartal fast 40 Prozent an Wert verloren. Seitdem haben sich sowohl Apple als auch die Aktienmärkte insgesamt wieder spürbar erholt.

Neuer Ärger könnte Berkshire jedoch durch die Beteiligung an Kraft Heinz drohen. Buffett hält rund 27 Prozent an dem Lebensmittelhersteller, der am Donnerstag schwache Quartalszahlen und eine Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC meldete. Es geht um Bilanzierungsverfahren.

Die Aktie brach zum Handelsstart am Freitag um mehr als 26 Prozent ein. Auf dem Papier hätte Buffett so an einem Tag mehr als vier Milliarden Dollar verloren.

2. Operativ läuft es rund

Lässt man das volatile Aktienpaket außen vor, sollte das Buffett-Konglomerat aus Omaha jedoch solide dastehen. Zu Berkshire gehört unter anderem eine Versicherungs-, eine Energie- und eine Industriesparte. Der operative Gewinn des Konzerns soll laut Morgan Stanley im vierten Quartal um 64 Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar zugelegt haben.

Mehr als die Hälfte davon entfällt auf das Versicherungsgeschäft, das sich trotz Hurrikans und Waldbränden in den USA stark entwickelt hat. Berkshire ist mit einem Börsenwert von über 500 Milliarden Dollar einer der größten börsennotierten Konzerne Amerikas.

3. Was macht Buffett mit dem vielen Cash?

Seit Jahren hören Anleger genau hin, wenn sich der Star-Investor zu Übernahmeplänen äußert. Buffett hat reichlich Bar-Reserven, die seit fünf Quartalen bei über 100 Milliarden Dollar liegen. Doch der Berkshire-Chef ist geizig und zu den hohen Preisen, die er derzeit für Übernahmen bezahlen müsste, will er nicht zuschlagen.

Im vergangenen Jahr lockerte er die Regel, die er sich für Aktienrückkäufe gesetzt hatte und kaufte im dritten Quartal Berkshire-Papiere im Wert von fast einer Milliarde Dollar. Kai Pan von Morgan Stanley geht davon aus, dass es im vierten Quartal weitere Rückkäufe im Wert von 2,5 Milliarden Dollar gegeben hat und für dieses Jahr sogar zehn Milliarden Dollar dafür veranschlagt werden könnten.

4. Wie geht es weiter für Buffett?

Der 88-jährige Berkshire-Chef führt das Unternehmen nun schon seit 54 Jahren. Seine rechte Hand, Charlie Munger, ist gerade 95 geworden. Buffett kündete im vergangenen Jahr an, etwas kürzer zu treten und beförderte den Chef der Versicherungssparte, Ajit Jain, und den Chef des Energiegeschäfts, Greg Abel, zu stellvertretenden Verwaltungsratschefs.

Von Ruhestand will Buffett dennoch nichts hören. Investoren hoffen jedoch, dass er weitere Details zu seiner Nachfolgeregelung bekanntgeben könnte. Die ist zwar seit Jahren geregelt, doch Buffett ließ bislang immer offen, wer genau eines Tages die Führung übernehmen wird.

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