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Bezahldienst Sparkassen führen Apple Pay vorerst ohne Unterstützung der Girocard ein

Sparkassen-Kunden können noch in diesem Jahr mit Apple Pay zahlen. Auch zu den Folgen der EU-Regulierung PSD2 gibt es Neuigkeiten.
Update: 26.06.2019 - 12:34 Uhr Kommentieren
Ab wann genau die Kunden der 384 öffentlich-rechtlichen Institute Apple Pay nutzen können, sagte Bailey nicht. Der Dienst werde „später in diesem Jahr“ starten. Quelle: Reuters
Apple Pay

Ab wann genau die Kunden der 384 öffentlich-rechtlichen Institute Apple Pay nutzen können, sagte Bailey nicht. Der Dienst werde „später in diesem Jahr“ starten.

(Foto: Reuters)

Frankfurt, Berlin Der Bezahldienst Apple Pay wird noch in diesem Jahr bei den Sparkassen in Deutschland starten – aber zunächst ohne die Unterstützung der populären Girocard. Das sagte die zuständige Apple-Managerin Jennifer Bailey am Mittwoch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Gleichzeitig bestätigte die Sparkassen-Finanzgruppe über Twitter und auf Facebook den Start: „Die Sparkassen werden Apple Pay noch in diesem Jahr in Deutschland einführen und den Kunden diese einfache, sichere und vertrauliche Zahlungsweise anbieten.“ Auf der Apple-Homepage waren die Sparkassen allerdings noch nicht aufgeführt.

Auch Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken können bald auf den Bezahldienst zurückgreifen. Der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) kündigte dies am Mittwoch ebenfalls via Twitter an.

Ab wann genau die Kunden der 384 öffentlich-rechtlichen Sparkassen-Institute Apple Pay nutzen können, sagte Bailey nicht. Der Dienst werde „später in diesem Jahr“ starten. Zum Auftakt können die Sparkassen-Kunden nur Kredit- oder Debitkarten hinterlegen, später solle aber auch die Girocard folgen.

„Wir befürworten eine Integration der Girocard, dazu muss aber noch Arbeit erledigt werden, auch beim Konsortium der Girocard“, betonte Bailey. Apple habe bereits in anderen Ländern bewiesen, dass man nationale Kartensysteme unterstütze. In Deutschland sei Apple Pay für rund 80 Prozent der im Umlauf befindlichen Kreditkarten verfügbar.

Zu den kooperierenden Banken zählen bisher unter anderem die Deutsche Bank, N26, HypoVereinsbank, Santander, Comdirect und DKB. Sparkassen und Genossenschaftsbanken bieten seit dem vergangenen Jahr eigene Bezahl-Apps an. Apple Pay steht außerdem mit den Bezahlsystemen von Google, Samsung und Paypal im Wettbewerb.

Auf Nachfrage des Handelsblatts äußerte sich die Managerin auch zu den Folgen der EU-Richtlinie PSD2 für die Nutzung von Apple Pay. Ab Mitte September sollen die neuen Regeln für mehr Sicherheit im Zahlungsverkehr und beim Zugriff auf das Bankkonto sorgen, machen manche Abläufe aber auch komplizierter.

Zusätzliche Sicherheit

Wenn Kunden künftig online etwas bezahlen, müssen sie neben ihrem Passwort häufig auch einen sogenannten zweiten Faktor angeben – zum Beispiel in Form eines zusätzlichen Sicherheitscodes oder indem sie ihre Identität per Fingerabdruck auf dem Smartphone bestätigen. Dies wird als starke Kundenauthentifizierung (SCA) bezeichnet.

„Apple Pay ist mit dieser Vorgabe absolut kompatibel, da wir in allen Anwendungsfällen zwei Faktoren abfragen“, sagte Bailey dem Handelsblatt. So sei die Kreditkarte der Nutzer über einen sogenannten Token mit den Geräten – iPhone, iPad oder MacBook – verbunden, so dass der Faktor „Besitz“ erfüllt sei.

Der zweite Faktor werde dann durch Einscannen des Fingerabdrucks oder die Gesichtserkennung abgedeckt. Das funktioniere nicht nur, wenn die Kunden mit Apple Pay an der Ladenkasse oder in Apps bezahlen. „Wählen sie über eine Website Apple Pay als Bezahlmethode aus, erhalten sie eine Nachricht auf ihr iPhone und müssen die Zahlung dort per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung freigeben“, erklärt die Managerin.

Auch beim Bezahlen per Apple Watch wird es nach Aussage von Bailey künftig keine Einschränkungen geben. Wer diese sogenannte Smartwatch nutzt, muss sie nach dem Anlegen mit einer PIN aktivieren. Dies gilt laut Bailey als erster Faktor.

Zudem prüfe die Uhr permanent über den Puls, ob sie noch getragen wird – sogenannte Handgelenkserkennung. Beim Ablegen schaltet sie sich aus und es sind auch keine Zahlungen mehr möglich. Diese Funktion sei von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) als zweiter Faktor zugelassen. Auch Betragslimits gebe es nicht.

Unter Zahlungsmarktexperten war zwischenzeitlich diskutiert worden, ob die Apple Watch trotz starker Kundenauthentifizierung künftig noch funktionieren wird. Nach strenger Auslegung der EU-Regeln müssten Kunden eigentlich für jede Zahlung einen neuen zweiten Faktor generieren. Manche Juristen vertraten daher die Ansicht, dass Zahlungen per Apple Watch künftig bestenfalls bis zu einer Ausnahmegrenze von 50 Euro möglich sein würden.

Apple Pay war Ende 2018 in Deutschland an den Start gegangen. Benutzer können im Laden mit dem Service wie mit einer Kreditkarte bezahlen. Dazu aktivieren sie am iPhone oder der Apple Watch die Bezahlfunktion und halten das Gerät dann ans Terminal. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen unterstützen, was mittlerweile in fast allen Supermärkten in Deutschland der Fall ist. Auch in einzelnen Online-Shops ist Apple Pay schon verfügbar.

Zur Zahl der Nutzer und Höhe der Transaktionen äußerte sich Bailey nicht näher, sondern sprach nur von einem „fantastischen Wachstum“ und einem „sehr großen Momentum“.

mit dpa

Mehr: Endlich wagen deutsche Banken den Versuch, der Macht von Apple & Co. etwas entgegenzusetzen. Ein Scheitern des Plans ist dennoch nicht ausgeschlossen.

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