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BKA-Bericht Sprengung von Geldautomaten – Täter gehen immer aggressiver vor

268 Mal versuchten Täter im vergangenen Jahr, Geldautomaten in Deutschland zu sprengen. Dabei nehmen sie immer öfter große Schäden in Kauf.
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Die Täter leiten oft über ein kleines Loch ein Gasgemisch in die Geldautomaten ein, um sie zu sprengen. Quelle: dpa
Gesprengter Geldautomat in Bochum

Die Täter leiten oft über ein kleines Loch ein Gasgemisch in die Geldautomaten ein, um sie zu sprengen.

(Foto: dpa)

FrankfurtNordrhein-Westfalen ist weiter Spitzenreiter, wenn es darum geht, Geldautomaten zu sprengen. 92 Mal jagten Täter 2017 dem Bundeskriminalamt (BKA) zufolge in NRW Automaten in die Luft, um an das Geld zu kommen. Deutschlandweit gab es 268 Versuche, gab das BKA am Donnerstag bekannt.

Zwar sank die Zahl insgesamt um 16 Prozent, doch gehen die Täter immer aggressiver vor. Über ein kleines Loch leiten sie in der Regel ein Gasgemisch in den Automaten ein. Sobald der dem Druck nicht mehr standhalten kann, explodiert er.

Erst Ende März wurde etwa bei der Sprengung eines Geldautomaten im nordrhein-westfälischen Spenge (Kreis Herford) das umliegende Wohn- und Geschäftshaus in Brand gesetzt und zerstört. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. Die Täter konnten fliehen.

Für die bundesweit insgesamt leichte Absenkung könnten laut BKA „intensive polizeiliche Maßnahmen wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen eingerichtete zentralen Ermittlungskommissionen sowie eine intensive Zusammenarbeit mit den niederländischen Strafverfolgungsbehörden“ verantwortlich sein.

Die meisten Fälle in NRW seien einer niederländischen Gruppierung von mehreren hundert Mann zuzuordnen, die dabei hochprofessionell vorgehe, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen. Die meisten Täter kommen aus den Niederlanden, da sich die gesprengten Geldautomaten zumeist in Gegenden mit zentraler Autobahnanbindung befinden.

Mit Sportwagen flüchteten sie dann so schnell, dass selbst Polizeihubschrauber nicht immer hinterherkommen würden. Während die Täter früher zurück in die Niederlande fuhren, suchten sie zuletzt öfter nähergelegene Verstecke innerhalb Deutschlands.

Auch 2018 gingen die Sprengungen munter weiter. Mindestens 82 Mal versuchten Täter bis zum 16. April Geldautomaten zu knacken, wie eine Umfrage des Handelsblatt unter zwölf Landeskriminalämtern ergab.

Hier schlagen Bankräuber besonders oft zu
Fälle von gesprengten Geldautomaten nehmen ab
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Seit 2012 werden in Deutschland regelmäßig Geldautomaten gesprengt. Während damals 45 Fälle gezählt wurden, waren es 2016 schon 318. Im vergangenen Jahr ist die Zahl aber zurückgegangen. Deutschlandweit versuchten Täter 268 Mal Automaten zu sprengen.

Ländliche Filialen besonders betroffen
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Am stärksten betroffen ist Nordrhein-Westfalen. Gerade in ländlichen Gebieten mit abgelegenen Filialen schlagen die Täter besonders häufig zu.

Flucht über die Autobahn
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Oft kommen die Täter aus den Niederlanden. Nach der Tat flüchten sie meist mit hohem Tempo über die Autobahn – zurück in Richtung Grenze. 2017 kam es dabei zu einem Unfall, der für einen Tatbeteiligten tödlich endete.

Hohe Sachschäden
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Neben dem erbeuteten Geld wiegen insbesondere die verursachten Sachschäden schwer. Die Geldautomaten haben jeweils einen Wert zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Kaum zu beziffern sind die durch die Explosion verursachten Schäden an Filialeinrichtung und Bausubstanz.

Personenschäden befürchtet
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Das BKA befürchtet, dass es früher oder später zu ernsten Personenschäden kommt. Glück gehabt haben die Bewohner dieses Hauses im Kreis Herford. Täter hatten versucht, den Geldautomaten in einem Anbau zu sprengen. Das dadurch verursachte Feuer erfasste auch das Wohnhaus.

Weitaus höher als die reine Beute, die sich je Bankautomat auf mehr als 100.000 Euro belaufen kann, wiegen dabei mögliche Sachschäden. Immerhin hat es bisher weder Tote noch schwerer verletzte Personen auf Seiten Unbeteiligter gegeben.

Zurückführen lässt sich dies jedoch lediglich auf glückliche Zufälle. Gerade in ländlichen Regionen sind Geldautomaten oft in Wohnhäusern untergebracht, sodass eine unmittelbare Gefährdung für Unbeteiligte besteht.

Dass in einigen Regionen die Zahl der Sprengungen gesunken ist, liegt auch daran, dass Filialen mit Geldautomaten in ländlichen Regionen in der Nacht und den frühen Morgenstunden mittlerweile geschlossen werden. Das ist auch in Düsseldorf der Fall, wo die Stadtsparkasse mehrere Geldautomaten gleich ganz außer Kraft gesetzt hat.

Zu weiteren Sicherheitsmaßnahmen halten sich die Banken weitestgehend bedeckt. Von Seiten der Commerzbank und der Deutschen Bank hieß es lediglich, dass versucht würde, sowohl den Sicherheitsvorkehrungen, als auch den Kundenwüschen gerecht zu werden. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband verwies darauf, dass diese Angelegenheit von den jeweiligen Instituten eigenständig geregelt werde.

Technisch möglich sind einige Nachrüstungen der Geldautomaten, welche für einen Druckausgleich beim Einlassen des Gasgemisches sorgen oder Farbpatronen, die das Geld einfärben und unbrauchbar machen sollen. Neben den zusätzlichen Kosten wird auch der Nutzen kritisch gesehen. Denn hinter vorgehaltener Hand heißt es, die Täter ließen sich durch diese Methoden nicht abschrecken.

Dafür sei das Verbrechen viel zu lukrativ. Sie würden im Zweifelsfall neue Wege zum Aufbruch der Geldautomaten finden. In den Niederlanden etwa wurden bereits Geldautomaten mit Sprengstoff geöffnet.

Bisher wurden die Täter nur selten gefasst. Sollten es doch einmal geschehen und Taten nachweisbar sein, drohen empfindliche Strafen. Vor knapp zwei Wochen verurteilte das Bonner Landgericht einen Geldautomaten-Sprenger zu achteinhalb Jahren Haft.

Als Mitglied einer Bande hatte der 28-Jährige zwei Automaten gesprengt. Dabei erbeuteten die Täter insgesamt rund 125.000 Euro. Die Ermittler hatten an einer bei einer Sprengung benutzten Gasflasche die DNA des Niederländers gefunden.

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