Bundesbank-Vorstand Dombret „Geringe Rentabilität der Geldhäuser ist bedenklich“

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„Explizit gegen Zusammenschlüsse von zwei schwachen Instituten“

„Wir haben riesige Probleme im europäischen Bankensektor – besonders in Deutschland“

Dombret forderte die deutschen Banken auf, ihre Strategien zu überdenken. „Das gilt auch für Geschäftsmodelle, die schon sehr lange bestehen. Manchmal kann es auch helfen, die Komplexität einer Bank zu reduzieren, damit die Investoren wieder Vertrauen fassen.“ Dieses Ziel verfolgt aktuell die Deutsche Bank, die künftig nicht mehr alles für jeden anbieten will. Ob Universalbanken noch in die Zeit passen, werden laut Dombret am Ende die Kunden entscheiden. „Angebote, die an der Nachfrage vorbeigehen, ergeben wenig Sinn.“

Auch Fusionen und Marktaustritte - ganz oder aus Teilmärkten - dürfen aus Sicht von Dombret kein Tabu sein. „Zusammenschlüsse machen allerdings nur Sinn, wenn sich Institute gut ergänzen und es Synergien gibt.“ Bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken gebe es Konsolidierung, aber das sei keine Patentlösung für alle Geldhäuser. „Ich bin explizit gegen Zusammenschlüsse von zwei schwachen Instituten - das wäre nicht zukunftsweisend.“

Deutsche Banken liegen laut Dombret im internationalen Vergleich bei den Erträgen recht weit hinten, auf der Kostenseite eher im Mittelfeld. „Bei den Kosten noch weiter zu kürzen, ist schwierig, aber nicht unmöglich.“

Positiv sei, dass es mittlerweile auch auf der Ertragsseite Bewegung gebe. „Ich finde es richtig, dass es heute eine offene Diskussion über Gebühren für Girokonten gibt. Bankdienstleistungen können nicht kostenlos sein, wenn Banken und Sparkassen mit der Zinsmarge kein Geld mehr verdienen.“ Jüngst hatte die Postbank angekündigt, kostenlose Girokonten für Millionen von Kunden abzuschaffen. Auch andere Geldhäuser verlangen inzwischen mehr Geld für Kontoführung und Kreditkarten.

Für Schlagzeilen sorgte zuletzt auch die Raiffeisenbank Gmund, die die Strafzinsen der EZB von 0,4 Prozent an einige vermögende Privatkunden weitergeben will. Dombret sieht jedoch derzeit keine Anzeichen dafür, dass dies künftig auf breiter Front auf Bankkunden in Deutschland zukommt. „Bei unserer letzten Niedrigzinsumfrage aus 2015 haben lediglich 16,4 Prozent aller Institute angegeben, dass sie darüber nachdenken“, erklärte Dombret. „Und Nachdenken heißt noch lange nicht, negative Zinsen zu berechnen.“

  • rtr
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