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Bilanzzahlen Europas Banken präsentieren Quartalszahlen: UBS übertrifft die Erwartungen

Die UBS sieht sich nach stabilem Quartalsgewinn auf Kurs, bei Santander bricht der Nettogewinn ein. Bei der Deutschen Bank ahnen Anleger, was sie erwartet.
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Der Nettogewinn stieg um ein Prozent. Quelle: Reuters
Schweizer UBS

Der Nettogewinn stieg um ein Prozent.

(Foto: Reuters)

Zürich, Frankfurt Banker zu sein hat früher auch schon mal mehr Spaß gemacht: Nachdem die US-Banken mit durchwachsenen Zahlen vorgelegt haben, präsentieren nun die europäischen Banken ihre Quartalsbilanzen  – und die Aussichten sind mau: Nicht nur die niedrigen Zinsen setzen den Instituten zu. Die politische Unsicherheit durch den Handelsstreit, das maue Geschäft im Investmentbanking und allerlei hausgemachte Probleme belasten das Geschäft.

Doch es gibt Lichtblicke. So konnte die Schweizer UBS an diesem Dienstag die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der Nettogewinn der größte Bank der Schweiz lag im zweiten Quartal bei 1,392 Milliarden Dollar. Das ist im Vergleich zum Vorjahr zwar nur eine Mini-Steigerung von einem Prozent, aber deutlich mehr, als die Märkte der Bank zugetraut hätten.

Bankchef Sergio Ermotti versprach seinen Aktionären Stabilität: „Wir wollen mittelfristig nachhaltig und profitabel wachsen, in unsere Geschäftsbereiche investieren und zugleich unseren Aktionären attraktive Renditen bieten“. Die Ziele der Bank seien unverändert.

Doch ausgerechnet im Kerngeschäft, der Vermögensverwaltung, hapert es wiedermal. So zogen die reichen Kunden der UBS im zweiten Quartal unterm Strich rund zwei Milliarden Dollar ab. Die Bank erklärt das vor allem mit saisonalen Steuereffekten – so nahmen amerikanische Kunden Geld vom Konto, um ihre Schulden beim Fiskus begleichen. Finanzchef Kirt Gardner sprach von einem „herausfordernden Quartal“ für die Vermögensverwaltung.

Insgesamt sank der bereinigte Vorsteuergewinn der Vermögensverwaltung um zwölf Prozent zum Vorjahr auf 886 Millionen US-Dollar. Auch für die Investmentbanker der UBS war das erste Quartal herausfordernd. Der Vorsteuergewinn sank um fast ein Viertel auf 440 Millionen Dollar.

Ebenfalls an diesem Dienstag präsentiert die spanische Bank Santander ihre Zahlen. Das Institut scheint vor allem mit sich selbst beschäftigt, nachdem es im vergangenen Jahr die Banco Popular übernommen hatte. Angesichts der Restrukturierungskosten sank der Nettogewinn der Spanier um 18 Prozent auf 1,39 Milliarden Euro. Damit fällt der Gewinn aber höher aus, als Analysten erwartet hatten.

Tiefrote Zahlen bei der Deutschen Bank

Wenn die Deutsche Bank am Mittwoch ihren Quartalsbericht vorstellt, ahnen Anleger bereits, was sie erwartet: Das Institut hat kürzlich einen drastischen Umbau angekündigt und will unter anderem sein Aktiengeschäft schließen. Von den Restrukturierungskosten von insgesamt 7,4 Milliarden Euro wird die Bank in diesem Jahr 5,1 Milliarden Euro verbuchen, davon etwa drei Milliarden Euro im zweiten Quartal. Damit sind tiefrote Zahlen – ein Minus von 2,8 Milliarden Euro nach Steuern – vorprogrammiert.

Aber auch ohne den kostspieligen Umbau hätte die Bank netto nicht mehr als 120 Millionen Euro verdient. Das ist noch einmal deutlich weniger als im ersten Quartal, als die Bank noch 200 Millionen Euro verdiente und kein Vergleich zum Vorjahresquartal, als es netto noch rund 400 Millionen Euro waren.

Analysten hatten dem Institut Anfang Juli im Durchschnitt noch einen Gewinn von 373 Millionen Euro und eine Rendite von 2,5 Prozent auf das materielle Eigenkapital zugetraut. Das vom Vorstand lange propagierte Ziel, im Gesamtjahr 2019 eine Rendite von vier Prozent auf das materielle Eigenkapital zu erzielen, hätte die Bank damit wohl auch unabhängig vom angekündigten Umbau verfehlt: Die ersten beiden Quartale im Jahr sind traditionell am stärksten im Bankgeschäft.

Die Deutsche Bank sucht ihr Heil künftig in stabileren Geschäftsfeldern wie dem Privatkundengeschäft und dem Zahlungsverkehr. Die Investmentbanking-Sparte wird kräftig eingedampft. Mit den Zahlen erhalten Anleger außerdem erste Einblicke darüber, wie sich die Geschäftsfelder geschlagen haben, die die Bank künftig fortführen will – und natürlich über den Zustand der zur Abwicklung stehenden Geschäfte.

Diese Angaben sind aber noch nicht sehr detailliert. Mit Pro-Forma-Zahlen für die künftigen Segmente – also etwa die neu geformte Unternehmerbank oder das Privatkundengeschäft ohne das Postbank-Firmenkundengeschäft – dürfen Anleger noch nicht rechnen. Im zweiten Quartal herrschte bei der Deutschen Bank noch die „alte Welt“.

Am 31. Juli sind dann die französische BNP Paribas und die Schweizer Credit Suisse am Zug. Die Franzosen könnten vom Umbau der deutschen Rivalen profitieren – sie wollen sich einen Teil des Handelsgeschäfts der Deutschen Bank erwerben. Entsprechend dürfte im Fokus der Investoren vor allem die Handelssparte stehen.

Auch bei der Credit Suisse gehört die Frage nach der Performance der Handelssparte bei jeder Pressekonferenz zum Ritual. Im Zuge eines dreijährigen Umbaus hatte Bankchef Tidjane Thiam das Handelsgeschäft zwar zurückgefahren, es spielt aber immer noch eine wichtige Rolle – und hängte im ersten Quartal viele Rivalen ab. Nun erwarten die Aktionäre mit Spannung, wie sich die Händler im zweiten Quartal geschlagen haben. 

Die Commerzbank präsentiert ihre Ergebnisse am 7. August. Nachdem die Fusion mit der Deutschen Bank endgültig vom Tisch ist, muss Bankchef Martin Zielke den Aktionären erklären, wie sein Haus aus eigenen Kräften wachsen soll.

Von der Europäischen Zentralbank dürfen Zielke und seine Kollegen wohl keine Schützenhilfe erwarten. Ihr wahrscheinlicher Wechsel zu einer noch lockereren Geldpolitik sei negativ für die europäischen Banken, schreibt Goldman-Sachs-Analyst Jernej Omahen in einer Studie: Eine Leitzinssenkung von 20 Basispunkten lasse beispielsweise die Gewinne der 32 Banken im Euroraum um sechs Prozent sinken. 

Mit Agenturmaterial.

Mehr: Die großen Vermögensverwalter wachsen immer weiter, kleinere Verwalter kommen in eine bedrohliche Lage. Das könnte zu Fusionen und Aufkäufen führen.

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