Britische Großbank HSBC-Gewinn fällt überraschend stark

Die britische Bank HSBC bekommt den Brexit und das schwache Wachstum auf seinen bedeutendsten Märkten zu spüren: Der Gewinn fiel im vergangenen Jahr überraschend deutlich um mehr als 60 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar.
Update: 21.02.2017 - 09:49 Uhr Kommentieren
HSBC bekommt das schwächere Wirtschaftswachstum zu spüren. Quelle: Reuters
HSBC

HSBC bekommt das schwächere Wirtschaftswachstum zu spüren.

(Foto: Reuters)

Der Finanzkonzern HSBC wird von Spätfolgen eines Zukaufs vor fast zwei Jahrzehnten eingeholt. Wegen Abschreibungen auf das europäische Privatkundengeschäft brach der Vorsteuergewinn im abgelaufenen Jahr um fast zwei Drittel ein. Mit 7,1 Milliarden Dollar verdienten die Briten nach Angaben vom Dienstag zudem gerade einmal halb so viel wie von Analysten vorhergesagt. Die Wertberichtigungen gehen auf einen Umbau einer Schweizer Problem-Tochter zurück. An der Börse kamen die Zahlen nicht gut an: Die HSBC-Aktien gaben um mehr als sechs Prozent nach und damit so viel wie seit dem Brexit-Votum vom Juni nicht mehr.

Insgesamt 3,2 Milliarden Dollar schrieben die Briten ab. Das habe vor allem mit den Folgen des Kaufs der Safra Republic Holding im Jahr 1999 zu tun, erklärte das Geldhaus. HSBC hatte die beiden von dem brasilianisch-libanesischen Milliardär Edmond Safra kontrollierten Institute Republic National Bank of New York und die Safra Republic Holdings für zehn Milliarden Dollar übernommen und daraus seine Schweizer Privatbank geschaffen. Doch in der Schweiz kam es zu umfangreichen Regelverstößen, was den Ruf der Briten schwer beschädigte. Als Reaktion darauf wurde das Geschäft radikal umgebaut. "Wir haben die Privatbank restrukturiert, und das liegt nun alles hinter uns", sagte HSBC-Chef Stuart Gulliver. Ein Verkauf stehe nicht an.

Hier leben die meisten Bank-Millionäre Europas
Platz 15 (1): Liechtenstein
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Das kleine Fürstentum zwischen Österreich und der Schweiz ist schon lange bekannt für seine florierende Finanzbranche. Im Jahr 2015 gab es in dem Zwergstaat sechs Banker, die mehr als eine Million Euro pro Jahr verdienten. Das ist zwar proportional gesehen viel, im europäischen Vergleich allerdings nur Platz 15. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert gleich.

Platz 15 (2): Polen
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Den 15. Platz teilt sich Liechtenstein mit Polen. In der Hauptstadt Warschau liegt auch das Finanzzentrum des Landes, insgesamt sechs polnische Banker verdienten 2015 mehr als eine Million Euro pro Jahr. Im Vorjahr waren es noch acht.

Platz 14: Norwegen
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In dem nordeuropäischen Königreich lebten im Jahr 2015 elf Banker, die über ein Jahreseinkommen von über einer Million Euro verfügten. Damit sank die Zahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich, 2014 waren es noch 24 Einkommensmillionäre.

Platz 13: Portugal
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Auch in den finanziell angeschlagenen Staaten Europas lässt sich mit Bankgeschäften noch gutes Geld verdienen: In Portugal machte die Europäische Bankenaufsichtsbehörde im Jahr 2015 exakt 14 Banker ausfindig, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienen. Das ist ein deutliches Plus im Vergleich zu 2014, als nur zehn Banker mehr als eine Million Euro verdienten.

Platz 12: Belgien
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Nicht nur die Fassaden der belgischen Hauptstadt Brüssel strahlen mit dem farbenprächtigen Blumenmeer auf dem Rathausplatz um die Wette, auch 18 belgische Banker freuten sich im Jahr 2015 über ein Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro. Damit verbesserte sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um fünf Personen.

Platz 11: Luxemburg
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Auch das Großherzogtum Luxemburg ist als Standort für Finanzgeschäfte aller Art bekannt. So ist es wenig verwunderlich, dass im Jahr 2015 genau 20 Banker mehr als eine Million Euro verdienten. Verglichen mit dem Vorjahr ist das jedoch eine Negativentwicklung – 2014 waren es noch 27 Banker, die mehr als eine Million Euro pro Jahr verdienten.

Platz 10: Irland
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Im einstigen Krisenland Irland werden heute wieder gute Geschäfte im Finanzsektor gemacht. Im Jahr 2015 gab es 26 Banker in Irland, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienten. Das sind immerhin zwei mehr als 2014.

Auch der Verkauf der brasilianischen Tochter drückte auf das Ergebnis. HSBC hatte die Sparte 2015 für 5,2 Milliarden Dollar abgegeben. Die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen, habe bislang kaum Auswirkungen, sagte Gulliver. Die Bank halte dennoch an ihrer Entscheidung fest, nach dem Brexit 1000 Stellen von London nach Paris zu verlagern. Der Grund sei, dass diese Dienstleistungen nicht mehr legal von London aus angeboten werden dürften, wenn Großbritannien nicht mehr in der EU sei, erläuterte Gulliver. „Ich denke aber nicht, dass das ein Problem für London sein wird.“ Derzeit beschäftigt die Bank 43.000 Mitarbeiter in Großbritannien.

Traditionell ist HSBC zudem stark in Asien. Gulliver hat der Bank seit seinem Amtsantritt 2010 einen radikalen Umbau verordnet. Seither wurden mehr als 43.000 Stellen gestrichen und mehr als 80 Geschäftsbereiche verkauft.

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