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Brückenfinanzierung Banken nabeln sich von EZB ab

Der größte Aderlass des europäischen Finanzsystems seit Einführung des Euro scheint geglückt: Die EZB sammelt am Donnerstag bei den Bank der Euro-Zone die gigantische Summe von fast einer halben Billion Euro wieder ein. Und den Geldhäusern tat es allem Anschein nach nicht einmal weh.
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Die EZB hat den Banken offenbar erfolgreich geholfen. Quelle: dpa

Die EZB hat den Banken offenbar erfolgreich geholfen.

(Foto: dpa)

HB FRANKFURT. Im Gegenzug nahmen 78 Banken an einem von der Notenbank aufgelegten Überbrückungsgeschäft teil und sicherten sich für sechs Tage gut 111 Mrd. Euro. Mit der Aktion gelang es der Europäischen Zentralbank (EZB), den fälligen Abzug von 442 Mrd. Euro vom Geldmarkt schonend abzuwickeln. Die zuvor angestiegenen Geldmarktsätze bröckelten wieder etwas ab. Händler erwarten in den kommenden Tagen und Wochen eine Normalisierung des Marktzinses in Richtung Leitzins.

Bereits am Mittwoch hatte sich bei einem ebenfalls als Brückenfinanzierung gedachten Dreimonatsgeschäft gezeigt, dass die Lage am Interbankenmarkt besser ist als befürchtet. An diesem Offenmarktgeschäft der EZB hatten noch 171 Banken teilgenommen und knapp 163 Mrd. Euro geordert. Schon diese Summe war mit Erleichterung aufgenommen worden. Viele Händler hatten mit weit höheren Volumina gerechnet.

In den Tagen zuvor hatte die Angst vor einem Liquiditätsabriss am Markt für Nervenflattern gesorgt. An dem Mega-Jahrestender, der nun fällig wurde, hatten sich im Sommer 2009 nämlich mehr als 1000 Banken beteiligt. Die EZB zog nun am Donnerstag das Geld von deren Konten ein und hatte trotz der anhaltenden Probleme, etwa bei den deutschen Landesbanken oder den spanischen Sparkassen, eine Neuauflage verweigert.

Für Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler sind die internationalen Geld- und Finanzmärkte weiterhin in einem schlechten Zustand. „Trotz zwischenzeitlicher Beruhigung ist die Lage weiterhin fragil“, sagte Zeitler. Dies zeige sich unter anderem an den teils hohen Risikoaufschlägen bei Staatsanleihen und Finanztiteln. Auch würden immer noch viele Banken überschüssige Liquidität kurzfristig lieber bei der EZB parken als es an andere Institute zu verleihen. „Wenn auch der Geldmarkt in Deutschland hiervon kaum betroffen ist, ist dies doch ein Zeichen von Unsicherheit und gesunkenem Vertrauen zwischen Kreditinstituten des Euroraums.“

Geldmarkthändler erwarten in nächster Zeit ein Anziehen der Geldmarktsätze in Richtung des Leitzinses von einem Prozent, weil nach dem Geld-Aderlass nur noch vergleichsweise wenig Überschussliquidität in den Märkten sei. Nach auf EZB-Daten basierenden Berechnungen von Reuters lag sie am Donnerstag nach der Abschöpfaktion nur noch bei rund 150 Mrd. Euro gegenüber 350 Mrd. Euro zuvor.

Nick Stamenkovic vom Londoner Brokerhaus Ria Capital Markets wertete diesen Rückgang als positives Zeichen: „Man kann weniger Überschussliquidität als gutes Signal ansehen, denn das dürfte bedeutet, dass ein großer Teil des Geldes aus dem Jahrestender nur für Arbitrage-Geschäfte benutzt worden war und der Markt weniger braucht. Das bedeutet, dass die Banken auf einem guten Weg sind.

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