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Bezahldienstleister Alexander von Knoop – der Aufklärer bei Wirecard

Wirecards Finanzchef muss einen angeblichen Betrugsskandal untersuchen. Die Abläufe in dem Dax-Konzern kennt er bestens.
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Er ist seit 2005 bei Wirecard. Quelle: picture alliance/dpa
Alexander von Knoop

Er ist seit 2005 bei Wirecard.

(Foto: picture alliance/dpa)

MünchenDie Rollen sind bei den raren öffentlichen Auftritten des Wirecard-Managements stets klar verteilt. Vorstandschef und Gründer Markus Braun spricht über Technik und Visionen, Finanzvorstand Alexander von Knoop assistiert mit den Details zu den Zahlen. So auch beim jüngsten gemeinsamen Auftritt, bei einem 45-Minuten-Call mit Analysten, Investoren und Journalisten am Montag vor einer Woche, in dem es um die Vorwürfe von gefälschten Konten und Betrug ging.

Seit die „Financial Times“ seit Ende Januar in drei Artikeln über angebliche Scheingeschäfte in der Wirecard-Dependance in Singapur berichtet hat, stehen die internen Abläufe des rasant wachsenden Zahlungsdienstleisters aus dem Münchener Vorort Aschheim im Blickfeld der Öffentlichkeit – und damit auch Alexander von Knoop.

Der stets top gekleidete 46-Jährige mit den streng zurückgekämmten Haaren gilt als genauso scheu wie Vorstandschef Braun. Erst Anfang 2018 übernahm er das Finanzressort, nachdem sich sein Vorgänger Burkhard Ley nach zwölf Jahren in den Ruhestand verabschiedet hatte. Seither ist von Knoop der Herr der Zahlen in dem mit vier Personen ohnehin sehr dünn besetzten Vorstandsgremium – und der einzige Deutsche neben drei Österreichern.

Eigentlich wäre der Konzernabschluss in diesen Wochen die Hauptaufgabe eines Finanzvorstands. Von Knoop ist nun zusätzlich auch als Aufpasser und Aufräumer gefordert. Die Compliance-Abteilung berichtet an ihn.

Diese und auch der Bereich Corporate Governance hatten im vergangenen Jahr die Vorwürfe um angeblich gefälschte und zurückdatierte Verträge in den Jahren 2015 bis 2018 bereits untersucht und kein Vergehen dabei festgestellt. Wirecard zog auch die renommierte Wirtschaftskanzlei Rajah & Tann aus Singapur hinzu, die nach bisherigem Stand nichts Gegenteiliges gefunden hat.

Von Knoop kauft selbst Aktien

Von Knoop weiß aus eigener Erfahrung am besten, um was es dabei geht. Seine ersten neun Jahre bei Wirecard ab 2005 arbeitete er als interner Revisor. Zu einer Zeit also, als das Unternehmen bereits mehrmals der Bilanzmanipulation und Kontenfälschung verdächtigt wurde. Stets wehrte Wirecard die Vorwürfe ab, niemals klagte eine Staatsanwaltschaft Verantwortliche des heutigen Dax-Konzerns an.

Das setzte sich auch fort, als von Knoop 2014 Vorstandschef der Tochter Wirecard Bank wurde. Völlig ungewöhnlich aus damaliger Sicht hatte das Technologie-Start-up schon 2006 eine Banklizenz erworben. Heute stellt diese neben der technischen Weiterentwicklung der Produkte den wesentlichen Kern des Unternehmens dar.

Können so doch die vielen Tausend Zahlungstransaktionen jeden Tag über die eigene Bank abgewickelt werden. Und von Knoop kennt die Abläufe in der Bank als ihr ehemaliger Chef bestens. Der Finanzchef verfügt so nicht nur über das Wissen aus 14 Jahren im Unternehmen, er kennt auch die wesentlichen Schnittstellen im Detail, auf die es jetzt bei der Aufarbeitung der Vorwürfe in den kommenden Wochen ankommen wird.

„Der Report der Kanzlei aus Singapur sollte dazu beitragen, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen“, sagt Marius Fuhrberg, Analyst bei Warburg Research in Hamburg. Bis der Bericht fertig ist, kann es allerdings noch bis zu sechs Wochen dauern, heißt es bei Wirecard.

Bis dahin könnte die Aktie weiter so heiß laufen wie in den vergangenen Tagen, in denen sie meist zu den größten Gewinnern oder Verlierern im Dax gehörte. Am Montag wurden von Wirecard Transaktionen in mehr als der doppelten Höhe der deutlich größeren Konzerne Volkswagen und Siemens gehandelt.

Von Knoop war daran auch beteiligt, wenn auch privat und nur im geringen Maße: Er deckte sich in der vergangenen Woche mit Aktien im Wert von 111.685,85 Euro ein. Gewöhnlich zeigen Chefs mit solchen Aktionen ihr Vertrauen in ihr Unternehmen. Alexander von Knoop wird in den kommenden Wochen aber noch mehr tun müssen, um das Vertrauen von Investoren zurückzugewinnen.

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