BNP Paribas und Commerzbank Paris begrüßt mögliche Banken-Annäherung

Die französische Regierung begrüßt eine mögliche Annäherung der BNP Paribas und der Commerzbank. Laut einem Zeitungsbericht will die französische Großbank sich einen Anteil von 15 Prozent an der Commerzbank angeln.
Update: 05.10.2017 - 12:04 Uhr Kommentieren
Paris begrüßt Annäherung zwischen BNP Paribas und Commerzbank Quelle: AFP
Commerzbank in Frankfurt

Auch auf dem Bankensektor könnte es bald zu einem deutsch-französischen Zusammenschluss kommen.

(Foto: AFP)

ParisDer französische Regierungssprecher Christophe Castaner hat es begrüßt, dass sich die heimische Großbank BNP Paribas Deutschland und der Commerzbank zuwendet. Castaner reagierte damit am Mittwoch in Paris auf einen Bericht des Enthüllungsblatts „Le Canard Enchainé“, wonach Präsident Emmanuel Macron eine Annäherung der beiden Kreditinstitute gerne sehen würde. Erst in der vergangenen Woche hatte es mit der Verbindung von Siemens und Alstom ein deutsch-französisches Industriebündnis im Bahngeschäft gegeben.

Castaner sagte: „Für die Politik der internationalen Entwicklung von BNP Paribas ist heute BNP Paribas zuständig. Und es ist gut, dass sie (die Bank) sich auch Deutschland und einer so wichtigen Bank wie der Commerzbank hinwendet.“ Laut Zeitungsbericht geht es um den Commerzbank-Anteil des Bundes von rund 15 Prozent. Über den möglichen Verkauf dieser Beteiligung herrsche aber bisher keine Klarheit.

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BNP Paribas will in Deutschland in den kommenden Jahren stark zulegen und den Konkurrenten Marktanteile abjagen. „Wir haben uns vorgenommen, in Deutschland jährlich mit acht Prozent zu wachsen“, sagte Deutschland-Chef Lutz Diederichs bereits Ende September. Die Erträge sollen bis 2020 auf zwei Milliarden Euro von 1,5 Milliarden im vergangenen Jahr steigen. Dieses Ziel wolle BNP sogar ohne Zukäufe erreichen.

Wie die Konkurrenten wollen die Franzosen insbesondere das Geschäft mit dem Mittelstand ausbauen und auch Unternehmen mit weniger als 250 Millionen Euro Umsatz ins Visier nehmen. „Erster strategischer Schwerpunkt wird die Vertiefung der Kundenbeziehungen im internationalen deutschen Mittelstand sein“, sagte Diederichs. Er setzt darauf, dass die Kunden das internationale Netz der Bank, die in 74 Ländern vertreten ist, und das breite Produktangebot nutzen wollen.

Vom Ausbau des Geschäfts mit dem Mittelstand soll auch die Vermögensverwaltung profitieren. Die Inhaber von mittelständischen Firmen sind zugleich wichtige Kunden der Vermögensverwalter. „Wir werden erheblich dazugewinnen“, sagte Diederichs. In drei Jahren wolle die Bank zu den Top-5 bis Top-7 Vermögensverwaltern in Deutschland gehören, bislang zählt sie nicht zu den Top-Ten.

Zudem will Diederichs in das Geschäft mit der Immobilienfinanzierung für Privatkunden einsteigen. Das soll durch eine Kooperation über die Vermittlung von Krediten geschehen, sagte der Deutschland-Chef. Darüber spreche die Bank mit verschiedenen Anbietern, eine Entscheidung solle in den nächsten zwei bis drei Monaten fallen.

Zum kolportierten Interesse der Franzosen an der Commerzbank wollte er sich Ende September noch nicht äußern. „Ich kann und will das nicht kommentieren“, sagte Diederichs auf die Frage nach dem Sinn einer deutsch-französischen Bankenfusion. Zugleich unterstrich er, dass BNP in Deutschland nicht in das Filialgeschäft vordringen will. „Es ist ein strategischer Vorteil, dass wir keine Filiale haben und es ist auch nicht unser Ziel, Filialen aufzubauen.“ BNP könne sich in Deutschland voll auf die Digitalisierung konzentrieren, während Konkurrenten wie die Commerzbank oder die Deutsche Bank ihr Filialnetz umbauen. „Wir sind sehr froh, mit dieser Positionierung drei Millionen Kunden zu haben, aber keine einzige Filiale.“

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