Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Briten gewinnen Versteigerung Hedge-Fonds-Anbieter Man Group kauft Refco

Der weltgrößte börsennotierte Hedge-Fonds-Anbieter, die britische Man Group, hat die Versteigerung des US-Rohstoffhändlers Refco gewonnen. Das Unternehmen überbot vier Rivalen mit einer Offerte im Wert von 282 Mill. Dollar für den werthaltigen Kern des insolventen US-Wertpapierhauses. Man Group übernehme dabei Verbindlichkeiten in geschätzter Höhe von 41 Mill. Dollar, teilte Refco gestern mit.

tmo/Bloomberg NEW YORK. Zum Verkauf stand die Refco-Sparte Refco LLC, deren Mitarbeiter Rohstoff-basierte Wertpapiere an regulierten Börsen handeln. Dieser Bereich war als einziger von Refcos Konkursverfahren ausgeschlossen und hält den Geschäftsbetrieb aufrecht. Andere Refco-Aktivitäten wie der Telefonhandel mit exotischen, nicht börsennotierten Wertpapieren waren zusammengebrochen, nachdem ein jahrelanger Bilanzbetrug aufflog.

Die siegreiche Offerte der Man Group im Wert von 323 Mill. Dollar übertrumpfte ein optisch höheres Angebot von 858 Mill. Dollar vom US-Wertpapierhändler Interactive Brokers Group. Grund: „Die Transaktion mit Man Group ist so strukturiert, dass Refcos Gläubiger zusätzlich zum Kaufpreis auch das so genannte regulatorische Kapital der Sparte in Höhe von 750 Mill. Dollar behalten“, sagte ein Sprecher für Refco. Diese Rücklage dient der Absicherung des laufenden Geschäfts. Insgesamt erhalten Refcos Gläubiger somit mehr als bei einem Verkauf an Interactive Brokers. Insgesamt schuldet Refco seinen Gläubigern rund 16,8 Milliarden Dollar.

An der Versteigerung beteiligten sich auch die Private-Equity-Firma des Investors Christopher Flowers und ein vom arabischen Staat Dubai angeführtes Konsortium.

Man Group verwaltet eine Reihe von Hedge-Fonds und ist über seine US-Tochter Man Financial Inc. bereits im Wertpapierhandel aktiv, hauptsächlich mit Terminkontrakten. „Als etablierter Marktteilnehmer können sie die Refco-Kunden schnell integrieren“, sagte Denis Dutterer, Ex-Chef des Chicagoer Abwicklungsfirma Clearing Corp, der Agentur Bloomberg.

Refco bezeichnete den Abschluss der Transaktion am Donnerstag als eine Frage von Tagen. Das Geschäft, dem noch ein Gericht zustimmen müsse, werde im Rahmen des US-Insolvenzrechts über den Transfer von Kunden-Vermögenswerten vollzogen. Die Man-Gruppe erwartete, dass die Transaktion im Geschäftsjahr ab April 2007 ohne Berücksichtigung der Integrationskosten zu einer Verbesserung des Gewinns je Aktie beitragen wird. Auch Analysten zufolge wird Man Group von der Refco-Übernahme profitieren. „Das sind sehr gute Nachrichten für die Man Group“, sagte ein in London ansässiger Analyst. Die Briten könnten so ihr Makler-Geschäft sehr schnell verstärken.

Refcos Ex-Chef Phillip Bennett hatte faule Kredite des Unternehmens über 430 Millionen Dollar in einer von ihm persönlich kontrollierten Firma versteckt. Als dies Anfang Oktober bekannt wurde, zogen Refco-Kunden ihr Geld ab und stürzten die Firma – mit Ausnahme des regulierten Handels – in den Konkurs. Mehrere Gläubiger Refcos protestierten gestern vor Gericht gegen die Versteigerung. Sie verlangen mehr Zeit, um die Transaktion zu prüfen. Das zuständige Konkursgericht in New York muss den Verkauf an Man Group genehmigen. Die Verhandlungen vor Gerichten dauerten gestern bei Redaktionsschluss an.

Der ehemalige Refco-Chef Bennett sollte am Donnerstag vor Gericht erscheinen. Zwei der drei Finanzinstitute, die an den Refco-Börsengang im August begleitet hatten, die Schweizer Credit Suisse Group und die Bank of America, erhielten eigenen Angaben zufolge Vorladungen und sollen den US-Aufsichtsbehörden zugehörige Akten übergeben. Beide Institute erklärten sich zur Kooperation mit den Behörden bereit. Ob das ebenfalls beteiligte Finanzinstitut Goldman Sachs ähnliche Anordnungen erhalten hat, ließ Goldman selbst offen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%