Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Börsenbetreiber Deutsche Börse sucht nach Übernahmezielen

An der zum Verkauf stehenden Börse Oslo hat Firmenchef Theodor Weimer kein Interesse. Im Geschäft mit Währungen würde er jedoch gerne zukaufen.
Kommentieren
Die Deutsche Börse profitierte 2018 von den starken Schwankungen an den Finanzmärkten. Quelle: picture alliance/dpa
Zentrale der Deutschen Börse in Eschborn

Die Deutsche Börse profitierte 2018 von den starken Schwankungen an den Finanzmärkten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Frankfurt Die Deutsche Börse hat ihren bereinigten Gewinn im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf eine Milliarde Euro ausgebaut. Doch Vorstandschef Theodor Weimer war am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz sichtlich bemüht, die Erwartungen zu dämpfen. „Wir werden nicht übermütig“, sagte der 59-Jährige. „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.“

Diese Zurückhaltung ist aus Sicht von Analysten angebracht. Denn die Deutsche Börse profitierte 2018 von den starken Schwankungen an den Finanzmärkten. Das laufende Jahr dürfte deshalb schwieriger werden. Das Unternehmen selbst rechnet 2019 nur noch mit einem Gewinnplus von rund zehn Prozent.

Weimer hat nach dem vorzeitigen Abgang von Carsten Kengeter Anfang 2018 die Führung der Deutschen Börse übernommen. Seine Strategie setzt auf neue Technologien, organisches Wachstum und Zukäufe. „Wir brauchen größere Deals, die uns weiter nach vorn bringen“, sagte er im November im Handelsblatt-Interview.

Doch es wird nicht einfach, dieses Versprechen einzulösen, denn viele potenzielle Übernahmeziele sind aktuell sehr teuer. Wie wahrscheinlich ein großer Zukauf 2019 sei, könne er nicht beziffern, sagte Weimer. „Sie müssen einfach zugreifen, wenn sich die Möglichkeiten ergeben.“ Und der ehemalige Investmentbanker ist zuversichtlich, dass ihm das früher oder später gelingen wird. „Ich will ja nicht als Ankündigungsweltmeister in die Gazetten eingehen.“

An der Börse Oslo, um die gerade ein Bieterwettkampf zwischen der europäischen Mehrländerbörse Euronext und der amerikanischen Nasdaq tobt, hat Weimer jedoch kein Interesse. Die Norweger sind stark im Aktienhandel aktiv. Und diesen Bereich will die Deutsche Börse nicht ausbauen, weil ihn Investoren nicht so hoch bewerten wie beispielsweise das Derivategeschäft.

Lieber würde Weimer dagegen im Geschäft mit Währungen zukaufen. „Da gibt es sehr gute Argument für.“ Der Markt sei mit einem täglichen Volumen von rund 6 000 Milliarden Dollar riesig. Bisher laufe das Geschäft zwar zu über 90 Prozent außerhalb von Börsen ab, doch das wird sich aus Sicht von Weimer ändern. Er glaubt, dass künftig mehr Währungsgeschäfte über Handelsplattformen abgewickelt werden – und sieht in dem Bereich deshalb große Wachstumschancen.

Die Deutsche Börse ist in das Geschäft erst 2015 mit der Übernahme der Frankfurter Devisenhandelsplattform 360T eingestiegen. Im vergangenen Jahr stärkte der Konzern den Bereich dann durch den Kauf des US-Anbieters GTX. Ein weiteres denkbares Übernahmeziel ist die Devisenhandelsplattform FXall. Diese würde aber voraussichtlich mehr als drei Milliarden Dollar kosten.

Ermutigende Signale

Da die Deutsche Börse aus eigener Kraft nur 1,5 Milliarden Euro stemmen kann, müsste sie für einen großen Deal frisches Kapital einsammeln. Aus Sicht von Weimer wäre das aber kein Problem. „Unsere Investoren ermutigen uns beim Thema Zukäufe. Und unsere Investoren würden uns das Geld auch geben.“

In der Vergangenheit hatte die Deutsche Börse bei Zukäufen und Fusionen allerdings selten ein glückliches Händchen. Mehrere Versuche, mit der Londoner Börse zu verschmelzen, scheiterten, zuletzt 2017.

Aus Sicht von Weimer ist die Zeit klassischer Börsenfusionen vorbei. Es gehe nun darum, einzelne Assetklassen zu konsolidieren – beispielsweise die Bereiche Währungen, Daten, Anleihen und Rohstoffe. Völlig ausschließen will er die Übernahme einer klassischen Börse jedoch nicht. „Wenn irgendwann mal eine Börse käme und würde irgendwie zu uns passen“, sagte Weimer, dann würde man sich das angucken.

Startseite

Mehr zu: Börsenbetreiber - Deutsche Börse sucht nach Übernahmezielen

0 Kommentare zu "Börsenbetreiber: Deutsche Börse sucht nach Übernahmezielen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote