BHF Kleinwort Benson Oddo & Cie bei Übernahme fast am Ziel

Nur Monate nach der Fusion wird die BHF Kleinwort Benson offenbar wieder zerschlagen. Die französische Privatbank Oddo will nur den BHF-Teil des Konzerns übernehmen. Für den Rest interessiert sich ein Konkurrent.
Der Ex-Dresdner-Banker Leonhard Fischer formte die BHF Kleinwort Benson Group aus der BHF Bank und der britischen Kleinwort Benson. Nun wird der Konzern wieder zerschlagen.
Traditionsbank

Der Ex-Dresdner-Banker Leonhard Fischer formte die BHF Kleinwort Benson Group aus der BHF Bank und der britischen Kleinwort Benson. Nun wird der Konzern wieder zerschlagen.

FrankfurtDie französische Privatbank Oddo ist bei der Übernahme von BHF Kleinwort Benson auf der Zielgeraden. Mit der Zustimmung des deutschen Einlagensicherungsfonds sei die letzte Auflage der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Übernahme erfüllt, teilte Oddo am Donnerstag mit. Die Franzosen haben nun 42,6 Prozent an der belgischen Muttergesellschaft der Frankfurter BHF-Bank sicher.

Die Fondsgesellschaft Franklin Templeton habe ihren Anteil von 17,5 Prozent umgehend an Oddo verkauft. Auch der deutsche Milliardär Stefan Quandt hat dem französischen Bieter zugesagt, seine BHF-Beteiligung von 11,3 Prozent abzugeben. Oddo sei daher „zuversichtlich“, am Ende auf mindestens 53,9 Prozent an BHF Kleinwort Benson zu kommen, hieß es in der Mitteilung.

Die Bankenaufsicht hatte auch eine Kapitalerhöhung um 100 Millionen Euro verlangt, damit Oddo die 600 Millionen Euro schwere Übernahme stemmen kann. Das Geld hatte Oddo – unter anderem mit Hilfe der L’Oreal-Großaktionärsfamilie Bettencourt-Meyers – zum Jahreswechsel aufgebracht. Das Pariser Institut hatte mit einem Gebot von 5,75 Euro je Aktie den ungeliebten chinesischen BHF-Aktionär Fosun übertrumpft und die übrigen Großaktionäre auf seine Seite gezogen.

Diese Banken liegen fest in Familienhand
Stefan Quandt und die BHF Bank
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Ursprünglich war die in Frankfurt ansässige BHF Bank einmal im Besitz der Deutschen Bank. Die verkaufte sie jedoch im Frühjahr 2014 für gut 350 Millionen Euro (inklusive Aktien) an eine ganz besondere Käufergruppe: Federführend war die Beteiligungsgesellschaft RHJ International unter Vorsitz des Ex-Dresdner-Banker Leonhard „Lenny“ Fischer, doch auch der chinesische Mischkonzern Fosun – und BWM-Großaktionär Stefan Quandt, der jetzt 11,3 Prozent an der Bank hält. Zuletzt machte Quandt von sich reden, als er ein neues, umfassendes Übernahmeangebot von Fosun ablehnte.

Dr. Oetker und Lampe
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Auch die Familie Oetker kann eine Bank ihr eigene nennen. 1852 in Minden gegründet, ist das Bankhaus Lampe heute ein Tochterunternehmen der Dr. August Oetker KG. Die Oetkers kauften sich nach dem Zweiten Weltkrieg in die Privatbank ein. Zum Angebot heute gehören neben der Vermögensverwaltung für Privatkunden auch Finanzierungs- und Beratungsleistungen für mittelständische Firmenkunden sowie das Investmentgeschäft samt Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden.

Südwestbank
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Die Kapitalspritze für die Südwestbank ist gut anderthalb Jahre her: Damals haben die Hexal-Gründer Andreas und Thomas Strüngmann mehr als 350 Millionen Euro in die Stuttgarter Privatbank gepumpt, die komplett ihnen gehört. Die Südwestbank unterhält 28 Filialen in Baden-Württemberg. Die Kapitalspritze erlaube die Ausweitung des Kreditgeschäfts. Auf dem Foto: Vorstände der Südwestbank: Andreas Maurer, Wolfgang Kuhn und Wolfgang Jung (v.l.).

Fürstlich Castell'sche Bank
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Die Fürstlich Castell'sche Bank hält einen ganz besonderen Titel inne: Sie gilt als Bayerns älteste Bank, gegründet 1774. Die Anteile der nicht börsennotierten Aktiengesellschaft halten je zur Hälfte die fürstlichen Familien Castell-Rüdenhausen und Castell-Castell.  Das Bild zeigt Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell (l.) und Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen.

Familie Metzler
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Das Bankhaus Metzler ist eine Privatbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Es ist die zweitälteste Bank Deutschlands, und ist seit seiner Gründung im Jahr 1674 durchgehend und ausschließlich in Besitz der Gründerfamilie. Seit 1971 führt Friedrich von Metzler (r.) als persönlich haftender Gesellschafter das Bankhaus in der 11. Generation.

Sitz der Warburg Bank in Hamburg
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Das Bankhaus M.M. Warburg & CO – das versale Kürzel CO steht für Christian Olearius - wurde 1798 gegründet. Es überstand politische Umwälzungen, Weltkriege, Geldentwertungen, Weltwirtschaftskrisen, Verwerfungen an den Börsen und den permanenten globalen Wettbewerb. Am Kapital der Bank sind ausschließlich Privatpersonen beteiligt und die Führung des Hauses liegt in den Händen der Partner. Die Bank ist im Besitz der Familien Olearius und Warburg, Dr. Christian Olearius und Max Warburg wechselten 2014 in den Aufsichtsrat, Joachim Olearius wurde zum Sprecher der Partner gewählt. Kerngeschäftsfelder sind das Private Banking, die Vermögensverwaltung und das Investmentbanking.

Berenberg Bank
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Die verzweigte Familie Berenberg hält 30,4 Prozent an der Bank, die ihren Namen trägt. Die beiden anderen wichtigen Eigentümer der stark wachsenden Investment- und Privatbank Berenberg, Hans-Walter Peters und Hendrik Riehmer, haben Anfang Mai dieses Jahres die operative Führung übernommen – bis Ende 2015 steht ihnen noch Andreas Brotdmann an der Seite. Anders als bei Quandts, Oetkers, Metzlers und Co. sind Peters und Riehmer allerdings keine Großunternehmer oder geborenen Bankiers, sondern stammen aus ganz „normalen“ Verhältnissen.

Einen Teil des Instituts – die in Großbritannien und auf den Kanalinseln angesiedelte Kleinwort Benson – will Oddo bald an die Großbank Société Générale weiterreichen. Die vom früheren Dresdner-Banker Leonhard („Lenny“) Fischer geformte BHF-Kleinwort-Benson-Gruppe wird somit schon nach kurzer Zeit wieder zerschlagen.

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