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Bieterwettbewerb zwischen Finanzinvestoren und Industriekonzernen WestLB reizt Preis für Klöckner-Paket aus

WestLB-Chef Thomas Fischer spielen bei seiner erfolgreichen Sanierung des Bankkonzerns nun auch die Konjunktur und Spekulanten in die Hände. Fischer will die Beteiligungen an dem Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co AG (Klöco) und an dem Touristikunternehmen Tui los schlagen.
  • C. Dohmen (M. Hennes und P. Köhler)

FRANKFURT/M. Der weltweite Stahlboom sorgt dafür, dass sich die Investoren bei Klöco die Klinke in die Hand geben – der Preis steigt. Nach Informationen des Handelsblatts aus Bieterkreisen dürfte er schon bei rund 800 Mill. Euro liegen. Bei Tui trieben Spekulationen über einen Einstieg von Finanzinvestoren den Kurs nach oben.

Nach Angaben aus Verhandlungskreisen ist es durchaus wahrscheinlich, dass ein ausländischer Stahlhersteller, möglicherweise aus Osteuropa, Klöco kauft, um so den Markteinstieg in Deutschland und Westeuropa zu schaffen. Insgesamt sollen gut ein Dutzend Bieter ernsthaft an dem Unternehmen interessiert sein, darunter auch Finanzinvestoren wie Clayton, Dubilier & Rice (CD&R), CVC und Permira. „Da tritt die erste Liga der Private-Equity-Häuser an“, sagte ein Beteiligungsmanager. Das Geschäft von Klöco besteche durch einen auf absehbare Zeit stetigen cash flow, was Finanzinvestoren lieben. Die Beteiligungshäuser setzten auf Mehrheitspakete an Unternehmen aus der „old economy“, was mit dem 94,9-Prozent- Aktienpaket der WestLB gegeben wäre, der Rest liegt bei der HSH Nordbank.

Nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern wird der Netto-Erlös, also der Verkaufspreis abzüglich des Buchwerts, für die WestLB spürbar unter dem Transaktionswert liegen. „Die Dimension wird deutlich niedriger sein als 500 Mill. Euro“, hieß es aus dem Umkreis des WestLB-Vorstands. Ein Sprecher der Bank wollte sich zu Preisspekulationen nicht äußern. Der Verkauf zu einem optimalen Preis dürfte die Stellung von Fischer gegenüber den Sparkassen in Nordrhein-Westfalen weiter stärken, die im Zuge einer Kapitalerhöhung jetzt Mehrheitseigentümer an der WestLB sind.

Seit längerem drängen die Sparkassenvorstände die WestLB, sich von ihren industriellen Beteiligungen zu trennen. Der Zeitpunkt gilt auch deshalb als günstig, weil die reinen Finanzinvestoren frische Milliarden über ihre Fonds angesammelt haben. „Der Anlagedruck der Private-Equity-Fonds ist groß“, sagt ein Branchenbeobachter, die Zahl lukrativer Übernahmeobjekte in dieser Gewichtsklasse sei relativ klein. Hinter den Beteiligungsgesellschaften stehen institutionelle Anleger wie Versicherer und Pensionskassen, die eine Verzinsung ihres Kapitals von bis zu 30 Prozent erwarten.

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