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Bezahldienst Kleine Banken geben Paydirekt-Anteile ab

Der deutsche Paypal-Konkurrent Paydirekt verliert an Zuspruch: Mehrere Institute haben ihre Beteiligung gekündigt.
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Die deutschen Verbraucher zahlen ihre Onlineeinkäufe am liebsten per Rechnung. Zahlungen per Lastschrift und per Paypal kamen zuletzt auf einen Anteil von etwa 20 Prozent beim Onlineshopping. Quelle: dpa
Bezahldienst Paydirekt

Die deutschen Verbraucher zahlen ihre Onlineeinkäufe am liebsten per Rechnung. Zahlungen per Lastschrift und per Paypal kamen zuletzt auf einen Anteil von etwa 20 Prozent beim Onlineshopping.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie kleineren privaten Banken, die sogenannten Poolbanken, wollen ihre Beteiligung am gemeinsamen Bezahldienst der deutschen Kreditwirtschaft, Paydirekt, loswerden und haben das bereits in die Wege geleitet. „Die Kündigung der Anteile durch uns und die weiteren Poolbanken ist erfolgt und gilt zum 31. Dezember 2019“, teilte die Onlinebank ING auf Anfrage mit.

ING zählt neben Häusern wie der Consorsbank, der HypoVereinsbank, MLP, Santander und der Targobank zu den Poolbanken. Die rund zehn Poolbanken sind gemeinsam mit Deutscher Bank und Commerzbank an Paydirekt beteiligt. Weitere Eigner sind zu je einem Drittel die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken.

Man sei weiterhin offen für Gespräche „bezüglich des Verkaufs der Anteile an einen oder mehrere Gesellschafter“, hieß es weiter. Nach Handelsblatt-Informationen haben die kleineren privaten Banken zuletzt mit der Deutschen Bank und der Commerzbank darüber verhandelt, ob diese die Anteile der Poolbanken übernehmen. Die beiden Banken wollten sich dazu nicht äußern.

Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen versuchen seit mehr als drei Jahren, mit einem eigenen Online-Bezahlverfahren dem US-Konkurrenten Paypal Paroli zu bieten. Doch Paydirekt kommt nur schleppend voran. Der Bezahldienst hat zwar 10.000 Onlinehändler angebunden und 2,3 Millionen Privatkunden haben sich registriert. Doch geringe Transaktionen und Kosten für die Anbindung von Paydirekt sorgen bei vielen Geldhäusern für Unmut.

Paypal nennt zwar ebenfalls keine Transaktionsdaten, ist aber mit fast 21 Millionen Nutzern Paydirekt weit voraus. Außerdem ist Paypal schon sehr viel länger etabliert.

Die deutschen Verbraucher zahlen ihre Onlineeinkäufe am liebsten per Rechnung. Zahlungen per Lastschrift und per Paypal kamen zuletzt auf einen Anteil von je etwa 20 Prozent beim Onlineshopping.

Hinzu kommt, dass eigentlich eine weitere Finanzierungsrunde für Paydirekt ansteht. Solange sie auch Eigentümer sind, müssten sich die Poolbanken daran auch beteiligen. Im September hatte die DZ Bank angekündigt, dass die Investitionen von ihrer Seite fortgesetzt würden. Das genossenschaftliche Spitzeninstitut ist für die Volks- und Raiffeisenbanken an Paydirekt beteiligt. Die DZ Bank zeigte sich weiterhin bereit für Finanzierungen. Andere Beteiligte äußerten sich dazu nicht. Paydirekt teilte mit, dass auch Sparkassen und private Banken weiter investieren würden.

Schnellere Entscheidung

Der ING zufolge tragen die Poolbanken mit ihrem Schritt zur Vereinfachung der Governance-Struktur bei. Sie werde zukünftig schnellere Entscheidungen ermöglichen. Die Entscheidungsfindung bei Paydirekt gilt als schwierig, weil es so viele Eigentümer gibt.

Derzeit überlegen Poolbanken, wie sie ihren Kunden Paydirekt auch über 2019 hinaus zur Verfügung stellen können. „Wir sind sehr daran interessiert, eine Lösung zu finden, um unseren Kunden auch zukünftig Paydirekt anzubieten“, so ING. Dafür prüfe man gemeinsam mit anderen Poolbanken verschiedene Möglichkeiten. „Wir gehen davon aus, dass die Banken, die heute Paydirekt anbieten, dies auch in Zukunft tun möchten“, so Paydirekt.

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