Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bilanz BayernLB schafft sattes Gewinnplus - doch es lief nicht optimal

Deutschlands zweitgrößte Landesbank zahlt erstmals seit zehn Jahren wieder Dividende. Und bleibt trotzdem vorsichtig für das laufende Jahr.
Kommentieren
„Die Beeinträchtigungen bei uns sind wesentlich geringer, als manch einer glauben mag “, sagte der Vorstandschef der BayernLB auf der Pressekonferenz. Quelle: picture alliance / Andreas Geber
Johannes-Jörg Riegler

„Die Beeinträchtigungen bei uns sind wesentlich geringer, als manch einer glauben mag“, sagte der Vorstandschef der BayernLB auf der Pressekonferenz.

(Foto: picture alliance / Andreas Geber)

Die einleitenden Worte von Johannes-Jörg Riegler waren auch ein Blick zurück in die eher unrühmliche Vergangenheit der BayernLB. Als Skandale die Landesbank erschütterten und sie mit Milliarden gerettet werden musste, war das mediale Interesse an der Bilanz des Hauses weit größer als heute. „Jetzt wird es immer weniger, das ist aber auch gut so“, so der Vorstandschef wörtlich. Eigentlich müsste man mit den Zahlen und dem Ausblick auch in zehn Minuten durch sein.

Dass es dann doch länger als eine Stunde dauerte, ehe alle Fragen beantwortet waren, lag an dem, was wohl in Zukunft von der zweitgrößten deutschen Landesbank zu erwarten ist. Ein Konzernergebnis von 677 Millionen Euro hat die für das abgelaufene Jahr präsentiert. 24 Prozent mehr als im Vorjahr.

Was sich auf den ersten Blick wie ein großer Erfolg liest, hätte womöglich sogar noch besser ausfallen können, wenn nicht doch an manchen Stellen die Dinge gegen die Erwartungen gelaufen wären. Denn im Schlussquartal 2017 drückten plötzlich Belastungen im Kreditgeschäft. Zuletzt waren hier Abschreibungen auf Kredite in den Medien genannt, die an den angezählten Möbelhändler Steinhoff gewährt wurden. Dem Unternehmen wird Bilanzakrobatik vorgeworfen. BayernLB-Chef Riegler beschwichtigte jedoch.

„Die Beeinträchtigungen bei uns sind wesentlich geringer, als manch einer glauben mag“, sagte er. Im Unternehmenskundengeschäft stieg dennoch die Risikovorsorge auf 164 Millionen Euro in die Höhe, nachdem die Bank im Vorjahr noch Rückstellungen über acht Millionen Euro aufgelöst hatte.

Auch das Provisionsgeschäft litt. Statt 296 Millionen Euro wie im vergangenen Jahr standen diesmal nur noch 263 Millionen Euro an dieser Stelle. Dass er damit „nicht ganz zufrieden ist“, gab auch Finanzvorstand Markus Wiegelmann zu. Dafür verantwortlich war zu einem Großteil die Direktbank DKB.

Die hatte zwar im vergangenen Jahr deutlich Kunden hinzugewonnen, erzielte aber trotzdem weit weniger Ertrag. Stand an dieser Stelle vor einem Jahr noch ein Ergebnis vor Steuern von 353 Millionen Euro, so waren es diesmal nur noch 272 Millionen Euro. Ein Indiz dafür, wie umkämpft der Markt bei den Direktbanken ist, zeichnen sich die Kunden hier doch durch weit weniger Treue aus als beispielsweise bei Filialbanken mit vertrauten Beratern.

Überraschend positiv fiel dagegen der Zinsüberschuss aus, der um 13 Prozent stieg. Bessere Refinanzierungskonditionen waren der Grund. „Hier dürfte allerdings der Spielraum mittelfristig ausgereizt sein, sodass dem Trend folgend in den kommenden Perioden auch bei der BayernLB mit leichten Rückgängen zu rechnen sein wird“, glaubt Klaus Fleischer, Professor für Finanz- und Bankwirtschaft an der Hochschule München.

Auch bei der BayernLB gehen sie davon aus, dass dieses Jahr herausfordernd sein wird. Deswegen belassen sie die Prognose wieder bei einem Ergebnis im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Es ist das dritte Mal in Folge. „Wir sind Realisten und sehen, was das Umfeld bringt“, bringt es Vorstandschef Riegler auf den Punkt. In einem Umfeld aus niedrigen Zinsen und steigenden Kosten für Regulatorik könne man keine Bäume ausreißen.

Strategisch will Riegler niemals mehr in das Fahrwasser früherer Zeiten zurückfallen, als die Bank den Weg in viele Regionen der Welt eingeschlagen hat, was in den allermeisten Fällen nicht den gewünschten wirtschaftlichen Erfolg brachte. In Zukunft peilt Riegler eher eine Expansion seines Mittelstandsgeschäftes ins nahe Österreich oder in die Schweiz an.

Im Immobilienbereich, in dem derzeit rund 85 Prozent des Geschäfts in Deutschland laufen, will man internationaler werden. „Wir wollen unsere Kunden auch ins Ausland begleiten“, machte Riegler deutlich. Immerhin gehören 29 von 30 Dax-Konzerne und 42 von 50 MDax-Unternehmen zum Kundenstamm.

Wegen des fordernden Umfelds zahlt die BayernLB zwar erstmals wieder seit einem Jahrzehnt eine Dividende. Mit insgesamt 50 Millionen Euro fällt die indes geringer aus, als sich das manch einer in Reihen der beiden Anteilseigner versprochen hat. Die BayernLB gehört zu drei Vierteln dem Freistaat Bayern und zu einem Viertel den dortigen Sparkassen. Vor allem die hatten zuletzt immer wieder Forderungen nach einer Ausschüttung angemeldet.

Zu seiner eigenen Zukunft gab Riegler zumindest eine Tendenz vor. Der Vertrag des Vorstandschefs, der seit 2014 läuft, endet in rund einem Jahr. Er sei weiter sehr gerne hier und habe Freude an der Arbeit, betonte er. „Ich kann mir vorstellen, dass es weitergeht“, gab er eine Tendenz vor.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Bilanz - BayernLB schafft sattes Gewinnplus - doch es lief nicht optimal

0 Kommentare zu "Bilanz: BayernLB schafft sattes Gewinnplus - doch es lief nicht optimal"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote