Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bernd Thiemann Dieser Mann spielt bei der Neuerfindung von M.M. Warburg eine große Rolle

Der Hamburger Traditionsbank M.M. Warburg sind durch den Cum-Ex-Skandal zwei Aufsichtsräte abhanden gekommen. Ruhiger wird es erst einmal nicht.
Kommentieren
Auf den neuen Aufsichtsratschef der M. M. Warburg wartet keine leichte Aufgabe. Quelle: dpa
Bernd Thiemann

Auf den neuen Aufsichtsratschef der M. M. Warburg wartet keine leichte Aufgabe.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, Frankfurt Es kommt nicht alle Tage vor, dass die Deutsche Bankenaufsicht hochverdiente Manager aus ihren Ämtern drängt – schon gar nicht, wenn einer von ihnen denselben Namen trägt wie seine Bank.

Am Freitag ist dem traditionsreichen Hamburger Geldhaus M.M. Warburg genau das passiert. Christian Olearius, fast drei Dekaden lang Sprecher der Gesellschafter der Hamburger Privatbank, sowie Max Warburg, ein Urahn des Bankengründers, erklärten ihren Rückzug aus dem Aufsichtsrat.

Beide taten dies, weil die Bafin ihnen andernfalls die Eignung für ihre Ämter abgesprochen hätte. Beide stehen auf der Liste der Beschuldigten in einem der größten Steuerskandale der deutschen Finanzgeschichte.

Beide, so beteuerte die Bank in den vergangenen Monaten immer wieder, seien unschuldig. Die Geschäfte der M.M. Warburg seien legal gewesen. Ein bereits laufendes Verfahren gegen Geschäftspartner der Bank ließ die Zweifel daran zuletzt immer größer werden. Ihre Gesichter konnten die Manager mit dem „freiwilligen Rückzug“ am Freitag halbwegs wahren, ihre Ämter nicht.

Die müssen nun andere übernehmen. Bernd Thiemann, 76, ist der Privatbank schon lange verbunden – genauso wie Burkhard Schwenker, 61, der nun ebenfalls in den Aufsichtsrat von Warburg bestellt wurde. Beide sind seit Jahren im Aktionärssauschuss der Bank vertreten, dem Entscheidungsgremium der Bankeigentümer. Thiemann ist seit mehr als sieben Jahren in dem Gremium, Schwenker kam Ende 2015 hinzu.

Der 61-Jährige musste sich bereits als Integrationsfigur beweisen. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Burkhard Schwenker

Der 61-Jährige musste sich bereits als Integrationsfigur beweisen.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

An der Seite der Mehrheitsgesellschafter Christian Olearius und Max Warburg bestimmten Thiemann und Schwenker im Aktionärsauschuss über die große Linie von M.M. Warburg mit. Im Geschäftsbericht der Bank von 2018 heißt es, dass sich der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Aktionärsausschuss in vier Sitzungen die „initiierten Projektmaßnahmen“ der Partner besprochen und über vorgelegte zustimmungsbedürftige Geschäfte entschieden habe.

Thiemann und Schwenker waren durch ihre Rolle im Aktionärsausschuss also bisher schon in die Kontrolle der operativen Bankgeschäfte eingebunden. Claus Nolting, ein Rechtsanwalt und früherer Vorstand und Aufsichtsrat mehrerer Banken, zieht neu in das Kontrollgremium bei M.M. Warburg ein.

Zur aktuellen Diskussion über die Rolle der Bank im Steuerskandal äußerte sich keiner der drei. Thiemann startete seine Karriere im Sparkassenlager und stieg bis zum Vorstandschef der NordLB auf.

1991 verließ er die Landesbank, wechselte die Seiten und heuerte als Vorstandschef bei der genossenschaftlichen DG Bank an, bei der er sich einen Ruf als kompetenter Sanierer erwarb, Fähigkeiten, die ihm jetzt zugutekommen könnten.

Als das Geldhaus mit der GZ Bank zum heutigen Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken, der DZ Bank, fusionierte, trat Thiemann zurück, um dem Zusammenschluss nicht im Wege zu stehen. Seither saß der Banker in diversen Aufsichtsgremien, unter anderem auch bei SAP und Celanese.

Der Jurist zieht in den Aufsichtsrat von M. M. Warburg ein. Quelle: pr
Claus Nolting

Der Jurist zieht in den Aufsichtsrat von M. M. Warburg ein.

(Foto: pr)

Auch Schwenker könnte bei der Neufindung eine wichtige Rolle spielen – nicht nur, weil er M.M. Warburg bereits gut kennt. Der Manager musste sich schon einmal als Integrationsfigur beweisen – bei seinem früheren Arbeitgeber Roland Berger, bei dem er seine gesamte Karriere in der Wirtschaft verbrachte.

Schwenker führte die Unternehmensberatung von 2003 bis 2010 und dann wieder ab 2013, als die Firma vor der Zerreißprobe stand. Die Partnerschaft war damals tief zerstritten über einen möglichen Verkauf an einen der großen Wirtschaftsprüfer.

Schwenker moderierte die nach eigenen Worten „Selbstfindungsphase“, bis sich die Partner Ende des Jahres 2013 für die Eigenständigkeit entschieden. Als langjähriger CEO und späterer Aufsichtsratschef (bis 2015) spielte Schwenker für viele Mitarbeiter die entscheidende Rolle bei der Sicherung des Zusammenhalts.

Mehr: Die Hamburger Privatbank M.M. Warburg ist tief im Cum-Ex-Skandal verstrickt. Auf Druck der Bafin ziehen sich nun zwei Aufsichtsräte zurück.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Bernd Thiemann - Dieser Mann spielt bei der Neuerfindung von M.M. Warburg eine große Rolle

0 Kommentare zu "Bernd Thiemann: Dieser Mann spielt bei der Neuerfindung von M.M. Warburg eine große Rolle"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.