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Deutsche Bank

Das deutsche Geldhaus und seine Partnerbanken wollen kommende Woche die Pilotphase für ihre Finanzierungsplattform starten.

(Foto: dpa)

BNP, Citi, HSBC Deutsche Bank gründet mit weiteren Instituten gemeinsame Finanzierungsplattform

Das Frankfurter Geldhaus und sechs weitere Großbanken wollen die Handelsfinanzierungen ihrer Kunden vereinfachen. Die Plattform soll Standards setzen.
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Frankfurt Mit Kooperationen tun sich Banken häufig schwer. Zu unterschiedlich sind oft die eigenen Vorstellungen und Prozesse, zu groß der Konkurrenzdruck. Nun haben sich gleich sieben Großbanken zusammengetan, um sich und ihren Kunden die Finanzierung von Handelsgeschäften zu erleichtern.

So etwas traut man gewöhnlich der Blockchain-Technologie zu, in diesem Fall wählten die Gründer aber einen „normalen“ digitalen Anbieter aus. Bis Jahresende wollen die Institute, zu denen auch die Deutsche Bank zählt, ein digitales „Handelsinformationsnetzwerk“ schaffen, teilten die Initiatoren am späten Mittwochabend mit.

Handelsfinanzierung zählt zu den stabilen Geschäftsfeldern, die die Deutsche Bank fördern will. Neben Deutschlands größtem Geldhaus sind die australische ANZ, die spanische Banco Santander, die französische BNP Paribas, die amerikanische Citi, sowie die britischen Institute HSBC und Standard Chartered mit von der Partie.

Die Gründerbanken haben ein sogenanntes Memorandum of Understanding unterzeichnet und wollen die Pilotphase kommende Woche auf der internationalen SIBOS-Konferenz im australischen Sydney starten. Bei der geplanten Plattform können sich Banken und Unternehmenskunden registrieren lassen. Unternehmen, die nach einer Bank suchen, die ihnen ein Handelsgeschäft finanziert, können dann wichtige Dokumente hochladen und die beteiligten Geldhäuser dann um Angebote bitten.

„Die Initiative soll dabei helfen, den bürokratischen Aufwand für Handelsfinanzierungen zu senken und auch für mehr Sicherheit sorgen, weil Kunden dort verifizierte Warenbestellungen und Rechnungen hochladen können“, sagte der Leiter des Handelsfinanzierungsgeschäfts der Deutschen Bank, Daniel Schmand, dem Handelsblatt.

Der Vorteil für Kunden: Sie müssen die Dokumente nur einmal hochladen. Der Vorteil der Banken: Sie können erkennen, ob die Warenbestellungen und die gestellten Rechnungen vom Käufer verifiziert und akzeptiert wurden. Das Handelsgeschäft selbst wird dann zwischen Bank und Unternehmen bilateral abgeschlossen, die Plattform dient nur der Anbahnung des Geschäfts.

Die Gründer rechnen mit regem Interesse ihrer Kunden: „Die beteiligten Banken haben die Plattform nach den Vorstellungen gestaltet, die ihre wichtigsten Kunden geäußert haben“, sagt Schmand. Das Projekt ist aber nach allen Seiten für weitere Teilnehmer offen – für weitere Kunden wie für weitere Banken, stellt er klar. Weitere 20 Geldhäuser aus der ganzen Welt haben haben neben mehreren Unternehmen bereits Interesse signalisiert und wollen schon in der Pilotphase das neue Angebot testen.

Rogier Schulpen, Chef für Handelsfinanzierung bei Santander, geht davon aus, dass vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen von der neuen Plattform profitieren können. Auch Jacques Levet von BNP Paribas ist davon überzeugt, dass die einheitliche Plattform dafür sorgen wird, dass die Realwirtschaft profitieren wird, wenn Unternehmen über die Plattform Zugang zu einem globalen Angebot für Handelsfinanzierungen bekommen werden.

Es ist sicher kein Zufall, dass die Idee hinter der Plattform entfernt an Vergleichsplattformen wie Interhyp oder Check24 erinnert, über die Baufinanzierungen oder Versicherungen vermittelt werden. Zwar spielt auch eine bessere Effizienz durch weniger Papierkram und mehr Standardisierung eine wichtige Rolle. Aber die Plattform verbindet auch Kunden mit einer ganzen Reihe konkurrierender Banken.

Im Firmenkundengeschäft sind solche Projekte noch neu. Genau darin liegt vielleicht auch der Charme des Projekts: Die sieben Gründerbanken rollen den Markt selbst aus, bevor es Konkurrenten aus der digitalen Welt tun.

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