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Bundesverband deutscher Banken Private Banken wollen vorerst weniger Filialen schließen

Die deutschen Privatbanken starten mit Pessimismus ins neue Jahr. Dennoch soll es keine Erhöhungswelle bei den Gebühren geben.
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Die Banken wappnen sich bereits für den Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Quelle: dpa
Skyline Frankfurt

Die Banken wappnen sich bereits für den Ausstieg Großbritanniens aus der EU.

(Foto: dpa)

Berlin Die deutschen Privatbanken erwarten 2019 Gegenwind durch die niedrigen Zinsen, Risiken durch den Brexit und die Herausforderungen der Digitalisierung. Thema seien auch die schwierige Kostensituation der Unternehmen und die schwankungsanfällige Börsen, teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Donnerstag mit.

„Das neue Jahr wird nicht viel langweiliger als das alte“, sagte BdB-Hauptgeschäftsführer Andreas Krautscheid in Berlin. Der Verband vertritt rund 180 Banken, darunter die Branchengrößen Deutsche Bank und Commerzbank.

Derzeit wappne sich die Branche vor allem für einen ungeregelten Ausstieg Großbritanniens aus der EU. „Alles anders als die Vorbereitungen auf einen harten Brexit wäre unverantwortlich.“ Besonders im Fokus stehen bei ihnen Wertpapiergeschäfte, die sie in Euro an der Londoner Börse abwickeln. Die Banken setzen darauf, dass ihnen die Aufsichtsbehörden auf beiden Seiten Übergangsregelungen gewähren.

Nach Krautscheids Worten profitiert der Finanzplatz Frankfurt vom geplanten EU-Austritt Großbritanniens. Internationale Banken transferierten in diesen Tagen Verträge sowie Bilanzwerte von mehreren hundert Milliarden Euro in die Stadt. „Über 30 Banken haben eine neue Lizenz bei der EZB für Frankfurt beantragt.“

Die privaten Banken wollen vorerst nicht mehr so viele Filialen schließen wie in den vergangenen Jahren. „Mein Eindruck ist, dass da ein erster Durchgang erledigt ist“, sagte Krautscheid. Er sprach von einer „kleinen Erkenntniskurve“: Anders als vor wenigen Jahren spräche niemand mehr von einem „Ende der Filiale“. Für bestimmte Kunden und Produkte bleibe der persönliche Kontakt sehr wichtig.

In den vergangenen zehn Jahren hatten die privaten Banken mehr als jede zehnte Filiale geschlossen. Krautscheid sagte, er sehe in diesem Jahr auch keine Erhöhungswelle bei den Gebühren.

Von der Politik forderte der Verband, den im Koalitionsvertrag angepeilten „Regulierungscheck“ voranzutreiben. Dies könne Banken sowie Kunden helfen und zu weniger Bürokratie führen. Der BdB appellierte erneut an die Europäische Zentralbank, ihre lockere Geldpolitik weiter zu straffen.

Den Instituten macht vor allem der Strafzins von 0,4 Prozent zu schaffen, wie der zweite BDB-Hauptgeschäftsführer Christian Ossig betonte. Für die Banken im Euroraum wirkten die Negativzinsen wie eine Sondersteuer, die sie bereits mit rund 20 Milliarden Euro belastet haben.

Wichtig für die Branche sei auch ein einheitlicher europäischer Finanzbinnenmarkt, der auch die gesamte Wirtschaft Europa ankurbeln könnte. „Wir sind hier noch ein ganzes Stück entfernt“, sagte Ossig und kritisierte einen Flickenteppich etwa in Fragen der Regulierung.

  • rtr
  • dpa
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