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Branchenprimus bleibt trotz guter Zahlen in der Dauerkritik Die Deutsche Bank und ihr Imageproblem

Die Deutsche Bank hat ein Imageproblem. Auch der erneute Gewinnsprung im ersten Quartal 2005 holte den deutschen Branchenprimus nicht aus dem Stimmungstief.

HB FRANKFURT/M. Trotz bester Zahlen sei das Ansehen der Bank „so schlecht, wie lange nicht“, schrieben Aktionäre den Managern um Vorstandschef Josef Ackermann bei der Hauptversammlung ins Stammbuch. Statt steigender Gewinne dominieren sinkende Mitarbeiterzahlen das Bild der Bank in der Öffentlichkeit - und das, obwohl selbst kritische Aktionäre die Strategie des Unternehmens für richtig halten.

„Die Intensität der öffentlichen Fehltritte unseres Führungspersonals hat in den letzten Jahren zugenommen“, bilanzierte Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Es sei kein Wunder, dass die Bank nach Ackermanns Siegeszeichen im Mannesmann-Prozess und dem „medialen GAU“ bei der Ankündigung des Abbaus tausender Stellen auch in der aktuellen Kapitalismus-Debatte als Negativbeispiel herhalten müsse.

Ackermann hatte die Streichung von 6400 Stellen in einem Atemzug mit einem Milliardengewinn und ehrgeizigen Renditezielen verkündet - zu allem Überfluss auch noch einen Tag, nachdem die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland erstmals seit 60 Jahren die Fünf-Millionen-Marke überschritten hatte. „Man kann immer besser werden und lernen“, räumte der Vorstandschef vor den gut 5200 Aktionären in der Frankfurter Festhalle ein. „Aber wir wollen offen und ehrlich kommunizieren.“

Offenbar habe der Vorstand das Gespür für die Stimmung in Deutschland ein Stück weit verloren, kritisierte DSW-Geschäftsführer Klaus Nieding, der von einem „medialen Gau“ sprach. Angesichts des Victory-Zeichens von Vorstandssprecher Josef Ackermann beim Mannesmann-Prozess, der juristischen Auseinandersetzung zwischen Aufsichtsratschef Rolf Breuer und dem Medienunternehmer Leo Kirch und der Geschehnisse bei der Bilanz-PK, „muten die Peanuts von Herrn Kopper als ebensolche an“, sagte er.

Aktionärsschützer Hans-Martin Buhlmann verglich die Selbstdarstellung der Bank mit einem „schlechten Film aus dem Kirch-Archiv“. Unternehmerisch sei der Bank nichts vorzuwerfen - „aber in der Öffentlichkeitsarbeit machen Sie alles falsch“, sagte er. Ackermann räumte ein, dass die Ankündigung des Stellenabbaus zu einem ungünstigen Zeitpunkt erfolgt sei - nämlich kurz nach der Bekanntgabe der Arbeitslosenzahl von mehr als fünf Millionen. Die Maßnahme selbst verteidigte er jedoch: „Es gibt viele Unternehmen in Deutschland, die haben wesentlich mehr abgebaut“, betonte er.

Mit ihrer Strategie, sich in globalisierten Märkten auch durch schlankere Strukturen zu behaupten, steht die Deutsche Bank keineswegs alleine da. Auch andere Großbanken wie Commerzbank, Hypo-Vereinsbank und Dresdner Bank bauten in den vergangenen Jahren massiv Stellen ab. So zollten selbst üblicherweise kritische Aktionäre Ackermann und seinen Vorstandskollegen Respekt: „Die Deutsche Bank ist auf dem richtigen Weg“, befand ein Vertreter institutioneller Privatanleger. Auch aus Sicht von DSW-Vertreter Nieding die Ausrichtung der Deutschen Bank AG „aus unternehmerischer Sicht völlig richtig“.

Ehe sich diese Erkenntnis in einer breiteren Öffentlichkeit durchsetzt, muss die Führungsriege von Deutschlands größtem Geldhaus zudem noch die Schatten der Vergangenheit aus der Welt schaffen. Die mögliche Wiederaufnahme des Mannesmann-Prozesses schwebe „wie ein Damoklesschwert“ über Ackermann, befand der „Stern“. Als Mannesmann-Aufsichtsrat hatte Ackermann die umstrittenen Millionenabfindungen für den ehemaligen Firmenchef Klaus Esser und und andere Manager gebilligt. Sollte der Prozess wiederaufgerollt werden, sei ein Rücktritt Ackermanns denkbar, schreibt das Magazin (Donnerstag).

An anderer Stelle kämpft Aufsichtsratschef Rolf Breuer um eine besseres Image der Deutschen Bank. Als Vorstandssprecher hatte er sich öffentlich zur Kreditwürdigkeit des Ex-Medienunternehmers Leo Kirch geäußert - eine Thema auch der diesjährigen Hauptversammlung. Breuer habe in „wirtschaftshistorisch einmaliger Weise“ das Bankgeheimnis verraten, kritisierte ein Kirch-Sympathisant. Kirchs Anwalt Franz Enderle überhäufte Vorstand und Aufsichtsrat mit Fragen, scheitere jedoch mit dem Versuch, Breuer gleich zu Beginn des Aktionärstreffens als Versammlungsleiter abzusetzen.

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