Blitzanalyse Allianz übertrifft Gewinnerwartungen und hat Jahresziel fest im Blick

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Allianz übertrifft Gewinnerwartungen und hat Jahresziel fest im Blick Quelle: dpa
Allianz

Der Versicherer peilt ein operatives Jahresergebnis von 11,1 Milliarden Euro an.

(Foto: dpa)

MünchenDer Versicherer Allianz hat am Freitagmorgen seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten.

  • Der Konzerngewinn fiel mit 8,7 Milliarden Euro nach neun Monaten des Jahres 2018 sehr gut aus. Im Vorjahr standen an dieser Stelle 8,3 Mrd. Euro. Hauptgrund für den Anstieg sind geringere Großschäden als vor einem Jahr.
  • Vor allem die Sachversicherung überraschte positiv mit einem Gewinnplus von fast 45 Prozent auf über 1,5 Milliarden Euro. Dagegen bekommt die Lebensversicherung weiterhin die Konsequenzen der Niedrigzinspolitik und der Währungsturbulenzen zu spüren.
  • Für sein Konzernergebnis peilt der Konzern für das Gesamtjahr weiterhin 11,1 Milliarden Euro an, mit einer Spanne von 500 Millionen Euro nach oben wie nach unten.

Das fällt positiv auf

Einen Gewinneinbruch, revidierte Prognosen oder andere Schocknachrichten wie bei anderen Unternehmen bekommen die Anleger bei der Allianz nicht serviert. Stattdessen überraschte hier besonders die Sachversicherung. Das operative Ergebnis dort stieg in den Monaten Juli bis September im Vergleich zum Vorjahresquartal um 44,6 Prozent auf 1,503 Milliarden Euro.

Das wirkt auf den ersten Blick erstaunlich, muss aber in Relation zu den hohen Naturschäden gesehen werden, die vor einem Jahr anfielen. Diesmal sanken die Schäden aus Naturkatastrophen auf Normalniveau. Auch in anderem Bereichen entwickelten sich das Schadensaufkommen besser, was insgesamt zu weniger Kosten führte.

Besonders wichtig für die Allianz: Die Schaden-Kosten-Quoten in der Sachversicherung, bei der man sich im nun auslaufenden Strategieplan mit dem Namen Renewal Agenda die Marke von 94 Prozent zum Ziel gesetzt hatte, lag nun bei 93,1 Prozent und damit endlich unter der anvisierten Marke von 94 Prozent. Noch im Sommer waren es 94,8 Prozent.

Das fällt negativ auf

In der Lebensversicherung gab es im dritten Quartal einen leichten Rückgang des operativen Ergebnisses auf 1,052 Milliarden Euro. Vor einem Jahr standen hier noch 1,069 Milliarden. Dabei liefen die Geschäfte eigentlich sehr gut. Um 16 Prozent auf 476 Millionen Euro ist das Neugeschäft in den Monaten Juli bis September gestiegen.

Das lag zum einem wesentlichen Teil am guten US-Geschäft. Die guten Wirtschaftsdaten haben die Menschen dort nicht nur zu mehr Konsum verleitet, sondern auch den Vertrieb von Altersvorsorgeprodukten beflügelt. Auch auf dem Heimatmarkt ist die Allianz mit ihrer Lebensversicherungssparte weiterhin sehr erfolgreich unterwegs.

Hier werden beinahe nur noch die neuen, am Kapitalmarkt orientierten Produkte angeboten. Entziehen kann sich aber auch die Allianz nicht den Widrigkeiten, die die Märkte in diesem Jahr mit sich bringen. Der Niedrigzins ist mittlerweile ein Dauerproblem. Zudem belastete die Entwicklung auf den Währungsmärkten. Daneben gingen die Geschäfte in Asien zurück. 

Was jetzt passiert

Wenn Konzernchef Oliver Bäte in drei Wochen seinen neuen Mehrjahresplan vorstellt, dann kann er zumindest eines beweisen: Die Ziele der Renewal Agenda, die er vor drei Jahren ausrief, hat er erreicht. Die anvisierte Eigenkapitalquote von 13 Prozent – an dieser Stelle standen zum Jahresende noch 11,8 Prozent – liegt nun nach neun Monaten des Jahres 2018 bei 13,8 Prozent.

Auch das Ergebnis je Aktie, das in den Jahren 2016 bis 2018 jeweils im Schnitt um fünf Prozent steigen sollten, zog in diesem Jahr bereits um zwölf Prozent an. „Die Allianz hat in den ersten neun Monaten 2018 sehr gute Ergebnisse über alle Geschäftsbereiche gezeigt, zu denen nun auch beträchtliche Produktivitätssteigerungen beitragen“, ließ sich der Vorstandschef am Morgen zitieren.

Besonders der zweite Teil der Aussage verdeutlicht, wohin der künftige Weg des Münchener Versicherers gehen soll. Die Produktivität soll steigen, dazu sollen vor allem neue digitale und sehr viel einfachere Produkte beitragen als bisher. Da war den Kunden etliches viel zu kompliziert, wie Befragungen immer wieder zeigten.

Zudem sieht sich der Konzern künftig an der Spitze der digitalen Entwicklung in der Branche. Erst vor wenigen Tagen postete Bäte, dass im Jahr 2021 drei Viertel des Online-Handels via Smartphone stattfinden wird. Dort werden die Kunden nach allen Arten von Produkten und Services suchen, auch nach Versicherungen. Die Allianz will hier Vorreiter sein.

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