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Bilanz 2017 Kreissparkasse Köln sieht sich auf Kurs

Die drittgrößte deutsche Sparkasse, die Kreissparkasse Köln, sieht sich auf Kurs, wie die Vorstellung der Jahresbilanz zeigt. Trotz des Niedrigzinsumfelds bleibt die Ausschüttung stabil.
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Sparkassen treiben Fusion unter Versicherern voran Quelle: AP
Heißluftballon mit Sparkassen-Logo

Träger der Kreissparkasse Köln sind die Landkreise im Speckgürtel der Domstadt.

(Foto: AP)

Köln Im geschmackvollen Nachkriegsbau der Kölner Kreissparkasse am Neumarkt erzählen sie gerne einen Witz. Auf die Frage von Fremden, bei welcher der beiden Kölner Sparkassen man denn arbeite, laute die Antwort stets: „Bei der Guten.“

Und tatsächlich: Während die Sparkasse Köln-Bonn – die deutsche Nummer zwei, hervorgegangen aus der früheren Stadtsparkasse – immer noch mit der Aufarbeitung umstrittener Immobiliengeschäfte beschäftigt ist und zuletzt einen großen Personalabbau angekündigt hat, kann die Kreissparkasse Köln ein solides Ergebnis präsentiert.

Trotz des Niedrigzinsumfelds bleibt der Zinsüberschuss mit 421 Millionen Euro 2017 praktisch auf Vorjahresniveau (2016: 422 Millionen Euro). Und das, obwohl die Kundeneinlagen von Privatleuten, Unternehmen und der öffentlichen Hand auf knapp 19 Milliarden Euro stiegen.

Das nämlich kostet Banken in Zeiten von Negativzinsen mehr Geld. Der Grund: Für Spareinlagen, die die Institute bei der Europäischen Zentralbank kurzfristig parken, wird eine Verwahrgebühr fällig. Steigen die Kundeneinlagen, steigen in der Minuszinswelt auch die Kosten für die Geldhäuser.

Umgekehrt gelang es der Kölner Regionalbank, selbst mehr Geld zu verleihen: Die Kreditsumme stieg um 250 Millionen Euro auf insgesamt 19,7 Milliarden Euro. „Wir sitzen im Herz einer Region mit guter Wirtschaftsentwicklung. Dementsprechend viel Kredit wird nachgefragt“, erklärt Vorstand Klaus Tiedeken. „Damit tragen wir zur Prosperität der Region bei“, ergänzt Sparkassen-Chef Alexander Wüerst. 

Auch der Provisionsüberschuss, der mit Gebühren für Bankdienstleistungen erwirtschaftet wird, legte auf 175 Millionen Euro (2016: 165 Millionen Euro) zu. Handelsgeschäfte mit eigenen Anlagen betreibt die Kreissparkasse Köln – im Unterschied zu manchen Sparkassen etwa aus Ostdeutschland – praktisch nicht. Man konzentriere sich auf das regionale Kreditgeschäft, heißt es.

Stabil blieben die Personal- und Sachkosten, die Kernkapitalquote vor Gewinnzuführung erreicht 15,4 Prozent, ein Plus von 0,6 Prozentpunkten.

Unterm Strich steht ein Ergebnis ungefähr auf Vorjahresniveau: 107 Millionen Euro verdiente die Kreissparkasse 2017 vor Steuern (2016: 105 Millionen Euro). Nach Steuern steht ein Jahresgewinn von 56 Millionen Euro, von denen voraussichtlich wie im Vorjahr 15 Millionen an die Sparkassenträger ausgeschüttet werden. Dies sind die vier Landkreise rund um Köln: der Rhein-Erft-Kreis, der Rhein-Sieg-Kreis, der Rheinisch-Bergische Kreis und der Oberbergische Kreis.

Der Rest fließt in die Rücklage. Mit einem Streit über die Höhe der Ausschüttung wie bei der Stadtsparkasse Düsseldorf rechnet Vorstandschef Wüerst nicht.

An der Sparkassen-Bezahl-App Yomo, die von Deutschlands größte Sparkasse in Hamburg zuletzt infrage gestellt worden ist, will die Kreissparkasse Köln festhalten, und 2018 in das Projekt einsteigen. Negativzinsen sollen weiterhin nur von institutionellen und Unternehmenskunden ab einer Einlage von zwei Millionen Euro erhoben werden, nicht von regulären und vermögenden Privatkunden.

Sparkassen-Chef Wüerst bleibt auch 2017 der Spitzenverdiener unter den nordrhein-westfälischen öffentlich-rechtlichen Geldinstituten. Sein Jahresgehalt von rund 913.000 Euro bleibe ungefähr auf diesem Niveau, erklärte er auf der Bilanz-Pressekonferenz. Der „beachtliche wirtschaftliche Erfolg“ des Unternehmens rechtfertige das, außerdem habe man einen Vorstandsposten abgebaut. Die Gesamtvergütung des Vorstands ist somit gesunken.

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