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Bonikürzungen Deutsche Bank fürchtet Abwanderung von Mitarbeitern

Bei der Deutschen Bank werden die Boni für das Jahr 2018 um mehr als zehn Prozent gekürzt. Deshalb befürchtet das Geldhaus Kündigungen frustrierter Mitarbeiter.
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Christian Sewing hat dem Institut ein Sparprogramm verordnet. Quelle: dpa
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Christian Sewing hat dem Institut ein Sparprogramm verordnet.

(Foto: dpa)

FrankfurtEigentlich war 2018 kein schlechtes Jahr für die Investmentbanker dieser Welt. Deshalb rechnet die Branche insgesamt auch mit stabilen oder sogar leicht steigenden Bonuszahlungen.

Nicht so bei der Deutschen Bank. Eine endgültige Entscheidung steht zwar noch aus, aber Stand jetzt will das Frankfurter Geldhaus die Boni für 2018 im Vergleich zum Vorjahr um deutlich mehr als zehn Prozent kürzen, in einzelnen Bereichen könnten die Einschnitte auch noch härter ausfallen, hieß es in Finanzkreisen.

Klar ist, dass die endgültige Bonus-Summe unter zwei Milliarden Euro liegen wird, weniger schüttete die Bank nur im Problemjahr 2016 aus. Für 2017 hatten sich die Boni auf 2,2 Milliarden Euro summiert.

Für Christian Sewing ist die Bonuspolitik ein heikler Balanceakt. Auf der einen Seite hat der Vorstandschef versprochen, die Kosten zu senken, andererseits muss er verhindern, dass talentierte Mitarbeiter frustriert die Bank verlassen.

Das könnte jetzt allerdings noch schwieriger werden. „Bei der Deutschen Bank denken viele über eine Veränderung nach, die Kürzung der Boni dürfte dieses Problem noch verschärfen“, meint Personalberater Nils Wilm, Geschäftsführer von Bankenwelt Executive Search.

Das Sparprogramm bedeutet allerdings nicht, dass jeder Deutschbanker weniger verdienen wird. Dafür sind zwei Gründe verantwortlich. Zum einen will Sewing bis Ende 2019 mindestens 7.000 Arbeitsplätze abbauen. Im Investmentbanking sind in den Bereichen mit direktem Kundenkontakt bereits 1.000 Stellen weggefallen. Der kleinere Bonustopf verteilt sich also auf deutlich weniger Mitarbeiter.

Außerdem will die Bank Finanzkreisen zufolge die Prämien deutlich stärker differenzieren, zum einen nach erfolgreichen und weniger erfolgreichen Bereichen, zum anderen nach der individuellen Leistung der einzelnen Banker. Große Investoren hatten bereits in den vergangenen Monaten gedrängt, bei den Boni zu sparen und die Ausschüttungen stärker zu spreizen.

Personalberater zweifeln allerdings, dass diese Differenzierung das Abwanderungsproblem lösen kann. „Selbst in gut laufenden Bereichen, in denen auch die Boni steigen dürften, sind bei der Deutschen Bank viele Mitarbeiter offen für eine Veränderung“, meint Wilm.

Für viele gehe es gar nicht mehr ums Geld, die Bank kämpfe seit Jahren mit einem kulturellen Problem, meint ein anderer Personalberater. Bereits in den vergangenen Monaten hatten einige prominente Investmentbanker wie Charlie Dupree und Jeff Rose, beide Übernahmespezialisten mit Sitz in den USA, die Bank verlassen.

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1 Kommentar zu "Bonikürzungen: Deutsche Bank fürchtet Abwanderung von Mitarbeitern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Mitarbeiter sollen ruhig das Unternehmen verlassen.
    Je weniger Mitarbeiter, desto besser, denn:

    2 Milliarden ausschütten bedeutet bei einer Marktkapitalisierung von 15,5 Milliarden

    13 %, in Worten DREIZEHN PROZENT

    und für die, die es immer noch nicht verstanden haben:

    Pro Jahr verschenkt sich die Bank mit mehr als 10 Prozent an ihre Mitarbeiter. Der Staat, der hohe Einkommensteuer davon bekommt, freut sich und die Mitarbeiter sind vielleicht zufrieden - aber nur vielleicht, da sie ja leider, leider etwas weniger bekommen. Die Bank liegt danieder!

    Es wäre doch mal eine sinnvolle Vorstands - Entscheidung, dass die Mitarbeiter nicht mehr Boni bekommen können als sie Gewinn erwirtschaften!