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Broker-Anbieter Frankfurter Fintech Group steht zum Verkauf – Goldman Sachs gilt als Interessent

Mehrere Großbanken sind an der Finanztechnologie-Firma Fintech Group interessiert. Deren Broker-Tochter Flatex gilt als besonders effizient.
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Die US-Investmentbank gilt neben der UOB-Bank als potenzieller Käufer der Fintech Group. Quelle: dpa
Goldman Sachs

Die US-Investmentbank gilt neben der UOB-Bank als potenzieller Käufer der Fintech Group.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Frankfurter Fintech Group, die den Broker Flatex betreibt, steht zum Verkauf. Bis zum 20. August können Bieter noch indikative Angebote für das Unternehmen abgeben, das sich in Flatex-Bank umbenennen will, heißt es in Finanzkreisen. Unter den Interessenten sollen sich namhafte Adressen aus dem Banken- und Private-Equity-Bereich befinden.

Demnach interessieren sich etwa die US-Investmentbank Goldman Sachs und die UOB-Bank aus Singapur für das Unternehmen. Die US-Bank Morgan Stanley, der ebenfalls Interesse nachgesagt wird, soll ein Private-Equity-Haus in dem Prozess unterstützen. Offiziell äußern wollten sich die Banken nicht.

Die Interessenten strebten eine vollständige Übernahme an und wollten die Fintech Group von der Börse nehmen, heißt es. Übernahme und Delisting seien einfach, da die Aktie im nicht regulierten Markt notiert sei und große Anteile in der Hand weniger Aktionäre lägen, unterstreichen die von der Investmentbank Lazard erstellten Verkaufsunterlagen, die dem Handelsblatt vorliegen.

Die fünf größten Aktionäre, zu denen Flatex-Gründer Bernd Förtsch, der Finanzinvestor Heliad und die österreichische Post zählen, halten demnach 53 Prozent der Anteile. Das Management besitzt etwa sieben Prozent.

„Rein strategisch ist ein Verkauf der Fintech Group nicht nötig, da das Unternehmen gut aufgestellt ist“, sagt Berenberg-Analyst Christoph Greulich. „Aber ein Grund für eine potenzielle Verkaufsabsicht könnte sein, dass sich Großaktionäre eine höhere Bewertung erhoffen.“

Die Fintech Group ist an der Börse rund 470 Millionen Euro wert. Berenberg schätzt den inneren Firmenwert auf 33 Euro je Aktie, was einer Gesamtsumme von über 620 Millionen Euro entspräche. „Darin spiegeln sich unter anderem die Wachstumsaussichten durch die Expansionspläne wider“, erklärt Greulich.

In einer ersten Welle will das Unternehmen, das bislang in Deutschland, Österreich und den Niederlanden aktiv ist, bis Anfang 2021 auch nach Spanien, Frankreich, Italien und Schweden expandieren, zeigen die Unterlagen. 2018 erwirtschaftete die Fintech Group mit knapp 500 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 125 Millionen Euro.

In Frankfurt ist sie aufgrund ihres spezialisierten Geschäftsmodells ein Begriff. So hat sie das Kernbankensystem FTG-CBS entwickelt, das verschiedene Geldhäuser nutzen. Drei Viertel des Umsatzes generiert die selbstentwickelte Brokerage-Plattform Flatex. Diese wickelt laut eigenen Angaben 12,5 Millionen Transaktionen pro Jahr ab. Unter den Kunden sind viele „Heavy-Trader“, also (semi-)professionelle Aktienhändler. Die IT-Plattform gilt als innovativ und hält die internen Abwicklungskosten niedrig, was Flatex attraktiv für eine Übernahme macht.

„Flatex hat das nicht schlecht gemacht“, heißt es bei der Konkurrenz. „Die Kollegen haben Maßstäbe gesetzt im Heavy-Trader-Bereich, davon profitieren auch Laien.“ So könne Flatex Wertpapiertransaktionen innerhalb von 30 Sekunden abwickeln. Im Vergleich zu den Platzhirschen unter den Onlinebrokern ist Flatex aber ein kleiner Fisch: Die Plattform hat gut 290.000 Kunden. Allein die deutsche ING zählt gut 1,3 Millionen Kunden mit Wertpapierdepot.

Mehr: Der britische Finanzkonzern IG Group will mit der Plattform Spectrum in Frankfurt Privatanleger ansprechen – und etablierten Betreibern Marktanteile abnehmen.

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