Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bernd Fislage Das Geschäft mit der Infrastruktur lockt

Der Ex-Manager der Deutschen Bank internationalisiert die einstige Wiener Skandalbank Kommunalkredit Austria. Der studierte Elektroingenieur übernimmt ein bestelltes Haus.
Update: 02.08.2018 - 17:03 Uhr Kommentieren
Der Münsterländer wird zum 1. September neuer Chef beim Finanzierer Kommunalkredit Quelle:  Pressefoto Kommunal Kredit/ Fotowagner.com
Bernd Fislage

Der Münsterländer wird zum 1. September neuer Chef beim Finanzierer Kommunalkredit

(Foto:  Pressefoto Kommunal Kredit/ Fotowagner.com)

WienDas mit Tierblut gemalte Bild des Aktionskünstlers Hermann Nitsch in seinem Übergangsbüro wird Bernd Fislage nicht vermissen. Zum 1. September zieht der ehemalige Manager der Deutschen Bank in das CEO-Büro des österreichischen Infrastruktur-Finanzierers Kommunalkredit Austria AG um, das mit moderner Kunst ausgestattet ist, die Fislages Geschmack mehr entspricht.

Bereits als er im Februar 2017 nach fast zwei Jahrzehnten bei der Deutschen Bank nach Wien wechselte, war klar, dass er dem bisherigen CEO Alois Steinbichler nachfolgen wird. Der Unternehmersohn übernimmt die einstige Krisenbank nach einer gelungenen Sanierung. „Ich bin zur Kommunalkredit gegangen, weil mich die Möglichkeit gereizt hat, ein Geschäft völlig neu aufzubauen – und dabei mit einem Team gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen“, sagte der neue CEO zu seiner Motivation.

Die Kommunalkredit Austria hat eine bewegte Vergangenheit. Sie musste 2008 von Österreich notverstaatlicht werden, um einen Zusammenbruch zu verhindern. 2015 wurde sie von einer Gruppe um den deutschen Investor Patrick Bettscheider, Gründer der Frankfurter Investmentbank Main First und ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bank, verkauft. Der am Zürichsee im Schweizer Kanton Schwyz lebende Brettschneider stach mit dem Kaufpreis von 142 Millionen Euro österreichische Bieter aus.

Fislage, ehemaliger Leiter des globalen Asset-Finance-Geschäfts der Deutschen Bank, will das Geschäft weiter ausbauen. „Aus einer starken Position aus Österreich heraus, haben wir die Kommunalkredit 2017 erfolgreich international positioniert. Dieser Trend hat sich fortgesetzt“, sagte Fislage dem Handelsblatt. „Es gibt großes Potenzial für Spezialisten für Infrastruktur wie die Kommunalkredit.“ Dafür hat der studierte Elektroingenieur ein 40-köpfiges, internationales Team zusammengestellt.

Fislage breitet auf seinen Besprechungstisch, unweit der Alten Börse von Wien, eine Grafik aus. In Dunkelgrün sind dort die Bereiche markiert, mit denen die Kommunalkredit wachsen will. Darunter sind Verkehr, Energie, Rohstoffe, Kommunikation und soziale Infrastruktur wie Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten. Der deutsche Markt gilt als der zweitgrößte in Europa für die Kofinanzierung von öffentlichen Projekten. „Wir beobachten und treiben Innovation am Markt. Wir setzen Trends“, sagt Fislage selbstbewusst. Seit 2017 hat das österreichische Geldinstitut auch einen Ableger in Frankfurt. Im vergangenen Jahr lag das Neugeschäft bei 635 Millionen, verteilt auf 26 Projekte in 13 Ländern.

Der Übergang an der Spitze der Kommunalkredit ist harmonisch. Steinbichler hinterlässt Fislage ein bestelltes Haus. Das operative Ergebnis wurde im ersten Halbjahr auf 13,8 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 4,6 Millionen) gesteigert, teilte die Kommunalkredit Austria am Donnerstag mit. Das Volumen des Neugeschäfts beläuft sich auf knapp 533 Millionen Euro. Damit erreicht die Kommunalkredit bereits in den ersten sechs Monaten 84 Prozent des Volumens des vergangenen Jahres. „Es freut mich, die Bank in diesem Zustand an meinem Nachfolger zu übergeben“, sagte Steinbichler am Donnerstag.

Ähnlich wie sein Vorgänger Steinbichler will auch Fislage langfristige Beziehungen zu seinen Kunden in Europa aufbauen und pflegen. Er legt dabei auch Disziplin beim Risikomanagement bei den Projekten in Europa wert. Der deutsche Banker lebt Internationalität auch privat. Wochentags ist Fislage in Wien und Frankfurt, aber Wochenende in Rom. Dort lebt er mit seiner italienischen Frau, eine Physikerin, und seinen beiden Kindern. Erholung findet der dreisprachige Kommunalkredit-Chef beim Sport, egal ob Tennis, Laufen, Segeln oder Skifahren. Fislage ist ein Motoriker.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Bernd Fislage - Das Geschäft mit der Infrastruktur lockt

0 Kommentare zu "Bernd Fislage: Das Geschäft mit der Infrastruktur lockt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.