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BNY Mellon Warum drei Praktikanten Millionen kosteten

Der Fall erregte Aufsehen: 14,5 Millionen Dollar Bußgeld muss eine US-Bank an die Börsenaufsicht bezahlen, weil sie drei Praktikanten bevorzugt beschäftigte. Der Vorwurf: Korruption. Der Eifer der Behörden geht zu weit.
2 Kommentare
Eine New Yorker Investmentbank muss ein Bußgeld zahlen, weil sie Praktikanten vorzugsweise beschäftigt hat. Quelle: Fotolia.com
Praktikant

Eine New Yorker Investmentbank muss ein Bußgeld zahlen, weil sie Praktikanten vorzugsweise beschäftigt hat.

(Foto: Fotolia.com)

New York Ein Bußgeld von 14,5 Millionen Dollar ist nicht viel für eine große Bank – angesichts der Tatsache, dass es in der Branche schon Strafgelder in zweistelliger Milliardenhöhe gegeben hat. Interessant ist aber, wofür die BNY Mellon von der US-Wertpapieraufsicht (SEC) zur Kasse gebeten wurde: Sie hatte drei Angehörige von Geschäftsfreunden als Praktikanten beschäftigt. Das, so findet die SEC, ist Korruption. Ein Fall, der zeigt, wie weit der Eifer der Behörden in den USA gehen kann. Und ein Fall, der absurd ist vor dem Hintergrund des durch und durch korrupten Systems der Wahlkampffinanzierung in Amerika.

Ein Indiz dafür, dass es nicht mit rechten Dingen zuging, war für die SEC die Tatsache, dass die drei Bewerber nicht den ansonsten geforderten Notenschnitt hatten. Wichtig war außerdem: Es handelte sich bei den Geschäftsfreunden um Manager eines Staatsfonds. Und damit um „Officials“ im amerikanischen Sprachgebrauch. Denn darunter fallen nicht nur Beamte oder Angestellte im öffentlichen Dienst, sondern auch Angestellte staatlicher Unternehmen.

Verboten ist laut US-Gesetzgebung, solchen Leuten irgendetwas zukommen zu lassen, was einen Wert hat. Das führt zu der Frage: Was ist der Wert eines Praktikums? Etwa die Bezüge? In der Regel werden Praktikanten nicht oder nur geringfügig bezahlt, darum geht es ja überhaupt nicht. Oder die Chance, dort Erfahrungen zu machen? Die sind wahrscheinlich wertvoll.

„Trag nie Hermes-Krawatten. Niemals“
Rauchen
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1. Tipp:

Ist dein Chef ein Raucher, bist du gefälligst auch ein Raucher.

(Foto: dpa)
Pakistan's Asad Shafiq (R) plays a shot away from India's Singh Dhoni during their ICC Champions Trophy group B match at Edgbaston cricket ground in Birmingham
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2. Tipp:

Ist dein Chef ein Inder oder ein Pakistani? Lerne die Cricketregeln. In dem Fall raucht er wahrscheinlich auch, also siehe Tipp Nummer 1. Aber Vorsicht: Wenn er nicht raucht, ist er ein vegetarischer Yoga-Meister.

(Foto: Reuters)
-
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3. Tipp:

Trag nie Hermes-Krawatten. Niemals. Die muss man sich erst verdienen.

(Foto: Die Konzernchefs des Luxus-Unternehmens Hermes)

(Foto: AFP)
Bekleidungshaus Policke
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4. Tipp:

Kauf einen bis drei anständige Anzüge, ohne Bundfalten und Aufschläge. Und trag keine Krawatte, solange du nicht in ein Meeting gehst. Niemand mag die Streber, die so herumlaufen.

(Foto: dpa)
Krawatten sind in
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5. Tipp:

Lerne, wie man einen doppelten Windsor knüpft. Und zwar nicht zu dick.

