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Bezahlen mit dem Smartphone (Symbolbild)

Die Sparkassen in Deutschland haben ein positives Zwischenfazit ihrer App „Mobiles Bezahlen“ gezogen.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Bezahlen mit dem Smartphone Sparkassen hängen Volksbanken mit mobiler Bezahl-App ab

Sparkassen-Verband verkauft die ersten Nutzerzahlen seiner Bezahl-App als Erfolg. Bei Projekten wie Yomo und Paydirekt läuft es weiter schleppend.
Update: 22.11.2018 - 18:03 Uhr Kommentieren

Frankfurt Die Sparkassen in Deutschland haben ein positives Zwischenfazit zu ihrer Smartphone-App „Mobiles Bezahlen“ gezogen. Seit dem Marktstart Ende Juli registrierte ihr Dachverband (DSGV) 308.000 Downloads. Das teilte die Sparkassen-Finanzgruppe am Donnerstag in Frankfurt mit.

Im Vergleich zu den Volks- und Raiffeisenbanken liegen die Sparkassen damit deutlich vorn. Deren Bundesverband BVR hat seit Mitte August rund 34.300 Downloads seiner App „Digitale Karten“ gezählt.

Noch aussagekräftiger als die bloßen Downloads ist eine andere Zahl aus DSGV-Veröffentlichung: In den ersten 100 Tagen haben Kunden 186.000 Bankkarten über die App registriert. So viele Kunden können die heruntergeladene App also tatsächlich zum Bezahlen nutzen. Einige tun das offenbar auch: Die Sparkassen haben bisher 541.000 mobile Zahlungen verbucht.

Der Trend zum Bezahlen per Smartphone wird von den großen Tech-Konzernen getrieben. Seit diesem Sommer ist Googles Bezahl-App Google Pay in Deutschland verfügbar, auch das Pendant von Apple, Apple Pay, steht kurz vor dem Start. Die traditionellen Banken müssen sich beeilen, damit sie im umkämpften Zahlungsverkehr nicht von den jungen Anbietern überrollt werden.

Beim DSGV sollen bis Ende 2018 „nahezu 100 Prozent“ der Sparkassen ihren Kunden die App anbieten, kündigte die Finanzgruppe am Rande einer Sparkassen-Messe in Frankfurt an. Bislang seien es 353, also rund 90 Prozent. „Wir waren gut, wir waren schnell, wir haben es ohne große Kinderkrankheiten hinbekommen“, bilanzierte Michael Stollarz, Geschäftsführer des Deutschen Sparkassenverlags. Bei den Volks- und Raiffeisenbanken macht jedes zweite der gut 900 Institute mit.

Innovationen beim „Symbioticon“

Auch in anderen Geschäftsbereichen wollen die Sparkassen den digitalen Wandel vorantreiben. Eine Milliarde Euro wollen sie in den kommenden Jahren in Digitalisierung investieren. 300 Millionen Euro fließen beispielsweise in Softwareentwicklung, 15 Millionen in künstliche Intelligenz und „Machine Learning“. Allerdings muss die Gruppe weiter ein Drittel des Geldes für Regulatorik ausgeben.

Das Geld, das in Innovation fließt, nutzen die Sparkassen zum Beispiel für das „Voice Banking“. Schon bald können Kunden Kleinstbeträge von bis zu 30 Euro per Sprachbefehl über Googles Sprachassistent überweisen. Als erste Bankengruppe wollen die Sparkassen zudem ein App-Angebot für Minderjährige schaffen.

Wie der Innovation Hub der Sparkassen forscht und versucht, neue Ideen zu entwickeln, war am Donnerstag beim Hackathon der Messe „Symbioticon“ live zu beobachten. Nach zwei Tagen Vorbereitung stellten die Teilnehmer in dreiminütigen Pitches ihre Visionen vor, zum Beispiel für eine bessere Organisation der eigenen Finanzen oder einen schnellen Kredit, wenn im Urlaub einmal das Geld ausgeht.

Das eigene Auto als Zahlungsmittel? Auch darüber denken Stollarz und seine Kollegen nach. Man könnte dann aus dem Auto heraus die Waschanlage oder die Tankfüllung bezahlen.

Verzögerungen bei „Yomo“ und Paydirekt

Nach einiger Verzögerung wurde für Dezember nun auch der Start des Smartphone-Kontos „Yomo“ angekündigt. Damit wollen mehrere Sparkassen der jungen Smartphone-Bank N26 Konkurrenz machen. N26 hat sich auf die Kontoführung per Handy spezialisiert. Den „Yomo“-Auftakt bestreiten jedoch nur neun Sparkassen. Der Verband betont, Schnelligkeit sei nicht das Ziel, vielmehr müsste das Produkt sicher sein. Im ersten Quartal 2019 ziehe dann die breite Masse nach.

Den Durchbruch nicht geschafft hat Paydirekt. Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen versuchen seit mehr als drei Jahren, mit einem eigenen Online-Bezahlverfahren dem US-Konkurrenten Paypal Paroli zu bieten. Mit dem „Tatort“-Schauspieler Axel Prahl als Testimonial haben die an Paydirekt beteiligten Banken nun vor wenigen Tagen eine große Werbekampagne gestartet, um mehr Kunden zu gewinnen.

Bislang wird das Online-Bezahlverfahren schlecht angenommen. Ende Oktober hatte ein Branchen-Newsletter berichtet, lediglich 40.000 Transaktionen würden monatlich über Paydirekt abgewickelt. Der Anbieter veröffentlicht dazu keine Zahlen, der DSGV wollte die Meldung am Donnerstag erneut nicht kommentieren.

An Rückzug denkt aber offenbar niemand. DSGV-Vorstandsmitglied Joachim Schmalzl bezeichnete seine Haus als „einen der Haupttreiber“ bei der Weiterentwicklung von Paydirekt. Wenn es nötig sei, werde man sich an einer weiteren Finanzierungsrunde beteiligen, sagte Schmalzl.

Auch die App „Mobiles Bezahlen“ bleibt ausbaufähig. Bislang läuft sie – wie auch der Bezahldienst Google Pay– nur auf Android-Betriebssystemen. Und unklar ist weiter, ob und wann sich der DSGV am Bezahlsystem Apple Pay beteiligen will. Auf eine Nachfrage reagierte DSGV-Vorstand Schmalzl ausweichend. Man sei grundsätzlich nicht abgeneigt, sagte er.

Der Hauptgrund für die Zurückhaltung vieler Geldhäuser, nicht nur der Sparkassen: Apple gibt die NFC-Schnittstelle in seinem eigenen Bezahlverfahren nicht für Kunden deutscher Banken frei. Genau das fordern die Sparkassen. NFC ist die eine wichtige Technologie für das Bezahlen per Smartphone. Sie ist in den Kassenterminals von Geschäften integriert und überträgt Daten per Funk. Der Start von Apple Pay in Deutschland steht Berichten zufolge unmittelbar bevor.

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