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Beteiligung Katar erwägt Aufstockung seines Anteils an der Deutschen Bank

Das Scheichtum gehört zu den größten Aktionären der Deutschen Bank. Nun könnte Katar seinen Einfluss noch einmal deutlich ausbauen.
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In den Kreis der Großaktionäre des Frankfurter Geldhauses kommt offenbar Bewegung. Quelle: dpa
Zentrale der Deutschen Bank

In den Kreis der Großaktionäre des Frankfurter Geldhauses kommt offenbar Bewegung.

(Foto: dpa)

Doha, FrankfurtWohl selten waren stabile Großinvestoren für die Deutsche Bank so wertvoll wie heute. Trotz der massiven Kursverluste der vergangenen Jahre hat das Scheichtum Katar bislang unverdrossen an seiner Beteiligung am Frankfurter Geldhaus festgehalten. Jetzt denkt der Petrostaat offenbar sogar über eine Aufstockung nach.

„Wir werden in Deutschland in eine große Finanzinstitution investieren. Das wurde am Rande des Doha Forums besprochen und wird in Kürze bekanntgegeben“, sagte Yousuf Mohamed al-Jaida, Vorstandschef des staatlichen Qatar Financial Center, dem Handelsblatt.

Den Namen des Unternehmens wollte Al-Jaida zwar nicht nennen, aber er bestätigte, dass es sich um ein Institut handele, an dem Katar bereits beteiligt sei. Dieser Fakt und dass Christian Sewing, der Vorstandschef der Bank, als einziger Topmanager eines deutschen Konzerns am Doha Forum teilgenommen hat, deuten klar auf die Deutsche Bank.

Bislang sind Mitglieder der Herrscherfamilie Al-Thani über zwei Holdings mit insgesamt 6,1 Prozent an der Bank beteiligt. Dazu kommen Derivatepositionen, sodass der gesamte Anteil der Al-Thanis auf über neun Prozent geschätzt wird. Zu dieser privaten Beteiligung könnte jetzt Geld des Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) kommen. 

Sewing war auf dem Doha Forum gemeinsam mit dem Finanzminister des Scheichtums, Al-Emadi, aufgetreten, der im Board der QIA mit über Beteiligungen entscheidet. Auf einer Investmentkonferenz hatte Katar im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel zehn Milliarden Euro Investitionen in die deutsche Wirtschaft zugesagt. Die Deutsche Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.

Sollte Katar seine Pläne umsetzen, käme weitere Bewegung in den Kreis der Großaktionäre des Frankfurter Geldhauses. Vor Kurzem war der US-Hedgefonds Hudson Executive mit 3,1 Prozent eingestiegen. Dagegen will sich der chinesische Mischkonzern HNA von seinem Anteil trennen. HNA hatte sich mit einer Serie an schuldenfinanzierten Übernahmen in den vergangenen Jahren finanziell übernommen und will daher unter anderem seinen Anteil an der Deutschen Bank von zuletzt 7,6 Prozent abstoßen.

Erhöhter Druck

Der Staat und die Gläubiger der hochverschuldeten HNA hatten in diesem Jahr den Druck erhöht, sich wieder auf das alte Kerngeschäft Luftfahrt und Tourismus zu konzentrieren. Nach Informationen aus Finanzkreisen spricht der chinesische Konzern bereits mit mehreren Investoren. Dazu gehören auch aktivistische Hedgefonds.

Solche „Aktivisten“ kaufen gern Minderheitsanteile an angeschlagenen Unternehmen, um anschließend durch öffentlichen Druck strategische oder personelle Änderungen herbeizuführen. Aus Aktivistensicht kann der HNA-Anteil attraktiv sein, weil man mit sehr wenig Geld einen recht großen Stimmrechtsanteil kaufen kann.

Die HNA hatte für ihre Investition in die Deutsche Bank vor knapp zwei Jahren eine spezielle Finanzstruktur („Collar“) gewählt, mithilfe derer eventuelle Kursverluste stark begrenzt wurden. Der Aktienkurs der Deutschen Bank hat sich seit dem Einstieg der Chinesen mehr als halbiert. Daher verschafft ein Teil der Finanzstruktur, der einem Aktienanteil von fast sechs Prozentpunkten entspricht, mittlerweile nur noch Zugriff auf Stimmrechte, aber nicht mehr auf die Aktien selbst. Dieser größte Teil des Collars sei für eine niedrige zweistellige Millionensumme zu haben, ist zu hören.

Nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Monate hatten zuletzt immer wieder Gerüchte über eine staatlich orchestrierte Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank die Runde gemacht. Bundesfinanzminister Olaf Scholz versetzte diesen Spekulationen allerdings einen Dämpfer. Die Deutsche Bank verursache ihm keine schlaflosen Nächte, betonte der SPD-Politiker.

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