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BIZ-Chefökonom Notenbanker warnen vor wachsenden Risiken in den USA

Verbindlichkeiten von hochverschuldeten Kreditnehmern bereiten der BIZ Sorgen. Das Institut erkennt wachsende Risiken im Finanzsystem der USA.
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Der Aufschwung an den amerikanischen Märkten hat auch dem US-Dollar zu neuer Stärke verholfen. Quelle: AP
US-Flagge

Der Aufschwung an den amerikanischen Märkten hat auch dem US-Dollar zu neuer Stärke verholfen.

(Foto: AP)

FrankfurtIn den vergangenen Monaten waren die internationalen Finanzmärkte zweigeteilt. „Die Märkte der Schwellenländer gerieten zunehmend unter Druck, während die Finanzmärkte in den USA boomten“, sagte Claudio Borio, Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) bei der Diskussion um den aktuellen Quartalsbericht der „Notenbank der Notenbanken“, wie die in Basel angesiedelte Institution auch genannt wird.

Jedoch erkennt die BIZ auch in den USA zunehmende Risiken im Finanzsystem. Eine Gefahr sieht sie in der rasanten Zunahme von sogenannten „Leveraged Loans“. Das sind Kredite an bereits hochverschuldete Unternehmen, oft in Zusammenhang mit Übernahmen. Die Vergabe solcher Kredite steigt regelmäßig in Boomphasen deutlich, um dann im wirtschaftlichen Abschwung einzubrechen, so zum Beispiel Anfang der 1990er-Jahre und in der Finanzkrise.

Auch jetzt gibt es einen rasanten Anstieg solcher Kredite. Der Markt für „Leveraged Loans“ in den USA laufe „auf Hochtouren“, sagte Borio.

Starker Dollar als Gefahr

Als Ursachen dafür sieht die BIZ die hohe Nachfrage nach Anlagemöglichkeiten, den vermehrten Einsatz von Kreditverbriefungen und eine veränderte regulatorische Grundhaltung in den USA. Zudem verweist sie darauf, dass die Zinsaufschläge für Unternehmensanleihen in den USA ungewöhnlich niedrig seien und die Aktienkurse neue historische Höchststände erreicht hätten.

Der Aufschwung an den amerikanischen Märkten hat auch dem US-Dollar zu neuer Stärke verholfen. Dagegen haben die Währungen der Schwellenländer zum Teil deutlich abgewertet. Das bringt dort vor allem Schuldner in Bedrängnis, die sich in Dollar verschuldet haben.

Das Volumen der Dollar-Kredite an Nichtbanken in den Schwellenländern hat sich laut den Zahlen der BIZ seit der Finanzkrise mehr als verdoppelt und liegt bei 3,7 Billionen US-Dollar. Auch weltweit ist die Kreditvergabe an Nichtbanken deutlich gestiegen: Im ersten Quartal 2015 lag sie demnach bei 33 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung – im ersten Quartal 2018 hingegen schon bei 38 Prozent.

Borio warnte vor einer steigenden Verschuldung von Staaten und Privatsektor weltweit. Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung sei diese heute höher als vor der Krise. „Ironischerweise war Überschuldung ein zentraler Faktor der Krise, und jetzt ist die Verschuldung noch höher.“ Der BIZ-Chefvolkswirt hält daher eine Straffung der Geldpolitik für dringend geboten. Die Märkte in den entwickelten Volkswirtschaften seien „nach wie vor überbewertet“ und die Finanzierungsbedingungen „weiterhin zu locker“.

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