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Blitzanalyse Munich Re erzielt höchsten Quartalsgewinn seit vier Jahren

Munich Re macht im zweiten Quartal fast eine Milliarde Euro Gewinn. Der Bereich „Leben/Gesundheit“ belastet allerdings das Ergebnis des Rückversicherers.
Update: 07.08.2019 - 08:41 Uhr Kommentieren
Der Rückversicherer will 2019 insgesamt 2,5 Milliarden Euro Gewinn machen. Quelle: dpa
Munich Re

Der Rückversicherer will 2019 insgesamt 2,5 Milliarden Euro Gewinn machen.

(Foto: dpa)

München Der Rückversicherer Munich Re hat am Mittwochmorgen seine Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten:

  • Mit 993 Millionen Euro hat die Munich Re im Zeitraum zwischen April und Juni den höchsten Quartalsgewinn seit vier Jahren verbucht.
  • Den Großteil dazu trug das Kerngeschäft Rückversicherung bei. Hier stieg der Gewinn im zweiten Quartal auf 858 Millionen Euro nach 620 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
  • Der Ausblick auf das Ergebnis für das Gesamtjahr bleibt unverändert bei 2,5 Milliarden Euro und bei 2,8 Milliarden Euro für das Jahr 2020.

Das fällt positiv auf

Dass der weltgrößte Rückversicherer im zweiten Quartal einen Gewinn von rund einer Milliarde Euro erzielen wird, ist seit Wochen bekannt. Dass er zum Großteil aus dem Kerngeschäft Rückversicherung kommen wird und dass sich auch der Erstversicherer Ergo gut entwickeln wird, entsprach dem Konsens der Analysten. Überraschend ist mit der Vorlage der endgültigen Zahlen nun aber, dass sich das Kapitalanlageergebnis der Gruppe spürbar verbessert hat.

Das Kapitalergebnis stieg auf 1,9 Milliarden Euro nach 1,759 Milliarden Euro ein Jahr davor. Damit ist die Rendite wieder bei 3,1 Prozent, zuletzt standen an dieser Stelle noch Werte unter drei Prozent.

Wegen der undurchsichtigen Lage an den Weltmärkten bleiben die Münchener aber vorsichtig. Für das Gesamtjahr rechnen sie mit einer Rendite von 3,0 Prozent und einer Wiederanlagerendite von 2,2 Prozent. Weil das Zinsumfeld derzeit schon wieder nach unten zeigt, hat die Munich Re zuletzt ihre Aktienquote auf 5,5 Prozent erhöht. Zum Jahreswechsel lag sie noch bei 5,2 Prozent.

Das fällt negativ auf

Bei aller Freude über die gute Entwicklung in der Rückversicherung fällt auf, dass in diesem Segment der Bereich „Leben/Gesundheit“ belastet. Hier hat sich der Gewinn im zweiten Quartal beinahe halbiert. Nur noch 154 Millionen Euro stehen jetzt an dieser Stelle, nachdem es im Vorjahrszeitraum noch 285 Millionen Euro waren.

Wesentlicher Grund für den Rückgang ist ein schwaches Ergebnis in Australien. Hier belasteten zum einen Abschreibungen wegen veränderter gesetzlicher Regelungen. Zum anderen lag es an „einer verschlechterten Schadenerfahrung im Invaliditätsgeschäft“, wie Munich Re erklärt. Anders ausgedrückt: Man hat hier also draufgelegt, vermutlich sogar deutlich.

Vorsorglich kündigt der Rückversicherer deshalb schon mal an, dass die Ergebnisse in diesem Bereich in den kommenden Quartalen volatiler werden könnten. Das könnte dann auch Auswirkungen auf die Planungen für das Gesamtjahr haben. Hier rechnete Munich Re bisher mit 500 Millionen Euro, was sie jetzt aber infrage stellt. Der weitere Schadenverlauf im zweiten Halbjahr sowie die jährliche Reserveüberprüfung werden zeigen, ob die Planung dann noch der Realität entspricht.

Was jetzt passiert

Nach einem Gewinn von mehr als 1,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr müsste die Planzahl von 2,5 Milliarden Euro für das Gesamtjahr eigentlich gut zu erreichen sein. Die großen Schäden an Unwettern und Waldbränden schlagen aber erfahrungsgemäß erst im zweiten Halbjahr auf die Bilanz durch. Vorsicht ist also weiter angebracht.

Spannend wird ebenfalls sein, wie sich die Strategie von Konzernchef Joachim Wenning auf die Zahlen auswirkt. Er hatte vor einiger Zeit angekündigt, mehr Geschäft zeichnen zu wollen. Die Erneuerungsrunde im Juli brachte hier ein deutliches Plus von 8,9 Prozent. Sogar die Preise zogen um 0,5 Prozent leicht an.

Ob damit der seit längerem anhaltende Preisdruck endgültig vorbei ist, wird sich allerdings erst in den kommenden Quartalen zeigen. Werden sie so schadenarm bleiben wie im zweiten Quartal, dann werden die Kunden sicher erneut Abschläge bei den Preisen fordern. Erste Hinweise werden die großen Branchentreffen im Herbst in Monte Carlo und Baden-Baden bringen.

Mehr: Ernst Rauch ist „Chief Climate and Geo Scientist“ der Munich Re. Der Experte spricht über die Dringlichkeit neuer Technologien, „Fridays for Future“ und die Leistung von Greta Thunberg.

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