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Bond-Portfolio Wie US-Kommunalanleihen für die Deutsche Bank zum Albtraum wurden

Die Bank investierte 2007 in ein Bond-Portfolio und soll über einen Zeitraum von zehn Jahren 1,6 Milliarden Dollar verloren haben. Auch Warren Buffett war in den Deal verstrickt.
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Das Anleihe-Portfolio hatte intern offenbar den Spitznamen „Berkshire-Trade“. Quelle: AP
Deutsche Bank

Das Anleihe-Portfolio hatte intern offenbar den Spitznamen „Berkshire-Trade“.

(Foto: AP)

New York Amerikanische Kommunalanleihen gelten eigentlich als sichere Anlage. Das Ausfallrisiko ist meist gering, die Rendite in der Regel besser als bei Staatsanleihen. Ein Deal der Deutschen Bank ging jedoch nach hinten los. Er habe dem Frankfurter Institut nicht nur Verluste beschert, sondern auch eine interne Untersuchung darüber, ob die Bank Anleger in die Irre geführt hat, berichtet das „Wall Street Journal“.

Probleme bereitete vor allem das Timing des Deals. Die Bank kaufte 2007 ein Portfolio von 500 Kommunalanleihen im Wert von 7,8 Milliarden Dollar und lies es von Spezialversicherern vor Zahlungsausfällen schützen.

Doch die Finanzkrise, die ein Jahr später mit voller Wucht ausbrach, brachte sowohl die Kommunen als auch die Versicherer unter Druck, was sich auf den Wert des Portfolios auswirkte.

Die Bank habe sich jedoch jahrelang geweigert, die Bewertung der Bonds und damit zusammenhängende Derivate entsprechend in den Büchern anzupassen, heißt es in dem Artikel. Bedenken der Finanzprüfer seien abgebügelt worden.

Aus Sorge vor Zahlungsausfällen habe die Bank im März 2008 bei Berkshire Hathaway, dem Konglomerat von Star-Investor Warren Buffett, zusätzliche Kreditausfallversicherungen abgeschlossen, sogenannte Credit Default Swaps (CDS). Kosten laut WSJ: 140 Millionen Dollar.

Das habe dem Anleihe-Portfolio intern den Spitznamen „Berkshire-Trade“ eingebracht. Berkshire war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der Konzern hat seine Geschäfte mit CDS, die Buffett einst als „Massenvernichtungswaffen“ bezeichnete, über die Jahre stark zurückgefahren.

Die Zweifel am Umgang mit den Anleihen wuchsen. Nach und nach habe die Bank schließlich Rücklagen geschaffen, auch weil ihr Finanzprüfer KMPG unangenehme Fragen aufgeworfen hatte.

Das Portfolio wanderte 2012 schließlich in die sogenannte Bad Bank, in der nach der Krise Vermögenswerte zum Abwickeln oder Verkauf gebündelt wurden. Doch die Sorge um steigende Verluste blieb. Anfang 2016 seien die Rücklagen auf über eine Milliarde Dollar angeschwollen, heißt es in dem Bericht. Bis zum Verkauf vor zwei Jahren soll die Bank schließlich 1,6 Milliarden Dollar Verluste gemacht haben.

Ein Sprecher der Bank bestätigte, dass das Bond-Portfolio 2016 abgewickelt wurde, als auch die Bad Bank aufgelöst wurde. „Externe Anwälte und Wirtschaftsprüfer haben die Transaktion bewertet und bestätigt, dass sie mit Prüfungsstandards und üblichen Verfahren übereinstimmt.“

Noch nachdem Christan Sewing seinen Vorgänger John Cryan im April 2018 an der Spitze der Deutschen Bank ablöste, hätten Manager des Instituts noch über das Portfolio diskutiert, berichtet die Zeitung. Eine interne Untersuchung, die 2017 startete, sollte klären, ob die Bank Quartalsergebnisse korrigieren und Probleme bei der Bewertung komplexer Positionen ansprechen sollte. Doch die Bank habe sich dem Bericht zufolge dagegen entschieden. Die Untersuchung sei mittlerweile abgeschlossen.

Mehr: Lesen Sie hier, warum Investoren Zweifel an den Plänen der Deutschen Bank haben, sich als europäische Investmentbank zu positionieren.

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1 Kommentar zu "Bond-Portfolio: Wie US-Kommunalanleihen für die Deutsche Bank zum Albtraum wurden"

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  • Sehr geehrte Frau Dörner,

    so,so. Die Deutsche Bank hat bei einem Aktienportfolio viel Geld verloren. Das ist natürlich eine Sensation, die mir den Atem abschnürt. Und die Schuhe zieht es mir auch aus. Auch wenn die Hintergründe in Ihrem Artikel im Dunkel bleiben.

    Mal so eine Frage: Wie wäre es mit Recherche? Schon gehört, dass es so etwas gibt?

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