Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Britische Großbank Bei Barclays eskaliert der Streit um die Investmentbank-Strategie

In einem Brief an seine Anleger stellt Ed Bramson erneut die Strategie von Barclays-Chef Jes Staley infrage. Der aktivistische Investor warnt vor „unsinnigen Vorgaben“.
Kommentieren
Barclays: Streit um die Investmentbank-Strategie eskaliert Quelle: Reuters
Barclays-Niederlassung in London

Der Investor Bramson will in den Verwaltungsrat der britischen Bank.

(Foto: Reuters)

LondonDer Machtkampf zwischen dem aktivistischen Investor Ed Bramson und der Barclays-Führung wird immer verbissener. Der New Yorker Hedgefondsmanager will auf der Hauptversammlung der britischen Bank am 2. Mai in den Verwaltungsrat gewählt werden. Das Board will das verhindern. In einem Brief an seine Anleger stellte Bramson am Montag erneut die Investmentbankstrategie von Barclays-Chef Jes Staley infrage.

Er verwies auf einen Bericht der „Financial Times“, dass der kürzlich entlassene Investmentbankchef Tim Throsby die Renditeziele als unerreichbar bezeichnet habe. Eine solche Warnung zeige die „strukturellen Widersprüche“ der Strategie, schrieb Bramson. Die „unsinnigen Vorgaben“ könnten zu weiterer operativer Instabilität führen. Der Aktienkurs werde so lange im Keller bleiben, bis die Bank einen „realistischen“ Kurs einschlage.

Bramson fordert, das „wachsende Ungleichgewicht zwischen Risiko und Rendite“ zu adressieren. Rund 26 Milliarden Pfund Kapital stecken in der Investmentbank. Mit seinen Briefen will der Aktivist die anderen Barclays-Aktionäre auf seine Seite ziehen.

Vor einer Woche hatte er bereits gewarnt, die Bank könne gezwungen sein, eine Kapitalerhöhung durchzuführen, um die Investmentbank zu finanzieren. Auch die Dividende könne gekürzt werden. Obendrein drohe eine Herabstufung der Bonität. Erstmals hatte der Aktivist auch den designierten Chairman Nigel Higgins persönlich attackiert: Der Rothschild-Veteran habe nur „begrenzte“ Erfahrung.

Großaktionäre unterstützen Staley

Die zunehmend schrille Rhetorik veranlasste die Barclays-Führung vergangene Woche, scharf zurückzuschießen. Sie warf Bramson ein „armseliges Verständnis“ der Bank vor, seine Vorschläge seien voller Fehler. Er habe nicht die nötige Bankerfahrung, um im Board zu sitzen. Obendrein wäre er „störend und unkooperativ“.

Mehrere Großaktionäre haben sich bereits hinter das Board gestellt. Investoren wie Aviva wollen Staley Zeit geben, seine Strategie umzusetzen. Der Aktionärsberater Glass Lewis warnte, eine Wahl Bramsons würde die Unsicherheit erhöhen. Seine bisherigen Vorstöße zeigten, dass er keinen konkreten Plan habe.

Für Verärgerung bei den Investoren hatte auch gesorgt, dass Bramson seinen 5,5-Prozent-Anteil an Barclays mit einem sogenannten Aktien-Collar finanziert hatte. Das bedeutet, dass sein Engagement zeitlich begrenzt ist. Das Barclays-Board erinnerte die anderen Aktionäre daran, dass Bramsons Interessen nicht mit den langfristigen Interessen der Bank übereinstimmten.

Doch trifft die Kritik des Aktivisten einen wunden Punkt. Der Barclays-Aktienkurs notiert 21 Prozent unter Vorjahresniveau, und CEO Staley selbst räumt ein, dass die Eigenkapitalrendite der Investmentbank noch nicht da sei, wo sie sein sollte. Immerhin war sie vergangenes Jahr von 5,7 auf 7,1 Prozent gestiegen.

Die Rendite der gesamten Bank lag bei 8,5 Prozent. Dieses Jahr strebt Staley neun Prozent an, im kommenden Jahr sollen es zehn Prozent werden. Throsby soll vor seiner Entlassung als Investmentbankchef gefordert haben, die Ziele angesichts schwieriger Marktbedingungen flexibler zu handhaben. Staley weigerte sich und übernahm selbst die Kontrolle über die Investmentbank.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Britische Großbank - Bei Barclays eskaliert der Streit um die Investmentbank-Strategie

0 Kommentare zu "Britische Großbank: Bei Barclays eskaliert der Streit um die Investmentbank-Strategie"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.