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Bonitätsprüfung Weidmann fordert Ratingagenturen zur Berücksichtigung von Klimarisiken auf

Bundesbank-Präsident Weidmann warnt vor den Risken des Klimawandels für die Finanzbranche. Oberste Priorität dürfe Umweltschutz in der Geldpolitik trotzdem nicht haben.
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Der Bundesbank-Präsident mahnt, dass gerade bei längeren Laufzeiten Klimaaspekte das Ausfallrisiko von Unternehmensanleihen beeinflussen könnten. Quelle: Reuters
Jens Weidmann

Der Bundesbank-Präsident mahnt, dass gerade bei längeren Laufzeiten Klimaaspekte das Ausfallrisiko von Unternehmensanleihen beeinflussen könnten.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat internationale Ratingagenturen dazu aufgefordert, Risiken aus dem Klimawandel in ihre Bewertungen einzubeziehen. „Gerade bei längeren Laufzeiten könnten Klimaaspekte das Ausfallrisiko von Unternehmensanleihen beeinflussen“, sagte Weidmann an diesem Donnerstag auf einer Veranstaltung in Berlin laut Redetext.

Solche klimabedingten finanziellen Gefahren könnten sich auch auf die Anleihekäufe der Euro-Notenbanken auswirken. Bonitätswächter müssten ihre Analysewerkzeuge entsprechend erweitern. Klimabezogene Einflussgrößen für das Ausfallrisiko von Anleihen sollten angemessen berücksichtigt werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Euro-Notenbanken hatten erst vor wenigen Wochen ihre Käufe von Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und anderen Wertpapieren wieder aufgenommen. Monatlich sollen Titel im Volumen von 20 Milliarden Euro erworben werden. Bis Ende 2018 hatten die Währungshüter bereits Papiere im Volumen von mehr als 2,6 Billionen Euro gekauft. Weidmann hatte vor allem die Staatsanleihekäufe von Anfang an kritisch gesehen.

Eine Geldpolitik, die ausdrücklich umweltpolitische Ziele verfolgt, lehnt der Bundesbank-Präsident ab. „Unsere geldpolitischen Wertpapierkäufe müssen sich weiterhin nach dem Grundsatz der Marktneutralität richten“, sagte das EZB-Ratsmitglied.

Dies folge aus den europäischen Verträgen und dem engen Mandat der Notenbank. Eine Geldpolitik, die umweltpolitische Ziele anstrebe, laufe zudem Gefahr, sich zu übernehmen. „Demokratisch legitimierte Politikerinnen und Politiker müssen entscheiden, mit welchen Mitteln sich unsere Gesellschaft gegen den Klimawandel stemmt, und tragen hierfür die Verantwortung“, sagte er.

Die EZB will unter ihrer neuen Präsidentin Christine Lagarde bei der geplanten Strategieüberprüfung auch Klimathemen einbeziehen. Dabei soll überlegt werden, wie sich Nachhaltigkeitserwägungen innerhalb der Geldpolitik adressieren lassen, schrieb sie unlängst in einem Brief an einen EU-Parlamentarier. Dieser hatte in seiner Anfrage Untersuchungen erwähnt, nach denen die Notenbank bei ihrem Programm zum Kauf von Firmenanleihen klimaschädliche Investments bevorzuge.

Mehr: Umstrittener Klimaschutz: Wie grün kann die EZB-Geldpolitik werden?

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  • rtr
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