(Foto: dpa)
Fashion Week: Hugo Boss Show
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6. Tipp:

Sieh zu, dass deine Schuhe immer blitzblank poliert sind. Und zwar ohne, dass jemand merkt, dass du sie polieren lässt. Das musst du dir erst verdienen.

(Foto: dapd)
huGO-BildID: 31168720 Graduates pose for photographs during commencement at Yale University in New Haven, Conn., Monday, May 20, 2013. (AP Photo Jess
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7. Tipp:

Wenn du an einer guten Schule warst, dann finde heraus, ob jemand von Bedeutung auch dort war. Das wird dein Mentor. Aber mach kein Aufhebens wegen deiner Universitäts-Lorbeeren. Die werden jetzt einfach vorausgesetzt.

(Foto: ap)

Und Praktikumsplätze bei großen New Yorker Geldhäusern sind durchaus begehrt, wenn auch bisher nicht niemand behauptet hat, dass sich ausgerechnet bei der BNY die meisten Studenten mit Top-Noten drängeln. Trotzdem: Wie lässt sich der Wert eines Praktikums bemessen? Und wenn er sich nicht bemessen lässt, was gilt dann noch alles als wertvoll, obwohl der genaue Wert sich gar nicht angeben lässt?

JP Morgan hatte auch schon Stress mit Aufsichtsbehörden, weil die Bank Leute mit guten Beziehungen in anderen Ländern eingestellt hat. Aber dabei ging es um gute Jobs und nicht um Praktikantenstellen. Wer je in einer Bank oder einem anderen Unternehmen gearbeitet hat, weiß, dass dort manchmal Kinder wichtiger Kunden oder wichtiger Mitarbeiter Jobs bekommen – Kukis und Mikis genannt. Wahrscheinlich ist es schon seit Jahrtausenden üblich, dass Geschäftsfreunde gegenseitig ihren Nachwuchs für eine Zeit im Betrieb arbeiten lassen. Wie lange noch?

Der neue Vorstoß der SEC macht vor allem eines deutlich: Niemand kann sich sicher fühlen. Niemand kann überblicken, was künftig noch als „wertvoll“ gilt. Und wenn Manager staatlicher Unternehmen, die rein privatwirtschaftlich agieren, zum gefährlichen Freundeskreis gehören, warum dann nicht künftig auch Manager ganz privater Unternehmen? Wer Freunde hat und irgendetwas für sie tut, kommt schon in den Verdacht der Korruption.

Finance Briefing
Wer Freunde hat, ist korrupt
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2 Kommentare zu "BNY Mellon : Warum drei Praktikanten Millionen kosteten "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Vielleicht kann mir ja mal jemand erklären, weshalb eine Frauenquote unserem Ideal von Gleichberechtigung entsprechen soll, die Bevorzugung familiennaher Angehöriger Praktikanten aber gegenüber allen anderen Praktikanten hinzunehmen ist.

    Legal ist halt immer noch das, wie unsere Gesellschaft die Ausgrenzung anderer zu rechtfertigen vermag.

  • Nun, dass die Amerikaner empfindlich auf Korruption reagieren, lässt sich aus ihrer Geschichte der Industrialisierung ableiten, die von einigen Monopolen geprägt war.

    Es mag sein, dass die Aufsichtsbehörde vorliegend den Bogen überspannt hat. Aber ich persönlich würde mir wünschen, dass in Deutschland eine Korruptionsbekämpfung stattfinden würde, wie sie die Amerikaner haben. Korruption zu bekämpfen, bedeutet Chancengleichheit zu gewährleisten.

    Und mal ganz ehrlich: Werden nicht in Deutschland vor den Wahlen an bestimmte Klientel Wahlgeschenke gemacht und versprochen? Zuletzt Frau Nahles und ihre Rentenreform.

    Wir Deutsche sollten mal ganz still in uns gehen und nicht dauernd auf Griechenland und anderen Ländern herumschimpfen. Hierzulande ist in Sachen Korruption auch einiges nicht in Ordnung.

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