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Börsenbetreiber Deutsche Börse streicht in Deutschland 218 Stellen

Der Jobabbau bei Deutschlands größtem Börsenbetreiber nimmt Konturen an. Gut 60 Prozent der Streichungen sollen hierzulande stattfinden.
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Deutsche Börse streicht in Deutschland 218 Stellen Quelle: dpa
Deutsche Börse

Der Börsenbetreiber will mit Stellenstreichungen knapp 50 Millionen Euro einsparen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Als Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer Ende Mai seine Strategie vorstellte, hatte er für die Mitarbeiter eine schmerzhafte Botschaft. Rund 350 Stellen sollen im Rahmen der „Roadmap 2020“ gestrichen werden. Dabei werde er auch vor leitenden Angestellten keinen Halt machen, sagte Weimer. „Wir müssen Manager loswerden, die nicht genug Wert für unser Unternehmen schaffen.“

Innerhalb der Deutschen Börse hat die Ankündigung für viel Unruhe gesorgt, weil monatelang unklar war, wer betroffen sein wird. Doch diese Unsicherheit wird bald ein Ende haben. Denn die Konturen des Stellenabbaus werden nun immer klarer.

Von den Streichungen entfallen gut 60 Prozent auf Deutschland, wie mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt sagten. Insgesamt sollen in der Bundesrepublik in den nächsten drei Jahren 218 Stellen wegfallen – der Großteil davon in der IT und im Nachhandelsgeschäft. Die meisten anderen Arbeitsplätze dürften in Luxemburg gestrichen werden, wo die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream beheimatet ist.

Ein Sprecher des Börsenbetreibers bestätigte den geplanten Abbau von 218 Stellen in Deutschland. Dieser sei eine Komponente der „Roadmap 2020“. Es gebe Veränderungen in der Branche, auf die das Unternehmen reagieren müsse, sagte der Sprecher. „Wir werden das sehr verantwortlich den Mitarbeitern gegenüber machen.“

Die Deutsche Börse hatte Ende vergangenen Jahres 5640 Mitarbeiter, davon 2567 in Deutschland. Der geplante Abbau in der Bundesrepublik entspricht somit gut acht Prozent der Belegschaft. Ein großer Teil davon arbeitet in der Zentrale der Deutschen Börse in Eschborn bei Frankfurt.

Die Mitarbeiter sollen am Dienstag über die Details des Stellenabbaus informiert werden. Ein zentrales Element dabei soll ein Freiwilligenprogramm sein. Es ermöglicht Beschäftigen unter anderem, in Vorruhestand zu gehen oder die Börse gegen eine Abfindung zu verlassen.

Hoffnung auf Freiwilligenprogramm

Im Unternehmen gibt es die Hoffnung, dass sich im Rahmen dieses Programms genügend Mitarbeiter melden, die bereit sind, den Konzern zu den angebotenen Konditionen zu verlassen. Bei vorangegangenen Abbauprogrammen war dies meistens der Fall.

Weimers „Roadmap 2020“ hat drei wesentliche Stoßrichtungen: organisches Wachstum, Zukäufe und einen stärkeren Fokus auf Technologie. In den nächsten Jahren will er in neue Technologien wie die Blockchain, Datenanalyse und das Cloud-Geschäft 270 Millionen Euro investieren – und in diesen Zukunftsbereichen auch eine dreistellige Zahl an neuen Stellen schaffen.

In anderen Bereichen will Weimer dagegen Stellen streichen und die Kosten bis 2020 um 100 Millionen Euro drücken. „Ob am Ende des Tages etwas mehr oder etwas weniger als 350 Stellen wegfallen, ist nicht entscheidend“, sagte der Vorstandschef Ende Mai. „Entscheidend ist, dass wir die 100 Millionen Euro erreichen.“

Die Stellenstreichungen sollen knapp 50 Millionen Euro zu den Einsparungen beitragen. Die andere Hälfte soll durch Kostensenkungen in der IT, eine Bereinigung des Produktportfolios sowie durch die Verlagerung von Aufgaben an Niedriglohnstandorte in Tschechien und Irland erzielt werden.

Betriebsbedingte Kündigungen schließe er zwar grundsätzlich nie aus, wolle sich aber um einen sozialverträglichen Abbau bemühen, sagte Weimer. Er will für Abfindungspakete und Frühverrentungen maximal 130 Millionen Euro in die Hand nehmen.

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