Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bundesbank-Bericht Filialsterben der Banken und Sparkassen beschleunigt sich

2018 haben deutsche Institute eine vierstellige Zahl an Geschäftsstellen geschlossen. Und das Filialsterben wird sich noch schneller fortsetzen als bisher.
Kommentieren
Auch die Postbank, die zur Deutschen Bank gehört, hat im vergangenen Jahr etliche Filialen geschlossen. Quelle: dpa
Postbank

Auch die Postbank, die zur Deutschen Bank gehört, hat im vergangenen Jahr etliche Filialen geschlossen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie deutschen Banken und Sparkassen machen bei Filialschließungen mehr Tempo. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Geschäftsstellen um genau 2239 auf 27.887 Filialen, wie die Bundesbank am Donnerstagnachmittag mitteilte. Das ist ein Minus von 7,4 Prozent und ein deutlich stärkerer Rückgang als in den Vorjahren.

So hatten die Kreditinstitute in Deutschland 2017 rund 1900 Filialen dichtgemacht. Auch in den zehn Jahren davor sank die Filialzahl nicht so deutlich wie 2018.

Der Trend hin zu weniger Filialen zeigt sich bereits seit Jahren. 2007 betrug die Zahl der Geschäftsstellen noch rund 40.000. Reine Selbstbedienungsterminals, also Standorte nur mit Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker, bleiben in der Bundesbank-Statistik außen vor.

„Filialschließungen sind für den Verbraucher im Einzelfall bedauerlich“, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling. „Wir haben jedoch in Deutschland weiterhin ein breites Filialnetz.“

Experten gehen gleichwohl davon aus, dass das Filialsterben sich fortsetzt, sogar noch schneller als bisher. Die auf Finanzdienstleister spezialisierte Beratung Investors Marketing rechnet bis 2025 mit einem Rückgang der Bankfilialen auf 20.000 Zweigstellen – also noch einmal ein Drittel weniger als heute.

Für die Filialschließungen gibt es zwei Gründe: Erstens wollen die Banken, die wegen der anhaltenden Mini- und Negativzinsen unter Druck stehen, sparen. Das Betreiben von Filialen ist teuer. Zweitens reagieren die Geldhäuser darauf, dass Kunden ihre Filialen kaum mehr besuchen, sondern Bankgeschäfte zusehends online erledigen. Zugleich modernisieren viele Geldhäuser ihre verbleibenden Filialen, um Kunden doch noch anzulocken und mit ihnen im Gespräch zu bleiben.

Gerade für Sparkassen und Volksbanken sind Filialschließungen ein Balanceakt. Die regional verwurzelten Kreditinstitute – rund 1200 davon gibt es – betonen immer wieder, dass sie sich nicht aus der Fläche zurückziehen wollen. Schließlich ist die Nähe zum Kunden ein essenzieller Teil der Daseinsberechtigung von Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Kein Wunder, dass viele Geldhäuser auch nicht von Filialschließungen sprechen, sondern beschönigend lieber davon, dass sie Filialen „zusammenlegen“, „integrieren“ oder „umwandeln“ oder dass sie ihr „Vertriebsnetz anpassen“.

Kürzlich hatte sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die öffentlich-rechtlichen Sparkassen aufgefordert, nicht zu viele Filialen zu schließen und auch in der Fläche präsent zu bleiben. Im vergangenen Jahr rutschte die Zahl der Filialen von Sparkassen und Landesbanken erstmals unter 10.000. Sie fiel um rund 440 auf gut 9.700. Dennoch ist nach wie vor jede dritte Filiale in Deutschland, fast 35 Prozent, eine Sparkassen-Filiale. Die Sparkassen, deren Träger und somit quasi Eigentümer die Kommunen sind, behaupten sich seit Langem als Marktführer im Geschäft mit Privatkunden und mittelständischen Firmenkunden.

Etwas stärker war der Rückgang 2018 indes bei den Genossenschaftsbanken. Die Volks- und Raiffeisenbanken bauten 500 Zweigstellen ab. Die Zahl sank auf knapp 9000. Ihr Anteil an allen Filialen liegt bei 32 Prozent.

Am meisten Geschäftsstellen strichen indes die privaten Geldhäuser. Bei ihnen sackte die Zahl der Filialen um fast 1300 auf rund 7800 ab. Das entspricht einem Minus von 14 Prozent. Beispielsweise hat die Deutsche Bank, auch über ihre inzwischen integrierte Ex-Tochter Postbank, zahlreiche Geschäftsstellen geschlossen. Unterm Strich fiel der Filialanteil der Privatbanken auf 28 Prozent. Der Rest verteilt sich auf Spezialinstitute, vor allem auf Bausparkassen.

Mehr: Die Deutsche Bank will bis zu 20.000 Stellen streichen. In der Branche kein Einzelfall. Doch die Bafin mahnt: Die Sparmaßnahmen der Banken reichen nicht.

Startseite

Mehr zu: Bundesbank-Bericht - Filialsterben der Banken und Sparkassen beschleunigt sich

0 Kommentare zu "Bundesbank-Bericht: Filialsterben der Banken und Sparkassen beschleunigt sich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote