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Bilanz Berliner Sparkasse reicht EZB-Strafzinsen fürs Geldparken nun auch an Privatkunden weiter

Die Hauptstadtsparkasse hat ihr Gewinnziel im vergangenen Jahr leicht übertroffen. Dennoch hat sie auch für Privatkunden Verwahrentgelte eingeführt.
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Schon seit einer längeren Zeit erhebt die Berliner Sparkasse von ihren Kunden ab einem gewissen Limit Gebühren auf Einlagen. Quelle: dpa
Ein Überbleibsel aus alten Zeiten: Ein Sparbuch der Berliner Sparkasse

Schon seit einer längeren Zeit erhebt die Berliner Sparkasse von ihren Kunden ab einem gewissen Limit Gebühren auf Einlagen.

(Foto: dpa)

BerlinWie bei vielen Kreditinstituten sind die Einlagen der Berliner Sparkasse gewachsen. Einerseits ist das ein Vertrauensbeweis ihrer Kunden. Zugleich sind die steigenden Einlagen aber auch eine Last. Denn die Berliner Sparkasse gehört zu den Instituten in Deutschland, die passivlastig sind. Das heißt, dass ihre Einlagen höher sind als die Summe der vergebenen Kredite.

Rund 28,4 Milliarden Euro Einlagen stehen einer Kreditsumme von rund 21,7 Milliarden Euro gegenüber. Für die überschüssige Liquidität muss die Sparkasse der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Verwahrentgelt von 0,4 Prozent zahlen.

Schon seit längerer Zeit verlangt das Institut von ihren Kunden daher ab einem gewissen Limit eine Gebühr. Anfangs galt das ausschließlich für Guthaben von Firmenkunden ab fünf Millionen Euro. Mittlerweile liegt die Grenze bei 500.000 Euro, also deutlich tiefer. Und erstmals hat die Berliner Sparkasse auch Privatkunden ins Visier genommen.

Bei Privatkunden, die über Einlagen von mehr als einer Million Euro verfügen, „suchen wir das Gespräch“, sagte Vorstandschef Johannes Evers. Nennenswerte Einnahmen durch Verwahrentgelte erhofft sich das Institut davon nicht. Lieber wäre es Evers, wenn man Kunden im Gespräch von von alternativen Anlagemöglichkeiten überzeugen könnte.

Wenn Sparkassen in diesen Wochen ihre Zahlen vorlegen, gilt meist ein Schema: Die Dauerniedrigzinsen sorgen für sinkende Zinserträge. Da versuchen die Institute mit höheren Provisionserträgen dagegenzuhalten. Bei der Berliner Sparkasse sieht das anders aus. Das Institut konnte den Zinsüberschuss bedingt durch ein gutes privates wie gewerbliches Immobilienfinanzierungsgeschäft um knapp sieben Prozent auf 800 Millionen Euro steigern.

Dagegen ging der Provisionsüberschuss um elf Millionen auf 271 Millionen Euro zurück. Untypisch hoch fiel der um gut neun Prozent gestiegene Verwaltungsaufwand aus. Diesen Anstieg führt Evers auf erheblich höhere Pensionsrückstellungen zurück. Sie seien der Zinsentwicklung und neuen Richttafeln für die bilanzielle Bewertung dieser Lasten geschuldet.

Unterm Strich wies die mit einer Bilanzsumme von 43 Milliarden Euro zweitgrößte Sparkasse Deutschlands ein Ergebnis von 103 Millionen Euro aus. Auch wenn das Vorjahresergebnis damit um 17 Millionen Euro übertroffen wurde, bezeichnete Evers es lediglich als „solide“. Das liegt daran, dass das Ergebnis durch Sondereffekte geprägt ist.

So bescherten Verkäufe von Töchtern wie der Rückversicherung LBB Re Luxembourg und Unternehmensanteilen der Sparkasse im vergangenen Jahr einen außerordentlichen Gewinn von 42 Millionen Euro. Das angestrebte Gewinnziel von rund 100 Millionen Euro im laufenden Jahr bezeichnete Evers als „ambitioniert“. Schließlich fallen dann keine Sondererträge mehr an.

Weniger ambitioniert ist die Cost Income Ratio. Sie liegt bei 82 Prozent. Das heißt, dass das Institut 82 Cent aufwenden muss, um einen Euro Ertrag zu generieren. Das ist selbst für Sparkassen, die nicht auf Gewinnmaximierung getrimmt sind, ein schlechter Wert. Im Durchschnitt liegt dieser Wert im Sparkassenlager bei 60 bis 65 Prozent.

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