Caritas und Rotes Kreuz waren Taufpaten der Bank für Sozialwirtschaft Wohlfahrtsverbände betreiben ihr eigenes Kreditinstitut

Die Bank für Sozialwirtschaft (BFS) agiert als Finanzpartner sozialwirtschaftlicher Unternehmen wie Krankenhäuser, Altenheime und soziale Einrichtungen. Seit Rudolf Hammerschmidt vor zehn Jahren den Chefposten übernahm, besann sich das Institut konsequent auf ihre Marktnische: sozialwirtschaftliches Klientel. „Wenn es zuvor Wertberichtigungsbedarf gab, dann meist, weil sich die Bank außerhalb ihres Spezialgebietes engagierte“, sagt der BFS-Chef.
  • Caspar Dohmen

KÖLN. Bei der Geburt der Bank mit heutigem Doppelsitz in Köln und Berlin hatten fünf Wohlfahrtsverbände wie das Deutsche Rote Kreuz und die Caritas Pate gestanden. Sie überzeugten im Jahr 1923 die Weimarer Reichsregierung davon, die Gründung einer großen Kreditanstalt zu unterstützen. Notwendig war dies damals, weil infolge der wirtschaftlichen Krisen kaum noch Spenden flossen und die Wohlfahrtseinrichtungen immer häufiger Schwierigkeiten bei der Bewältigung ihrer Aufgaben hatten. Schließlich wurde das Institut „als Hilfskasse“ gegründet. Hauptziel war die Vermittlung staatlicher Fördermittel oder die Kreditvergabe an Wohlfahrtsverbände.

An diesen Aufgaben hat sich bis heute nichts Wesentliches geändert. Allerdings wechselte der Name des Instituts: Im Jahr 1970 wurde die „Hilfskasse“ in „Bank für Sozialwirtschaft“ umbenannt. Die Umwandlung der Rechtsform von einer GmbH in eine nicht-börsennotierte Aktiengesellschaft erfolgte dann vor sieben Jahren.

Noch heute halten Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Arbeiterwohlfahrt, Stiftung Kronenkreuz und Deutsches Rotes Kreuz mehr als drei Viertel der Aktien. Der Rest der Anteile befindet sich im Streubesitz.

Seit den sechziger Jahren hat die Bank ihre Leistungspalette zu einer Universalbank ausgebaut. Zugleich gibt es bis heute einen Fonds des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der von dem Institut treuhänderisch verwaltet wird und aus dem zinslose Darlehen an die Freie Wohlfahrtspflege vergeben werden. Die Bank verfügt bundesweit über zwölf Geschäftsstellen und Repräsentanzen sowie ein Büro in Brüssel.

Die Strategie zahlt sich für die BFS aus. Sie ist mit einer Eigenkapitalrendite von 27 Prozent und einer Cost-Income-Ratio von 48 Prozent eine sehr rentable Bank. Davon profitieren neben den Aktionären auch die freigemeinnützigen Kunden. Ihnen schüttet das Institut seit 1972 jährlich eine individuelle Erfolgsbeteiligung aus. Vergangenes Jahr waren dies 3,74 Mill. Euro.

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