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Britischer Bankenschreck Fintech Revolut sichert sich Banklizenz – und will zum Amazon für Banking werden

Das britische Fintech Revolut hat sich eine europäische Banklizenz gesichert. Damit will es traditionellen Banken auch im Kreditgeschäft Konkurrenz machen.
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Das Fintech weitet sein Bankgeschäft aus. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Revolut-Kreditkarte

Das Fintech weitet sein Bankgeschäft aus.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Frankfurt Sein wohl wertvollstes Weihnachtsgeschenk hat Nikolay Storonsky schon diese Woche erhalten: eine Banklizenz für seine Smartphone-Bank Revolut. Das Start-up aus Großbritannien will damit schon im kommenden Jahr vollwertige Girokonten anbieten, die durch den europäischen Einlagenschutz abgesichert sind.

Auch Konsumenten- und Firmenkredite sollen folgen. Und parallel wird weiter an einer gebührenfreien Trading-Plattform gearbeitet. Schon jetzt verzeichnet das Unternehmen Wachstumszahlen, die es selbst als „astronomisch“ bezeichnet. Dank der neuen Lizenz dürfte es noch deutlich an Schlagkraft gewinnen.

Revolut wurde in London gegründet und ist seit Juli 2015 aktiv – seit Herbst 2017 auch in Deutschland. Mit seiner Smartphone-App zielte das Unternehmen zunächst nur auf Kunden, die über Länder- und Währungsgrenzen hinweg Geld transferieren wollen. Mithilfe von Kooperationspartnern wurden die Leistungen schnell erweitert.

Inzwischen ähnelt Revolut der deutschen Smartphone-Bank N26, die jedoch schon seit Sommer 2016 eine eigene Banklizenz hat. Die Briten agierten bislang mit einer E-Geld-Lizenz, die Gelder wurden bei einer Partnerbank verwahrt.

Wie die litauische Bankenaufsicht dem Handelsblatt bestätigt, wurde die „spezialisierte Banklizenz“ nach ihrer Prüfung gewährt. Im Gegensatz zu einer Vollbanklizenz darf Revolut damit keine eigenen Investmentprodukte anbieten, aber Kredite vergeben und Einlagen halten.

Die Lizenz beinhalte zunächst ein paar Einschränkungen, bestätigt ein Sprecher von Revolut. Zunächst solle sie in Litauen getestet und im Laufe des kommenden Jahres in andere Länder übertragen werden – zunächst nach Großbritannien, Frankreich, Polen und Deutschland. Für Großbritannien wird nach Aussage des Revolut-Sprechers zudem eine separate Lizenz beantragt.

Doch der europäische Markt ist dem Fintech nicht groß genug. Für das kommende Jahr ist die Expansion in die USA, nach Kanada, Australien, Neuseeland, Singapur und Japan geplant. Auch der deutsche Konkurrent N26 plant für 2019 den Start in die USA.

Gründer und Geschäftsführer Storonsky will Revolut zum „Amazon für Banking“ machen. „Unsere Vision ist einfach: Eine App, über die Millionen von Kunden täglich ihre Finanzen organisieren – zum besten Preis und mit der besten Technologie“, so der gebürtige Russe.

Aktuell hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits mehr als drei Millionen Kunden. Täglich würden 8000 bis 10.000 neue Bankkonten eröffnet und pro Monat wickle Revolut Transaktionen in Höhe von mehr als vier Milliarden Dollar ab. N26 erreichte vor kurzem die Marke von zwei Millionen Kunden.

Künftig sollen die Kunden bei Revolut vollwertige Girokonten inklusive Dispokredit erhalten. Außerdem plant Storonsky Konsumenten- und Firmenkredite.

Mit diesen Krediten will er den etablierten Geldhäusern Konkurrenz machen: „Privat- und Firmenkunden sollen über die App innerhalb von zwei Minuten einen Kredit beantragen können und das Geld nahezu sofort auf ihr Konto ausgezahlt bekommen“, so der ambitionierte Gründer Bürokratische Hürden würden beseitigt und die Konditionen sollen günstiger sein als bei traditionellen Kreditgebern.

Den Start der im August angekündigten gebührenfreien Trading-Plattform plant das Unternehmen für „früh im Jahr 2019“. Eine solche Plattform wäre für Europa ein Novum. Vorbild für eine gebührenfreie Trading-Plattform dürfte das US-Fintech Robinhood sein.

Die Amerikaner bieten seit 2014 kostenlosen Aktienhandel an. Bei Revolut sollen Kunden über die Plattform zunächst in Unternehmen investieren können, die in den USA oder Großbritannien gelistet sind.

Daneben sollen auch Indexfonds (ETF) verfügbar werden. „In der Investmentbranche wollen wir die gleiche Disruption verursachen wie im Banking“, sagte Storonsky.

Investoren trauen dem britischen Fintech viel zu. Im April schloss Revolut eine Finanzierungsrunde in Höhe von 250 Millionen Dollar ab. Insgesamt hat es 340 Millionen Dollar erhalten und wird nach eigenen Angaben im April mit 1,7 Milliarden Dollar bewertet.

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