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Bis 2021 Brexit könnte Frankfurt bis zu 10.000 neue Stellen bescheren

Für die Geldhäuser in London tickt die Uhr immer lauter. Rund 20 ausländische Banken wollen deshalb bald ihr Geschäft in Frankfurt ausbauen.
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Langfristig wird London wohl der wichtigste Finanzstandort in Europa bleiben. Doch in Städten wie Frankfurt, Paris, Rom und Madrid wächst die Hoffnung auf die Brexit-Banker. Quelle: MSUnger
Londons Finanzdistrikt

Langfristig wird London wohl der wichtigste Finanzstandort in Europa bleiben. Doch in Städten wie Frankfurt, Paris, Rom und Madrid wächst die Hoffnung auf die Brexit-Banker.

(Foto: MSUnger)

Frankfurt Für viele Banker ist London der Nabel der Welt. Die großen Finanzinstitutionen der Wall Street haben die britische Hauptstadt als Standort auserwählt, von dem aus sie in Europa den heimischen Geldhäusern Kunden abjagen.

Lange Zeit funktionierte das gut, doch mit dem geplanten Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der EU im März 2019 wird der Zugang zu lukrativen Märkten von der spanischen Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer für JP Morgan, Goldman Sachs & Co. bedeutend schwieriger.

Eine Stadt, die London mal eben als Finanzmetropole ersetzen könnte, gibt es in Kontinentaleuropa nicht. Bislang gilt das deutsche Finanzzentrum Frankfurt als der große Gewinner im Buhlen um die Brexit-Exilanten.

Rund 20 ausländische Banken wollen in den nächsten Monaten und Jahren ihr Geschäft in der Stadt ausbauen, darunter mit Citi, Goldman Sachs, JP Morgan und Morgan Stanley vier der fünf größten US-Investmentbanken.

„Wir rechnen mit Personalaufstockungen von 200 bis 300 Stellen je Haus, sodass wir in Summe von 3000 bis 5000 neuen Stellen in den nächsten zwei bis drei Jahren sprechen“, sagt Stefan Winter, Chef des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland.

Daneben verlagern auch deutsche Institute wie die Deutsche Bank Jobs von London zurück in die Heimat. Die Helaba rechnet mit 8000 neuen Arbeitsplätzen am Main, die Standortinitiative Frankfurt Main Finance erwartet bis 2021 sogar 10.000 neue Stellen im Finanzsektor.

Im Extremfall könnten 4000 der 8600 Stellen der Deutschen Bank in London wegfallen, hatte Deutsche-Bank-Vorstandsmitglied Sylvie Matherat im Frühjahr 2017 gesagt. Seitdem versucht die Bank, ihre Mitarbeiter zu beruhigen: Die Zahl sei viel zu hoch gegriffen, sagte Konzernchef John Cryan unlängst erst in einem Interview. „Wir gehen davon aus, dass wir zunächst einige hundert neue Jobs in Frankfurt schaffen.“

Aber auch andere Standorte profitieren vom Brexit: Paris, Rom, Madrid und noch ein halbes Dutzend weiterer Städte macht sich Hoffnung auf die Brexit-Banker. „Die Eier werden nicht wieder alle in einen Korb gelegt“, glaubt Auslandsbanker Winter.

Entsprechend stark ist das Werben um die neuen Jobs. So will Deutschland etwa dem französischen Beispiel folgen und den Kündigungsschutz für hochbezahlte Banker lockern.

Egal wie lang die Schlange der umziehenden Banker am Ende sein wird – auf absehbare Zeit dürfte London der mit weitem Abstand wichtigste Finanzplatz in Europa bleiben: hier werden die meisten Deals eingefädelt, hier brummt der Handel mit Aktien, Devisen und Rohstoffen und hier pulsiert aus Sicht der Banker die Hauptschlagader des Geldkreislaufs.

Für die Geldhäuser tickt die Uhr immer lauter
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