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Bundesbank Immobilienpreise steigen weiter – Konjunktur bleibt verhalten

Immobilien werden in Deutschland auch außerhalb der Städte teurer. Der Wirtschaft traut die Bundesbank keine rasche Rückkehr zu starkem Wachstum zu.
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Die Bundesbank warnt schon seit längerem vor kräftigen Übertreibungen bei den Immobilienpreisen in deutschen Städten. Quelle: dpa
Mehrfamilienhäuser

Die Bundesbank warnt schon seit längerem vor kräftigen Übertreibungen bei den Immobilienpreisen in deutschen Städten.

(Foto: dpa)

Berlin, FrankfurtDie Immobilienpreise in Deutschland sind der Bundesbank zufolge auch im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Zwar habe sich der Preisauftrieb in den Städten etwas verlangsamt, außerhalb der Städte seien die Preise für Wohneigentum aber verstärkt nach oben geschossen, teilte die Bundesbank am Montag in ihrem Monatsbericht mit.

Das Preisniveau bei Eigentumswohnungen und Häusern in den Städten sei bereits überaus hoch. Da passe es ins Bild, dass sich die Wohnraumnachfrage teilweise auf das Umland verlagert habe. Insgesamt liegen aus Sicht der Bundesbank die Immobilienpreise in den Städten weiterhin deutlich über dem Niveau, das durch Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Faktoren gerechtfertigt ist.

Die Bundesbank warnt schon seit längerem vor kräftigen Übertreibungen bei den Immobilienpreisen in deutschen Städten. In den sieben Metropolen Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart liegen die Preise nach ihrer Einschätzung nach wie vor zwischen 15 und 30 Prozent über dem angemessenen Niveau.

Die Mieterhöhungen in den Städten fielen 2018 laut Bundesbank nicht mehr ganz so stark aus wie noch in den Vorjahren. Bei Neuverträgen habe der Zuwachs mit 3,75 Prozent deutlich unter der Rate von 2017 gelegen, als es laut Bundesbank ein Plus von 7,25 Prozent gab.

Auch in den sieben Großstädten sei der Zuwachs mit vier Prozent wesentlich schwächer ausgefallen. Die Neuvertragsmieten waren dort 2017 um 9,25 Prozent nach oben geschossen, ein Höchststand bei der Verteuerung im aktuellen Nachfrageboom.

Die Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft nach der Flaute in der zweiten Jahreshälfte 2018 keine rasche Rückkehr zu kräftigem Wachstum zu. „Die konjunkturelle Grundtendenz bleibt voraussichtlich auch nach der Jahreswende verhalten“, schrieb sie am Montag in ihrem Monatsbericht. „So signalisiert der abseits der Kfz-Branche rückläufige Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe, dass die Industriekonjunktur während der Wintermonate kaum wieder an Schwung gewinnen wird.“

In wichtigen Branchen hätten sich die Geschäftserwartungen zudem eingetrübt. „Dies dürfte die Investitionsneigung hemmen.“ Das konjunkturelle Grundtempo dürfte daher zumindest im ersten Halbjahr verhalten bleiben. Im dritten Quartal 2018 war das Bruttoinlandsprodukt erstmals seit dreieinhalb Jahren geschrumpft, im vierten Quartal folgte eine Stagnation.

„Es gibt aber auch keine Anzeichen dafür, dass die Verlangsamung in einen Abschwung übergeht“, betonte die Bundesbank zugleich. „Zum einen lösen sich einige der belastenden Sonderfaktoren aus dem Sommer des letzten Jahres auf.“ So deute sich in der Autoindustrie eine allmähliche Normalisierung bei Fertigung und Exporten an.

"Zum anderen sprechen die weiterhin sehr gute Arbeitsmarktlage und die kräftige Lohnentwicklung dafür, dass der private Verbrauch wieder anzieht und so im Gegensatz zur zweiten Jahreshälfte 2018 ein Gegengewicht gegen die dämpfenden Einflüsse bildet." Hinzu kämen höhere Sozialleistungen sowie Steuer- und Abgabenentlastungen, die Anfang des Jahres in Kraft traten und die Konjunktur anschieben sollten.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte kürzlich gesagt, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr vermutlich deutlich unterhalb von 1,5 Prozent liegen dürfte. Im Dezember war die Notenbank noch von 1,6 Prozent ausgegangen. 2018 hatte es zu 1,4 Prozent gereicht, 2017 und 2016 zu jeweils 2,2 Prozent.

  • rtr
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