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Branchenverband erwartet bis 2010 weitere Zusammenschlüsse Die öffentlichen Versicherungen rücken näher zusammen

Die Konsolidierung unter den öffentlichen Versicherungsgruppen in Deutschland geht weiter. Das erwartet der Vorstandschef des Verbandes öffentlicher Versicherer Heiko Winkler. Bis 2010 erwartet er weitere Zusammenschlüsse.
  • Caspar Dohmen

HB DÜSSELDORF. „Ich wünsche mir, dass die Weitentwicklung des Konsolidierungsprozesses nicht auf die lange Bank geschoben wird“, sagte Winkler kürzlich bei einem Pressegespräch. Größenvorteile, gemeinsame Investitionen in die Datenverarbeitung und die bevorstehenden neuen Regeln für die Eigenkapitalausstattung (Solvency II) sprechen laut dem Verbandschef für weitere Zusammenschlüsse.

Derzeit gibt es noch 14 öffentliche Versicherer in Deutschland. Sie sind direkt oder indirekt über Sparkassen, Landesbanken oder kommunale Verbände im Besitz der öffentlichen Hand. Zusammengenommen bilden sie hinter der Allianz und vor der zur Münchener Rück zählenden Ergo-Gruppe mit einem Marktanteil von elf Prozent die zweitgrößte Versicherungsgruppe. Sie konnte mit einem Prämienwachstum von 5,7 Prozent 2004 deutlicher zulegen als die Branche. Einen Dämpfer erhielten die Institute im bisherigen Jahresverlauf im Lebensversicherungsgeschäft, das deutlich zurückging.

Lange haben öffentliche Versicherer in abgegrenzten Gebieten gearbeitet, wo sie häufig der führende Versicherer sind. Dies resultiert aus ihrer Entstehungsgeschichte als Monopolversicherer für Gebäude. Dieses Privileg wurde längst gekippt. Die Sparkassenversicherer profitieren von ihrem Vertriebsnetz, das neben eigenen Geschäftsstellen das der Sparkassen umfasst. Die Sparkassen haben zuletzt deutlich mehr Versicherungen verkauft. Hier schlummert noch Potenzial.

Die Sparkassen üben Konsolidierungsdruck auf die Versicherer aus. Bereits im vor drei Jahren verabschiedeten Strategiepapier der S–Finanzgruppe wurde das Ziel von Zusammenschlüssen gesteckt. Lange wehrten sich die Versicherer, vor allem weil sie wegen der regionalen Bekanntheit ihre Namen behalten wollten. Doch hier wurden Lösungen gefunden. So bietet die Holding, die Sparkassenversicherer aus Kiel und Münster schaffen wollen, die Möglichkeit für ein Andocken anderer Institut, ohne dass diese ihre Markenidentität aufgeben müssten.

In den vergangenen Monaten ist viel passiert: Die Versicherungskammer Bayern hat die Berliner Feuersozietät integriert, durch eine Fusion der Institute aus Baden-Württemberg und Thüringen entstand die SV Sparkassen-Versicherung, die Provinzial-Versicherer aus Kiel und Münster sind unter eine Holding gerückt. Zudem prüfen die Sparkassen-Versicherer und die Provinzial-Versicherer aus Kiel und Münster eine Zusammenarbeit in der IT und bei der Vermögensanlage.

Offen ist der Weg der Provinzial Rheinland. Nach der gescheiterten Fusion mit Münster verkündeten die Rheinländer den Alleingang. Beobachter rechnen aber damit, dass sich das Unternehmen künftig einem anderen Block anschließt. Offen ist zudem der Weg der öffentlichen Versicherer in Niedersachsen. Hier gibt es eine kleinteilige Struktur und komplizierte Eigentümerverhältnisse. Vor einer Anbindung an eine andere Gruppe müssen diese Probleme gelöst werden. Die Hannoveraner waren am Anfang der Fusionsgespräche der Provinzialversicherung mit an Bord, hatten sich dann aber verabschiedet.

Schon heute vereinen die fünf größten öffentlichen Versicherer fast 92 Prozent der Bruttoeinnahmen auf sich. Dies entspricht fast 15 Mrd. Euro. Außerdem sind die öffentlichen Versicherer zunehmend länderübergreifend tätig, ein Trend der sich noch ausweiten dürfte.

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