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Bezahlsysteme Facebook bastelt an einer Kryptowährung für den Onlinehandel

Nutzer des sozialen Netzwerks sollen mit einer „Facebook-Währung“ bei Onlineshops bezahlen können. Die traditionellen Spieler im Zahlungsverkehr dürfte das aufrütteln.
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Das soziale Netzwerk Facebook denkt über den Aufbau einer eigenen Kryptowährung nach und sucht deshalb nach Partnern. Quelle: Bloomberg
Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Das soziale Netzwerk Facebook denkt über den Aufbau einer eigenen Kryptowährung nach und sucht deshalb nach Partnern.

(Foto: Bloomberg)

FrankfurtDas soziale Netzwerk Facebook arbeitet an einer eigenen Kryptowährung und könnte damit den traditionellen Zahlungsverkehr gehörig durcheinanderwirbeln. So will Facebook seinen Nutzern eine eigene virtuelle Währung anbieten und ist deshalb bereits auf etliche Finanzunternehmen sowie Onlineshops zugegangen, berichtet die US-Finanzzeitung „Wall Street Journal“ (WJS).

Die Idee: Facebook-Nutzer bezahlen ihre Onlineeinkäufe mit der Facebook-Währung und können sich gegenseitig Geld überweisen. Insidern zufolge spricht der Tech-Konzern deshalb mit Anbietern von Smartphone-Apps sowie Onlineshops darüber, dass diese die „Facebook-Münze“ akzeptieren. Facebook wollte sich dazu nicht äußern. Ein Sprecher verwies darauf, dass das Unternehmen viele verschiedene neue Funktionen prüfe.

Sollte das Projekt, das intern „Libra“ genannt wird, umgesetzt werden, müssten sich die etablierten Anbieter im Zahlungsverkehr mit einem neuen, starken Wettbewerber auseinandersetzen. Schließlich zählt Facebook täglich 1,5 Milliarden Nutzer, so das WSJ. Zum Konzern gehören auch der Mitteilungsdienst WhatsApp und das Fotonetzwerk Instagram. Die Facebook-Variante zum Bezahlen per Kryptowährung dürfte den Händlern deutlich niedrigere Gebühren abverlangen als die traditionellen Anbieter.

Bisher werden in den USA die meisten Zahlungen über die Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa abgewickelt. Auch der Onlinebezahldienst Paypal spielt eine große Rolle. In Deutschland nutzen viele Verbraucher zudem die Lastschrift. Weltweit wächst der E-Commerce rasant. Sollte sich eine Kryptowährung etablieren, würden Händler unabhängiger von diesen dominanten Spielern im Zahlungsverkehr.

Vor einigen Wochen war bereits bekannt geworden, dass Facebook nach Geldgebern für eine Kryptowährung sucht und insgesamt eine Milliarde Dollar einsammeln will, auch um die Facebook-Münze an eine reale Währung zu binden. Unter anderem habe der Konzern deshalb mit Mastercard und Visa gesprochen, heißt es in dem WSJ-Bericht – ein Zeichen dafür, dass Facebook die virtuelle Währung keineswegs allein und auch nicht als Gegner der etablierten Spieler aufbauen will. Seit Längerem schon arbeitet das Unternehmen daran, dass WhatsApp-Nutzer sich über eine virtuelle Währung gegenseitig Geld schicken können.

Für das soziale Netzwerk geht es darum, eine noch größere Rolle im Leben seiner Nutzer zu spielen. Facebook ringt derzeit mit einer Serie von Datenschutz- und Sicherheitsskandalen, worunter die Glaubwürdigkeit des Konzerns und seines Chefs Mark Zuckerberg gelitten hat. Es hagelt daher Kritik sowohl von Nutzern als auch von Aktionären und Aufsichtsbehörden.

Facebook versucht schon seit Längerem, in den Markt des Zahlungsverkehrs vorzudringen. Bislang ohne echten Erfolg – im Gegensatz zu anderen großen Tech-Konzernen. Der Onlinehändler Amazon wartet mit etlichen Bezahldienstleistungen auf, er hat unter anderem ein eigenes Bezahlsystem auf seiner Plattform, Amazon Pay, und vergibt zumindest in den USA Kredite an Händler. Der iPhone-Hersteller Apple kann Kunden durch sein Bezahlverfahren Apple Pay an sich binden. Apple Pay ist Ende 2018 auch in Deutschland gestartet.

Mit dem Plan für eine eigene Kryptowährung sieht sich Facebook dabei großen Hürden gegenüber. So hat der derzeit ohnehin umstrittene Konzern auf diesem Gebiet bisher keine Expertise. Zudem sind Kryptowährungen angesichts fehlender Regulierung zuletzt teils sogar in Verruf geraten. Der Kurs der wichtigsten Kryptowährung, Bitcoin, ist im vergangenen Jahr abgestürzt, einige ambitionierte Projekte aus der Szene kamen nicht voran.

Als eine Option für Facebook gilt daher, die eigene Kryptowährung als eine „stable coin“, also als eine „stabile Münze“, aufzubauen. Dabei wäre die Facebook-Münze an eine reale Währung, zum Beispiel den Dollar, gekoppelt.

Punkten könnte Facebook auch mit der bequemen Handhabung für Nutzer. Denn das Bezahlen mit der Facebook-Währung soll ähnlich einfach wie der Facebook-Log-in funktionieren. Dabei können Nutzer über ihren Facebook-Log-in direkt auch viele andere Internetseiten freischalten – ohne jeweils ihre Benutzerdaten eingeben zu müssen.

Die Daten, mit denen man sich beim Facebook-Log-in identifiziert, könnten auch als Freigabe für Zahlungen verwendet werden. Diskutiert wird laut Insidern zudem darüber, ob Nutzer Facebook-Münzen erhalten, wenn sie Anzeigen anschauen oder auf die Internetseiten von Onlineshops klicken.

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