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Betriebsrenten Verbraucherschützer zeigen Ergo an

Gerade erst hat der Ergo-Konzern seinen Bericht zur Aufklärung diverser Skandale vorgelegt, schon ereilt ihn eine neue Schreckensmeldung: Verbraucherschützer wollen Betriebsrenten der Ergo staatsanwaltlich prüfen lassen.
5 Kommentare
Neue Schreckensmeldung für den Versicherer Ergo Quelle: dpa

Neue Schreckensmeldung für den Versicherer Ergo

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat wegen der Tricksereien mit Betriebsrenten bei der Ergo-Versicherung die Staatsanwaltschaft Düsseldorf eingeschaltet. Die am Donnerstag eingereichte Strafanzeige lautet auf „Verdacht des Betruges durch Ergo-Versicherungsvermittler sowie des Betruges durch die Mitarbeiter des Ergo-Konzerns“ und liegt dem Handelsblatt vor. Hintergrund sind die Praktiken bei Betriebsrenten, die in der vergangenen Woche öffentlich wurden.

Langjährige Vertreter schilderten, wie Ergo mit Unternehmen Rahmenverträge für betriebliche Altersvorsorge abschloss, dann jedoch deren Mitarbeitern Einzelverträge zu wesentlich schlechteren Konditionen verkaufte. Auf diese Weise habe ein Vertreter statt 150 Euro Provision bis zu 1000 Euro pro Vertrag kassieren können. Ergo teilte auf Anfrage mit, die Vorwürfe würden geprüft.

„Wir befürchten, dass wir bisher nur die Spitze des Eisberges sehen“ sagt Gerd Billen, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, dem Handelsblatt. „Es geht um das Vertrauen in die private Altersvorsorge. Wenn dieses Vertrauen bricht, dann müssen Konsequenzen gezogen und Verbraucher für ihre Schäden ohne Wenn und Aber entschädigt werden.“

Ergo nahm 2010 nach eigenen Angaben mit 1,3 Millionen Betriebsrenten-Verträgen 1,1 Milliarden Euro ein. Bei Großverträgen sind niedrigere Kostensätze und Provisionen üblich. Wird diese Abmachung umgangen, so zahlt der Versicherte die Zeche. Was Ergo und die Vertreter an Mehreinnahmen verbucht, fehlt den Kunden später bei ihrer Rente.

Die Verbraucherschützer wollen nun von der Staatsanwaltschaft überprüfen lassen, wie viele Geschädigte es gibt und wie dies zu ahnden ist. „Die Versicherten, aber auch die Unternehmen, wurden hier klar getäuscht und geschädigt“, sagt Billen. „Dafür müssen die handelnden Vermittler und die Verantwortlichen bei Ergo geradestehen.“

Um der Aufklärung Schwung zu geben, haben sich die Verbraucherschützer mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund zusammengeschlossen. Er hat sich bereiterklärt, über seine Unterorganisationen alle infrage kommenden Betriebsräte in Deutschland anzuschreiben.

„Wir empfehlen den Betriebsräten, genau zu prüfen, welche Vereinbarungen zur betrieblichen Altersvorsorge bei ihnen existieren“, sagt Martina Perreng, Rechtsexpertin des DGB: „Und wir raten zur Prüfung, ob die tatsächlich geschlossenen Verträge den Vereinbarungen auch entsprechen. Das gilt natürlich nicht nur für Ergo.“

  • Sönke Iwersen
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5 Kommentare zu "Betriebsrenten: Verbraucherschützer zeigen Ergo an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Gesetzgeber und die sogenannten Auftragskonntroler lassen all diese Dinge so laufen wie sie sind. Der ERGO
    (unabhängig vom Skandal, der zu verurteilelen ist)versucht zu mindest einen neuuen Weg in der Versicherungsbranche zu
    gehen. Will nur hoffen, dass die Kompetenz verbunden mit
    Ehrlichkeit sich durchsetzt. Zur Zeit sieht dies nicht so aus. (Eigene Erfahrung)!!

  • Der selbsternannte Verbraucherschützer Billen, Aigner und Co haben eines gemeinsam: Sie wollen in die Zeitung und ins Fernsehen. Daher wäre es für diese auf Staatskosten lebende und ohne selbst Verantwortung zu übernehmen sehr ungewöhnlich, sich direkt mit einem "Betroffenen" ohne Kamera zusammenzusetzten.
    Unabhängig davon wäre es sinnvoll, die Ergo zu zerschlagen und die wenigen seriösen Einheiten an die Börse zu bringen

  • Die Verbraucherschützer müssten die Banken ebenfalls anzeigen – denn dort wird schließlich das gleiche Geschäftsmodell umgesetzt. Provisionen, möglichst versteckt. Unter www.fonds-etf.de findet sich ein Vergleichsrechner der aufzeigt wie Banken mit diesen Fonds hohe Provisionen erzielen, meist ohne das es die Anleger bemerken. Verbraucherfreundlich wäre zum Beispiel das Ausweisen und gesonderte Unterschreiben von den fälligwerdenden Provisionen in % und €. Das würde dann so manchem Anleger die Augen öffnen und vergleichen lassen. Mit klassischen Fonds von Deka, Union Investment, DWS usw. wird weiter, auch von AWD, richtig abkassiert.

  • Die private Rente ob Betriebsrente, Rentenversicherung oder Kapitalbldende Lebensversicherung, ist die schlechteste Geldanlage, die ich tätigen kann. Schwachsinn soetwas heute noch abzuschließen. Jahrelang zahlen um auf 0 (Null) zu kommen. Die Versicherungsvertreter sind die Märchenerzähler der Nation. Sie wollen nur das Beste vom Kunden, sein GELD, am besten ohne Gegenleistung. Wie heißt es so schön: die Versicherung versichert einen Brikett 10 Meter unter Wasser gegen Feuer. Na, danke.

  • Ich finde, der Bundesverband der Verbraucherzentrale sollte nicht nur die Staatsanwaltschaft und den DGB mit ins Boot holen sondern sehr wichtig: die Ergo selbst.

    Der Ergo ist es am allerwichtigsten, dass in diesem Fall wieder Ordnung herrscht.

    Was wären Konsequenzen?
    Ein neues Regelwerk hilft nur soetwas in Zukunft zu verhindern.

    Die Verträge umzuändern ist da das Mindeste.
    Das die jeweiligen Vertreten die Provision zurückzahlen müssen ist selbstverständlich und könnte helfen.

    Am besten aber der Ergo es "indirekt" überlassen und gucken, was Ergo macht.

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