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Branchentreffen Für die Rückversicherer bleibt die große Preiswende aus

Die Rückversicherer verhandeln in Baden-Baden über die Konditionen für 2019. Doch höhere Preise lassen sich kaum mehr durchsetzen.
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In dem Fünf-Sterne-Hotel treffen sich die Rückversicherer zu ihrem Branchentreffen. Quelle: Daimler
Brenners Park-Hotel

In dem Fünf-Sterne-Hotel treffen sich die Rückversicherer zu ihrem Branchentreffen.

(Foto: Daimler)

Baden-Baden Die Kulisse ist edel, die Preise sind gehoben. 1.380 Euro ruft das Baden-Badener Fünf-Sterne-Hotel Brenners in diesen Tagen für ein De-luxe-Doppelzimmer auf. Von solch offensiver Preisgestaltung können die Rückversicherer auf ihrem Branchentreffen selbst jedoch nur träumen. „Insgesamt werden die Rückversichererpreise 2019 wohl stabil bleiben“, sagt Doris Höpke, Vorständin der Munich Re, in Baden Baden voraus.

Ein Jahr nach den schweren Hurrikanschäden in den USA sind die Hoffnungen der Branche auf deutliche Preiserhöhungen im Rückversicherungsgeschäft damit schon wieder weitgehend zerstoben.

Die Hurrikanserie im vergangenen Jahr in den USA und der Karibik hatte erstmals seit fünf Jahren die Preise in der Rückversicherung wieder leicht nach oben getrieben. Mit einer Mischung aus Bangen und Hoffen blicken die Firmen deshalb auf die laufende Saison, die bereits Spuren in den Geschäftsbüchern hinterlässt.

Auf insgesamt rund 1,4 Milliarden Dollar schätzt die Nummer zwei der Branche, die Swiss Re, die Schadenbelastung durch Naturkatastrophen und von Menschen verursachte Schäden im dritten Quartal ein. Der US-Versicherer AIG rechnet im Zusammenhang mit den Hurrikans „Florence“ und „Michael“ für das dritte Quartal sogar mit Kosten von 1,5 bis 1,7 Milliarden Dollar vor Steuern.

Noch sprengen die Schäden bei den meisten Rückversicherern nicht die Kalkulation. Es sei zu früh, um konkrete Zahlen zu nennen, was die jüngsten Stürme den Marktführer Munich Re genau gekostet hätten, betont Höpke. Sie passten aber grundsätzlich noch in das Großschadenbudget, das der Gewinnprognose zugrunde liege, sagte ein Insider.

Jan-Oliver Thofern kommt das durchaus gelegen. Die Hurrikans „Florence“ und „Michael“, die zusammen einen versicherten Schaden von schätzungsweise bis zu 15 Milliarden Dollar anrichteten, „haben keine marktverändernden Auswirkungen“, betont der Chef des Rückversicherungsmaklers Aon in Deutschland. Das Umfeld für die Rückversicherer sei angesichts der wachsenden Konkurrenz und Überkapazitäten nicht so gestaltet, dass sich Preiserhöhungen durchsetzen ließen.

Michael Pickel hat eine andere Einschätzung zu dem Thema. Der Hannover-Rück-Vorstand gibt in Baden-Baden einen Einblick in das Geschäft von E + S Rück, in dem die Deutschlandaktivitäten der Hannoveraner gebündelt sind.

„Vor dem Hintergrund einer höheren Anzahl von kleinen und mittleren Schäden sehen wir keinen Raum für Zugeständnisse“, betont er. Der Versicherer gehe „für die Vertragserneuerung zum 1. Januar 2019 von leicht steigenden Rückversicherungsraten aus“. Mit einer flächendeckenden Erhöhung der Preise wegen Sturmtief „Frederike“ sowie Starkregen sei jedoch nicht zu rechnen.

Die große Preiswende für die Rückversicherer bleibt damit voraussichtlich aus. Swiss Re und Munich Re gehen im Wesentlichen von einem stagnierenden Prämienniveau aus. Um die Preise im Rückversicherungsgeschäft 2019 doch noch nach oben zu treiben, bräuchte es eine deutlich schwerere Katastrophe als die bisherigen Unwetter, schätzt UBS-Experte Jonny Urwin.

Nach Ansicht von Scor-Chef Denis Kessler gibt es in der Branche keinen Zyklus mehr, bei dem sich Phasen hoher und niedriger Preise in schöner Regelmäßigkeit abwechseln. Nur ein unerwarteter Großschaden wie ein weltweiter Cyberangriff oder eine Pandemie könne noch zu einem Preisanstieg führen, sagte er jüngst. Doch das wünscht sich selbst unter den Rückversicherern wohl niemand ernsthaft.

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