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Der Versicherer sieht sich trotz schlechtem Jahresstart weiter auf Kurs zu einem operativen Gewinn von mehr als elf Milliarden Euro für 2018.

(Foto: dpa)

Blitzanalyse Währungseffekte belasten die Allianz

Update: 15.05.2018 - 08:44 Uhr 1 Kommentar

MünchenEuropas größter Versicherer Allianz hat am Dienstag seine Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten.

• Der operative Gewinn sank in den ersten drei Monaten des Jahres leicht um sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Im Durchschnitt hatten die Analysten mehrheitlich sogar nur mit 2,707 Milliarden Euro gerechnet. Ausschlaggebend für das leichte Minus war unter anderem die Dollar-Euro-Wechselkursentwicklung, die den Konzern bereits 2017 belastete.

• Für das Gesamtjahr hält Vorstandschef Oliver Bäte dennoch am anvisierten operativen Gewinnziel von 11,1 Milliarden Euro fest – plus oder minus 500 Millionen Euro. Die Gruppe sei mit der Geschäftsentwicklung im Quartal genau bei 25 Prozent des operativen Ergebnisziels für das Gesamtjahr; dies wertet der Versicherer als ein gutes Zeichen, dass das Unternehmen auf Kurs ist.

Währungs- und Konsolidierungseffekte belasteten den Umsatz, der um 0,7 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro stieg. Aus eigener Kraft hätte die Allianz einen Zuwachs von fünf Prozent erreicht.

Das fällt positiv auf

Gewinnziel fest im Blick: Oliver Bäte nimmt auch im dritten Jahr seiner Amtszeit als Vorstandschef nicht den Fuß vom Gas. Die Marktvolatilität habe auf operativer Ebene zwar ihre Spuren hinterlassen, sagte er. Doch der Konzern sehe sich trotz Gegenwinds vom starken Euro auf Kurs zu einem operativen Gewinn von mehr als elf Milliarden Euro in diesem Jahr. So laufen die meisten Geschäftssegmente gut – nur das operative Ergebnis in der Kranken- und Lebensversicherung ging wegen Währungsschwankungen und volatiler Märkte deutlich zurück.

Dagegen konnte die im Vorjahr schwächelnde Sachversicherung ihre Bruttobeitragseinnahmen steigern. Doch dort steht ein Umbau an. „Wir werden 2018 und in den Folgejahren die Sachversicherung ebenfalls zukunftssicher machen“, kündigte Bäte auf der Hauptversammlung vor wenigen Tagen an.

In der Lebensversicherung und Vermögensverwaltung sei das bereits geschehen. „Ihre gesamte Allianz wird einfacher und schrittweise digitaler werden“, versprach der Topmanager. Das werde Zeit und Mühe kosten und „nicht immer geräuschlos vonstatten gehen“. Die Schaden- und Unfallversicherung ist traditionell der größte Ertragsbringer für Europas größten Versicherer und der Bereich, in dem Bäte am liebsten zukaufen will.

Das fällt negativ auf

Übersichtliches Wachstum: Die Allianz bleibt bei der Gewinnhöhe zwar weiter eine Welt für sich, doch beim Geschäftswachstum hat der blaue Riese aus München noch Luft nach oben. Das Prämienvolumen wuchs im ersten Quartal lediglich um 0,7 Prozent.

Der Gesamtumsatz des wichtigsten Rivalen Axa legte dagegen im ersten Quartal um zwei Prozent zu. Während Axa zudem durch den jüngst erfolgten Kauf des Industrieversicherers XL Catlin auch externes Wachstum hinzufügt, kann Bäte beim Thema Akquisitionen keine Fortschritte berichten.

Zuletzt brachte der Vorstandschef eine Fusion unter Gleichen ins Spiel. Doch das kam bei der Zurich Insurance Group, die stets als möglicher Partner gehandelt werden, nicht gut an. Der Schweizer Versicherungskonzern erteilte Großtransaktionen erneut eine Absage. „Wir leben nicht für Fusionen und Zukäufe“, sagte Finanzchef George Quinn vergangene Woche in einer Telefonkonferenz für Analysten. Für das Unternehmen stünden die operativen Vorhaben an oberster Stelle. Großtransaktionen würden enorme vom Geschäft ablenken. Ein Liebeswerben klingt anders.

Was jetzt passiert

Engere Führung durch stärkere Zentralisierung: Um die Profitabilität zu erhöhen und der befürchteten Konkurrenz durch große Internet-Plattformen und kleine Start-ups vorzubeugen, will Vorstandschef Oliver Bäte die Vielzahl der verschiedenen Policen künftig reduzieren, wie die Allianz bereits auf dem Aktionärstreffen verkündete.

Zudem gibt Bäte den ziemlich eigenständigen 70 Ländergesellschaften weltweit standardisierte Produkte vor. „Wir arbeiten an vielen Stellen viel zu komplex“, sagte er auf der Hauptversammlung in München. „Die Straußeneier des Wettbewerbs sind Produktivität, Einfachheit und Innovation.“

Bäte will diese Ländergesellschaften nun durch stärkere Zentralisierung enger führen, Systeme und Prozesse würden drastisch vereinfacht und harmonisiert, sagte der Konzernchef. Darüber wachen soll im Vorstand der eigens für die „Transformation“ berufene Manager Ivan de la Sota.

Das Direktgeschäft - also den Verkauf von Versicherungen über Internet und Telefon - will Bäte „bündeln“. Dazu gehöre auch ein einheitlicher Risikoträger, betonte der Allianz-Chef am Rande der Hauptversammlung in München. Die Allianz werde sich nach den erfolgreichen Umbauprogrammen bei der Vermögensverwaltung und in der Lebensversicherung nun die Schaden- und Unfallversicherung vornehmen, so Bäte. Das werde „nicht geräuschlos vonstattengehen“. Ziel ist es, die Allianz sehr viel einfacher zu machen.

Ziel der Operation sei nicht nur, mehr Policen zu verkaufen, sondern auch die Profitabilität zu steigern: Die Eigenkapitalrendite – also das Verhältnis von Gewinn zu Eigenkapital – soll bis Ende des Jahres auf 13 Prozent steigen. „Wir konnten unsere Produktivität in den vergangenen Jahren nicht so verbessern, wie wir und das vorgenommen hatten“, räumte Bäte auf der Hauptversammlung ein.

So sei die Kostenquote seit 2015 weiter gestiegen. Im abgelaufenen Jahr lag die Eigenkapitalrendite allerdings bereits bei 11,8 Prozent. Konkurrent Axa kam hier nur auf 8,8 Prozent. Sollte der Abstand zum wichtigsten französischen Konkurrenten im laufenden Jahr noch etwas größer werden, dürften die Allianz-Aktionäre allerdings zu den Letzten gehören, die etwas dagegen haben.

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1 Kommentar zu "Blitzanalyse: Währungseffekte belasten die Allianz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das Handelsblatt berichtet mal wieder tendenziös, denn am Ende steht die Allianz deutlich besser da.
    die Allianz hat folgendes veröffentlicht:
    Auf Anteilseigner entfallender Quartalsüberschuss steigt in 1Q 2018 um 6,8 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro aufgrund geringerer Steuerbelastung und niedrigerer Restrukturierungsaufwendungen